Mülheimer Musikschüler zeigen Klangfülle des Akkordeons

Gemütliche Enge herrschte in Rick’s Café im Medienhaus. Die Februar-Ausgabe des Kim-Konzerts, das von der Akkordeonklasse der Musikschule gestaltet wurde, war bestens besucht.
Gemütliche Enge herrschte in Rick’s Café im Medienhaus. Die Februar-Ausgabe des Kim-Konzerts, das von der Akkordeonklasse der Musikschule gestaltet wurde, war bestens besucht.
Foto: Stephan Glagla / Funke Foto Serv
Was wir bereits wissen
Die Akkordeonklasse der Musikschule unter Leitung von Johannes und Bianca Burgard stellte sich und ein breit gefächertes Repertoire beim Kim-Konzert vor.

Mülheim.. Wer schon lange einmal ein selbstklingendes „Unterbrechungs-Aerophon“ hören wollte, also ein „Handzuginstrument, bei dem der Ton durch freischwingende, durchschlagende Zungen erzeugt wird“, der hatte am Donnerstagabend dazu Gelegenheit: Das Akkordeon, in der Fachsprache so kompliziert umschrieben, stand im Mittelpunkt der Februar-Ausgabe der Kim-Konzerte (Kultur in Mülheim).

Zu „bunten Akkordeonklängen“ lud das Kim-Team um Marlies Schröder wie jeden ersten Donnerstag des Monats in Rick’s Café im Medienhaus ein, wo sich Stammpublikum ebenso wie neugierige Neulinge bis zur Tür knubbelten, um bei Snacks und Getränken in nur scheinbar „konzert-untauglicher“ Atmosphäre den jungen, jugendlichen und erwachsenen Musikern auf ihren „Aerophonen“ zu lauschen.

Von alten Tänzen zu Pop und Rock

Die Akkordeonklasse der Musikschule unter der Leitung von Johannes und Bianca Burgard stellte sich und ein breit gefächertes Repertoire an Akkordeonliteratur vor: von alten Tänzen und klassischen Concerti oder Sonaten von Joseph Boismortier oder Domenico Scarlatti über schwelgerische Tangos bis hin zu rockigen Bearbeitungen heutiger Pop- und Rocksongs. Und obwohl dem Akkordeon bis heute ein etwas „knautschiger“ Ruf anhaftet – oder vielleicht gerade deshalb – war so mancher wohl überrascht über so viele Klangfarben, so viele klangvolle, gut hörbare Werke, die schon die jüngsten Schüler/-innen rotwangig und hochmotiviert vortrugen.

Beeindruckend waren vor allem Peter Krämer mit einer virtuos-verspielten Sonate Domenico Scarlattis und Lucienne Hougardy mit einem effektvollen Werk Alois Leenders’.

Besonders wirkungsvoll gelangen auch die schillernden Tangos, zumeist aus der Feder des Tangokönigs Astor Piazzolla, die einen – bei geschlossenen Augen – ein bisschen in die Welt des Pariser Caféhauses entführte und melancholische Stimmung verbreitete. Nicht Schifferklavier oder Quetschkommode, nein, sechs Akkordeons gleichzeitig und eine faszinierende orchestrale Klangfülle.