Mülheimer Krankenhäuser geben Kommunikations-Seminare

Das Gespräch mit dem Arzt ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.
Das Gespräch mit dem Arzt ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.
Foto: IMAGO
Was wir bereits wissen
Krankenhäuser bieten Mitarbeitern Seminare zum Verständnis zwischen Arzt und Patient an. Keine Extrakurse für Mitarbeiter mit Migrationshintergrund.

Mülheim.. Am Essener Uniklinikum wurde jetzt ein Modellprojekt gestartet, das Sprache und Empathie bei der wachsenden Zahl der Mediziner mit Migrationshintergrund besonders schulen soll. Ziel: Die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten und damit die Behandlung soll verbessert werden.

Medizinisches und pflegerisches Personal aus anderen Ländern ist an Krankenhäusern heute selbstverständlich. Von 190 Medizinern am Ev. Krankenhaus Mülheim (EKM) haben 17 % eine andere Staatsangehörigkeit; nimmt man das gesamte medizinische und pflegerische Personal, so sind es 13 % von 950 Mitarbeitern. Über 40 Nationen seien im Hause vertreten, teilte das EKM auf Nachfrage mit.

Die meisten Angestellten im St. Marien-Hospital haben einen deutschen Pass

Im katholischen St. Marien-Hospital sind von 81 Ärzten 63 Deutsche, der Anteil der Mediziner mit einem anderen Pass liegt damit bei ca. 22 %. Nimmt man alle Mitarbeitenden des Hauses, die „nah am Patienten“ arbeiten, so haben von 515 Angestellten 467 einen deutschen Pass, also über 90 Prozent.

Das Essener Projekt ist in Mülheim bekannt, doch gibt es besondere Sprachkurse im Sinne von Sprachunterricht für Ärzte und Pfleger mit Migrationshintergrund hier nicht, sagt Dorothee Renzel, Sprecherin des St. Marien-Hospitals, das zur Essener Contilia-Gruppe gehört. Interne Schulungsangebote in Sachen Kommunikation gibt es allerdings in der hauseigenen Contilia-Akademie für die Angestellten. „Diese richten sich aber an alle Ärzte und gleichermaßen auch an das Pflegepersonal“, betont Dorothee Renzel. Sie erinnert daran, dass für die Approbation, also die staatliche Zulassung bei der Bezirksregierung, ein bestimmtes Sprachniveau erwartet wird. „Im täglichen Umgang mit den Patienten und den Kollegen wird das Sprachbewusstsein immer weiter ausgebaut“, sagt die Sprecherin.

Bewerber haben heute bessere Sprachkenntnisse als früher

„Generell beobachten wir, dass Bewerber ohne die deutsche Staatsangehörigkeit durch entsprechende Schulungsmaßnahmen heute wesentlich bessere Sprachkenntnisse mitbringen als früher“, sagt Stefan Mattes von der Unternehmenskommunikation des EKM. Grundsätzlich spiele die Sprache im Umgang mit den Patienten in der Pflege eine sehr große Rolle, worauf nicht nur in der Ausbildung pflegerischer Berufe am EKM großer Wert gelegt wird.

Bewerben sich ausländische Gesundheits- und Krankenpfleger mit einem anerkannten Diplom beim EKM, so wird die fachliche Eignung, aber auch die Sprach- und Kommunikationskompetenz im Rahmen einer mehrtägigen Hospitanz im Hause geprüft, berichtet Stefan Mattes. Auch das hauseigene Bildungsinstitut der Ategris-Holding, zu der das EKM gehört, biete den Mitarbeitenden kostenlose Weiterbildungsseminare auch im Bereich der Kommunikation an. Diese Kurse behandeln etwa den Umgang mit Patienten der Geriatrie oder das Verhalten bei Konflikten. Diese Angebote sind für die Mitarbeiter allerdings freiwillig.