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Mülheimer Freunde feiern Liedermacher Hannes Wader

28.02.2016 | 17:27 Uhr
Mülheimer Freunde feiern Liedermacher Hannes Wader
Liedermacher Hannes Wader.Foto: Alexandra Roth / Funke Foto Services

Mülheim.   Der Barde und Liedermacher Hannes Wader wurde von seinen vielen Freunden bei einem Konzert in der sehr vollen Mülheimer Stadthalle gefeiert.

Wenn der inzwischen 73-jährige Barde und Liedermacher Hannes Wader mit seiner Gitarre wieder auf der Bühne der Stadthalle steht, dann sitzen im sehr vollen Saal viele alte Freunde. Der sozial-kritische Chansonnier und engagierte Nachlass-Verwalter des deutschen Volksliedes, der in den 70er Jahren einer der Stars der links-alternativen Szene war, erfreut sich mit seinen alten und neuen Songs ungebrochener Popularität.

Immerhin hat der robuste Sänger mit seiner kräftigen und ausdrucksstarken Stimme und seinem exzellenten Gitarrenspiel neben Kollegen wie Reinhard Mey oder Franz-Josef Degenhardt mit seinen von ihm wieder entdeckten Seemanns- und Arbeiterliedern sowie alten plattdeutschen Liedern nationale Musikgeschichte geschrieben. So gehören seine Aufnahmen seit Jahrzehnten zum festen Inventar von Schallplatten- und CD-Sammlern in der ganzen Republik.

Wie nicht anders erwartet, eröffnete der von jeglicher musikalischen Mode und elektronischen Pop-Songs unbeeinflusste Musiker sein Konzert mit dem Klassiker „Heute hier, morgen dort“, das auf seiner berühmten Platte „Sieben Lieder“ zu finden ist.

Berühmte Antikriegs-Lieder

Dann erzählte der immer noch jugendlich wirkende Routinier in seinem Lied „Das Hotel zur langen Dämmerung“ Geschichten von unterwegs und von einer nächtlichen Halluzination in einer Absteige in Portland. In seinem „griechischen Lied“ geht es um Liebe und Sonne auf einer Ägäis-Insel. Wader: „Ich würde meinen Lebensabend gerne auf einer griechischen Insel verbringen. Dabei war ich noch nie in meinem Leben in Griechenland.“ Ein Lied, das zu einer Zeit geschrieben wurde, „als das Mediterrane noch als heile Welt galt“.

Munter die Gitarren wechselnd, die er lässig und gekonnt stets mit einem Schuss Ragtime spielte, sang er den Chanson „Le Deserteur“ des Existenzialisten Boris Vian, der dann später zu einem der berühmtesten Antikriegs-Lieder wurde. In seinem „Abschiedslied“ beklagte der Liedermacher dann den Tod des Folksängers Hein Kröher, mit dem er 50 Jahre lang in einem Gasthof im Elsaß gefeiert und gesungen habe und der 1500 Lieder kannte. „Die Frage, wer denn später unsere Lieder singen wird, ist leicht zu beantworten: Keiner.“

Es gab dann auch einen „Talking Blues“ zu hören, „eine antike Form des Rap“, in dem Wader an seine Jugend in einer „bildungsfernen Schicht“ erinnert, deren Spuren für immer bleiben werden. So klingt der gute alte Hannes Wader immer noch wie der Klassenkämpfer von einst aus seinen „Sieben Liedern“, den sein Publikum liebt. Viel Applaus gab denn auch für einen Bühnenstar, von dessen Sorte es heutzutage nicht mehr viele gibt.

Thomas Becker

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Mülheimer Freunde feiern Liedermacher Hannes Wader
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http://www.derwesten.de/staedte/muelheim/muelheimer-freunde-feiern-liedermacher-hannes-wader-id11605966.html
2016-02-28 17:27
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