Mülheimer machen Gärten und Balkone fit für den Frühling

Im Frühjahr kaufen die Kunden viel Buntes: Philipp Blum, Mitarbeiter in Wolfgang’s Staudengarten, präsentiert einen blühenden Hibiskus.
Im Frühjahr kaufen die Kunden viel Buntes: Philipp Blum, Mitarbeiter in Wolfgang’s Staudengarten, präsentiert einen blühenden Hibiskus.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Obstbäume, essbare Blüten oder bienenfreundliche Blumen: Ein Gärtnermeister verrät, was derzeit bestens blüht und was in dieser Saison im Trend liegt.

Mülheim.. Kaum lässt sich die Sonne blicken, recken die ersten Blumen ihre Köpfe in das wärmende Licht. Der Frühling erwacht – und mit ihm die Lust am Gärtnern. Wolfgang Tebbe weiß, was in dieser Jahreszeit bestens blüht und gedeiht. Der Gärtnermeister und Inhaber von Wolfgang’s Staudengarten in Heißen erklärt, wie Garten oder Balkon fit für den Frühling werden.

„Stauden, Gehölze und Obstbäume kann man derzeit gut pflanzen“, sagt Wolfgang Tebbe, der sein Gartencenter seit 30 Jahren an der Alexanderstraße 21 betreibt. Winterharte Stauden und „krautige Pflanzen“ wachsen auch bei wechselhaftem Aprilwetter in allen Farben – etwa die gelben Gämswurzen oder Dotterblumen. „Im Winter ziehen sie sich zurück und werden krautig, im Frühjahr kommen sie raus.“ Mit Gewächsen wie Stiefmütterchen, Ranunkeln oder Vergissmeinnicht könne man jetzt nichts falsch machen. „Wer mutig ist und viel Sonne auf dem Balkon hat, kann jetzt schon Sommerblumen pflanzen: Geranien oder Margeriten.“ Aber: „Diese Pflanzen müssen geschützt stehen.“

Den Pflanzen Gutes tun

Was kann man den Pflanzen derzeit Gutes tun? „Ein altes Gärtnersprichwort sagt: Wenn die Forsythien blühen, werden die Rosen geschnitten“, sagt Wolfgang Tebbe. Rosen sollten nun gepflanzt und beschnitten, auch alle anderen Balkon- und Balkon-Gewächse von Braunem und Vertrocknetem befreit werden. Wenn möglich, können Hobbygärtner die Pflanze umtopfen und sie dabei gleich mit frischer Erde versorgen. Wolfgang Tebbes Tipp: Bei der Erde nicht am Geld sparen. „Gute Erde ist zwar teurer, aber dafür fester und somit besser für die Pflanzen, da sie Kompost und Tonanteile enthält.“ Auch ausreichendes Düngen mit organischem Dünger tue den Gewächsen nach dem Winter gut. Wichtig sei ebenso, seine Pflanzen zu beobachten. „Oft stehen sie einfach am falschen Standort.“

Der Trend geht zum Bio-Gärtnern

Was liegt im Trend? „Kleine Obstbäume, die zum Beispiel Pfirsiche, Orangen oder Äpfel tragen.“ Diese können in Kübel gepflanzt werden und sind flexibel stellbar. Im Frühjahr entwickeln sie eine wunderschöne Blüte und im Sommer pflücken Besitzer ihre süßen Früchte. Außerdem steige die Nachfrage nach „bienenfreundlichen Blumen“, etwa der Riesen-Flockenblume, die beliebt bei den Insekten sind. „Kräuter für Blumenkästen sind ebenfalls gut nachgefragt, genau wie essbare Blüten, etwa Hornveilchen-, Lavendel- oder Bellisblüten.“ Und: „Heute legen die Leute viel Wert auf ungespritzte Pflanzen. Wir verzichten daher auch bei uns auf Chemie.“ Viele Verbraucher bauten wieder selbst an – Salate, Tomaten oder Erdbeeren. Der Bio-Trend aus den Lebensmittelläden sei eben auch in Gärtnereien zu beobachten, weiß Wolfgang Tebbe.

Die Stadt pflanzt in jeder Saison Tausende von Blumen

Die Stadt hat ihre Hausaufgaben längst gemacht – zumindest was das Pflanzen von Frühjahrsblumen angeht. „Wir hatten vor Ostern alles erledigt“, berichtet Sylvia Waage, Leiterin des Amtes für Grünflächenmanagement und Friedhofswesen. Rund 13 000 Stiefmütterchen, 6000 Tulpen sowie 2500 Narzissen sind allein auf der Schleuseninsel in die Erde gebracht worden.

Was die Fachfrau mit dem grünen Daumen besonders freut: „In diesem Jahr haben wir hübsche Farben ausgewählt: Lavendellila bei den Stiefmütterchen, Rosa und Weiß bei den Narzissen. Das sieht in den Beeten, die sich wie ein Band entlang des Weges Richtung Wasserbahnhof ziehen, wirklich schön aus.“ Eine weitere Augenweide bietet sich Besuchern des Luisentals, wo im Auftrag der Stadt durch externe Fachfirmen Hochbeete bepflanzt wurden. Auch der Hajek-Brunnen vor dem Kunstmuseum ist blumentechnisch verschönert worden – dort sind 3000 Stiefmütterchen, 1000 Tulpen und 300 Narzissen gepflanzt worden.

Im Verlauf der Innenstadt sind einige weitere Blumenkübel bepflanzt worden – allerdings längst nicht flächendeckend. „Mehr geht nicht mehr“, sagt Sylvia Waage. Der Sparzwang der Stadt schränke die Möglichkeiten arg ein, bedauert die Leiterin des Amtes für Grünflächenmanagement. Nur noch an diesen vereinzelten Stellen im Stadtgebiet kann das Grünflächenamt also für farbenfrohe Bepflanzung sorgen. „Früher“, so erinnert sich Sylvia Waage, „haben wir auch viel jahreszeitliche Wechselbepflanzung in der Müga gestaltet.“ Aber auch diese Maßnahme sei aus finanziellen Gründen eingestellt worden. Lassen die Frühlingsblüher ihre Köpfe hängen, geht es für die Pflanzenplaner bei der Stadt schon in die nächste Runde. „Mitte Mai müssen wir an die Sommerblumen denken“, sagt Waage und verspricht: „Vor Pfingsten sind wir mit denen fertig.“