Mülheimer Kinderprinzen sind so smart wie echte Royals

Dieser Moment – die Proklamation – war der bisher schönste für Josie Marie I., Leon Maurice I. und Page Jethro.
Dieser Moment – die Proklamation – war der bisher schönste für Josie Marie I., Leon Maurice I. und Page Jethro.
Foto: M. Dahlke
Was wir bereits wissen
Noch über 50 Auftritte haben Josie Marie I. und Leon Maurice I. zu bewältigen. Sie sind längst Profis, bützen perfekt und treten ohne Angst auf.

Mülheim an der Ruhr.. Der Terminplan ist voll, Ihre Hoheiten, Josie Marie I. und Leon Maurice I., sowie Page Jethro sind arg eingespannt. Bis Aschermittwoch liegen noch über 50 Auftritte vor ihnen. Das macht dem Trio wenig aus. So eine Regentschaft mache Freude und Stress seien die Auftritte schon gar nicht. „Wir sind dran gewöhnt“, sagt der kleine Prinz, und klingt dabei abgeklärt und smart wie ein echter Royal. Es sei „schon Standard, dass das Volk uns zujubelt“.

Wow, für das Selbstbewusstsein scheint die Herrschaft übers Mülheimer Karnevalsvolk eine gute Sache zu sein, stellt der geneigte Zuhörer beim Besuch des Kinderprinzenpaares am Freitag in der WAZ-Redaktion fest. Um Antworten sind Josie (9), Schülerin der Pestalozzi-Schule in Broich, Jethro (9) und vor allem Leon (10), beide Schüler der Grundschule an der Fröbelstraße in Styrum, eher selten verlegen. „Und das ist auch gut so“, sagt Adjutant Ulrich Pütz, der den Hoheiten – genau wie sonst auch Adjutantin Chantal Ising – zur Seite steht. Mut gehöre schließlich zum Job, Mut genug zum Beispiel, um bei der Seniorensitzung in der Stadthalle frei vor hunderten von Narren zu sprechen.

An Karneval haben sie gleich eine ganze Woche frei

„Weil die Kinder durch die Erfahrungen selbstsicherer werden, unterstützen uns die Lehrer gerne“, so Pütz. Leon, Josie, Jethro und – die zurzeit erkrankte – Janna (7) dürfen den Unterricht also durchaus vorzeitig verlassen, wenn die Pflicht ruft. Und an Karneval haben sie gleich eine ganze Woche frei. Leon gefällt das. Grinsend erzählt er von einem Freund, „der sich immer aufregt, wenn ich früher gehen darf“.

Auf den Thron gelangten Leon Maurice I. und Josie Marie I. vor allem, weil sie bereits in ihrem früheren, zivilen Leben viel Kontakt zum närrischen Treiben hatten. Beide gehören der Prinzengarde Rote Funken an, waren Fans früherer Kinderprinzenpaare. Ein Jahr lang haben sie geprobt, nun sitzt das Helau, fluppen die Auftritte. Auch das Anziehen, Frisieren, Schminken geht immer schneller. Und auch bützen können sie schon wie die Großen.

Auch das Stadtprinzenpaar ist zufrieden

Apropos: Auch das städtische Prinzenpaar, Lisa I. und Max I., sowie Pagin Jill und Hofmarschall Wolfgang statteten der Redaktion einen Besuch ab. Einzig Pagin Cassandra war verhindert. Und auch die älteren Hoheiten zogen ein positives Fazit der vergangenen Wochen, „das lief bisher tipptopp“, sagte Max I., der im wahren Leben Bauleiter einer Dachdecker-Firma ist und bezeichnenderweise am 11.11. Geburtstag hat.

150 Auftritte müssen der 54-Jährige und seine Prinzessin (44) insgesamt bewältigen, zum Teil das Umland bereisen, um etwa die Ministerpräsidentin zu besuchen. Abends werde es oft spät, berichten die Tollitäten, aber die Anstrengung sei ausnahmslos positiv. Es ist spannend, viele neue Menschen kennenzulernen, sagt Lisa I., Krankenschwester, die zurzeit ihren Vater pflegt. Sie liebt ihr Ornat. Und hat bisher an keinem einzigen Tag die gleiche Frisur zum edlen Kleide getragen. „Ich fühle mich sauwohl als Prinzessin.“