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Köpfe im Karneval

Mülheimer Karnevalist ist ein Handwerker des Frohsinns

07.01.2016 | 09:00 Uhr
Als Handwerker des Frohsinns spielt der fortgeschrittene Junggeselle Alfred Nakelski in seinem Keller oder in der Wagenbauhalle immer wieder gerne mit Farben und Formen.Foto: Oliver Müller

Mülheim.   Ob Wagen- oder Bühnenbau: Für seine närrische Funkenfamilie ist der gelernte Tischler und Schreiner Alfred Nakelski immer wieder gerne aktiv.

Wenn man ein Junggeselle ist, so wie Alfred Nakelsi, hat das Vorteile. Man braucht keiner besseren Hälfte Rechenschaft über seine Zeit abzulegen. Und Nakelski verbringt viel Zeit in seinem Keller, in der Wagenbauhalle oder bei den Treffen und Veranstaltungen der Prinzengarde Rote Funken. Überall dort, wo ein tatkräftiger Mann mit zwei rechten Händen gesucht wird, ist der gelernte Schreiner und Tischler zur Stelle.

Ein Mann aus der Gründerzeit

In den 53 Jahren, die er nun schon zur 1958 gegründeten Prinzengarde der Roten Funken gehört, hat er mit Säge, Schleifmaschine, Hobel, Holz, Draht, Styropor, Span- und Hartfaserplatten schon so manches Wagen- und Bildmotiv in den Rosenmontagszug oder auf die Bühne der Roten Funken gezaubert. Das Spektrum reicht vom Ludwig-Erhard-Kopf über Kogge und Bus bis zu Windmühlen und einer Blumenwiese. Ludwig Erhards Credo: „Wohlstand für alle“ und „Maß halten“ sind Nakelski noch im Ohr. Doch seit Erhards Zeiten hat er so viele Figuren und Bilder kreiert, dass ihm auf Anhieb gar nicht mehr alle Motive einfallen. Der 81-Jährige Funke ist ein Mann der Tat und nicht des Wortes.

Warum investiert er so viel Zeit und Arbeit in den Karneval, statt zuhause im wohlverdienten Ruhestand die Beine hochzulegen? „Ich bin kein Eigenbrödler. Mir macht es einfach Freude, anderen zu helfen und in einer starken Gemeinschaft Spaß zu haben“, begründet er sein unermüdliches Engagement. Spaß in einer starken Gemeinschaft hatte Alfred Nakelski auch schon in seiner Kindheit, zusammen mit fünf Brüdern und vier Schwestern. „Wir haben auch schon vor unserer Zeit bei den Roten Funken die Kappenfeste des Mülheimer Karnevals besucht und kräftig mitgefeiert“, erinnert sich Nakelski. Und dann sprang der Rote Funke auf die zahlreiche und lebenslustige Handwerkerfamilie über. Den Anfang machten die Nakelski-Schwestern Christel, Irma und Gisela. Sie ließen sich von Bruder Bernhard ab 1961 zum Tanztraining der Roten Funken fahren. Auch Mutter Resi war bald mit von der närrischen Partie. Der Spaß an der Freude in der Funkenfamilie, den sie bis zuletzt genoss, hat ihr offensichtlich nicht geschadet, erreichte sie doch immerhin ein gesegnetes Lebensalter von 101 Jahren.

Bruder Bernhard als Chauffeur

Heute fährt Bernhard nicht mehr seine Schwestern, sondern seinen drei Jahre älteren Bruder Alfred, der ansonsten auch gut ohne Führerschein durchs Leben kommt zu den Veranstaltungen und Baustellen der Roten Funken.

Nicht nur in seiner Gesellschaft wissen die Karnevalisten Nakelskis handfeste Hilfe zu schätzen. Deshalb haben sie ihn auch schon 2004 in die närrische Rittergilde vom Schiefen Turm aufgenommen und ihn unter anderem mit dem höchsten Verdienstorden des Bundes Ruhrkarnval ausgezeichnet.

Faszinierender Ideenreichtum

„Ich finde es einfach faszinierend, wie man beim Wagen- und Bühnenbau aus seinen Ideen eine Wirklichkeit werden lassen kann, die zum Beispiel beim Rosenmontagszug von tausenden Menschen bewundert wird“, erklärt der Mann in den 80ern seine ewig junge Leidschaft fürs närrische Handwerk, zu dem auch schon mal der Losverkauf für die Rosenmontagstombola im Forum oder die Kanzlerschaft im Elferrat der Roten Funken gehören.

Und wie lange will der Handwerker des Frohsinns bei den Funken Hand anlegen? „Ich lasse das Leben auf mich zukommen und mache einfach solange weiter, wie ich es kann“, antwortet Nakelski mit närrischer Gelassenheit. Wie gesagt: Mutter Resi ist mit der frohsinnigen Funkenfamilie 101 Jahre alt geworden. Bis dahin hat ihr Sohn noch viel vor.

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Feiern mit den Funken

Auch in dieser Session laden die Roten Funken wieder zu närrischen Festen ein. Gleich zweimal machen sie das Dümptener Autohaus Extra an der Fritz-Thyssen-Straße 6 zur Narrenhochburg. Am kommenden Sonntag, 9. Januar, steigt dort um 11 Uhr die Herrensitzung mit Manni, dem Rocker. Und am Samstag, 16. Januar, steigt ebenfalls dort um 19 Uhr die Premiere der Mädchensitzung. Vormerken sollte man sich auch schon mal die große Funkensitzung, die am Samstag, 30. Januar, um 19 Uhr im Altenhof an der Kaiserstraße 6 über die Bühne gehen wird. Der Eintritt kostet jeweils 15 Euro. Karten gibt es bei Daniela Passmann  412 79 79.

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Kommentare
07.01.2016
11:26
Mülheimer Karnevalist ist ein Handwerker des Frohsinns
von Maverick007 | #1

Mutter Resi Nakelski wurde übrigens 97 Jahre, ist auch ein gesegnetes Alter, aber bitte vernünftig recherchieren. Es grüsst Ihr Enkel !

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2016-01-07 09:00
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