Mülheimer Marionettentheater spielt ehrenamtlich

Zum Wegwerfen zu schade! Ein Herz für Marionetten
Zum Wegwerfen zu schade! Ein Herz für Marionetten
Foto: Stephan Glagla / Funke Foto Serv
Was wir bereits wissen
Vor fünf Jahren haben sich die Frauen im „EfI“-(Erfahrungswissen für Initiativen)-Kurs des Centrums für Bürgerschaftliches Engagement kennengelernt – alle sind in verschiedensten Missionen ehrenamtlich in Mülheim unterwegs. Nun sind sie zu Puppenspielerinnen geworden.

Mülheim.. Vor fünf Jahren haben sich die Frauen im „EfI“-(Erfahrungswissen für Initiativen)-Kurs des Centrums für Bürgerschaftliches Engagement kennengelernt – alle sind in verschiedensten Missionen ehrenamtlich in Mülheim unterwegs. Nun sind sie zu Puppenspielerinnen geworden.

Bei einem Stammtisch fragte Elke Kurschat in die Runde: „Ich hätte Marionetten, die meine Schwester gemacht hat. Es wäre zu schade, sie wegzuwerfen. Hat jemand Lust, mit ihnen zu spielen?“ Rita Claßmann musste nicht lange überlegen und stimmte ohne zu zögern begeistert zu. So fanden sich schnell vier Frauen, die erst einmal lernen mussten, mit den rund 20 filigranen und kunstvollen Marionetten zu hantieren.

Freude am Spiel

Kaum nehmen sie ihre Puppen zur Hand, schlüpfen sie in deren Rollen, sprechen mit veränderten Stimmen und scheinen in eine andere Welt einzutauchen. Sie haben viel Freude am Spiel entwickelt und daran, anderen Menschen Vergnügen zu bereiten. Ihre Stücke spielen sie hauptsächlich in Kindergärten und Altenheimen – und nie länger als 15 bis 20 Minuten, betont Rita Claßmann.

Einen Verein haben sie kürzlich gegründet, weil sie hoffen, als Mitglied in der „Alten Dreherei Haus der Vereine“ langfristig ein neues zu Hause für ihre Bühne zu finden. „Und wir dürfen nun auch Spenden einwerben“, so die Vorsitzende Claßmann lächelnd. „Unsere Probenbühne in Oberhausen-Eisenheim müssen wir leider aufgeben, und einen neuen Lagerraum haben wir noch nicht gefunden.“ Marionetten und Bühnenbilder müssten trocken und in Kisten gelagert werden. Renate Opitz, seit kurzem mit von der Partie, hat begonnen, neue praktische Kleidung für die unterschiedlichen Figuren zu fertigen, die manchmal ihre Rollen wechseln und dafür umgekleidet werden müssen.

Als Laientheatern anderen eine Freude machen

„So wie die Namensgeberin, das Mädchen Nette, die im aktuellen Stück einen Jungen spielt“, erklärt Claßmann. Auch Bühnenbilder seien hinzugekommen und wenn sie am Wochenende aufträten, begleite ihr Mann die Puppenspielerinnen bei ihren Auftritten gerne auf der Gitarre. „Es gibt bei uns noch ein paar assoziierte Männer fürs Grobe ... und fürs Feine“, sagt Betty Harrer lachend. Für Vereinsformalitäten, musikalische Untermalung, die Gestaltung des Web-Auftritts oder die Bühnenbildnerei sei die Unterstützung der Ehemänner sehr willkommen.

Die Frauen, zwischen 58 und 75 Jahre alt, betonen, dass sie ein Laientheater seien, das anderen eine Freude bereiten solle. Sie mussten sich alles selber erarbeiten, kleine Stücke schreiben, das Spielen erlernen, was mit den vielen Fäden reichlich Übung erfordert. „Wir sind schon viel perfekter als zu Beginn“, finden alle. Über den Sommer werde nun erst einmal geprobt, dann beginne im September die neue Spielzeit.