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Mülheimer Entenfang mit Blaualgen verseucht

20.07.2010 | 18:05 Uhr
Mülheimer Entenfang mit Blaualgen verseucht
Idylle am Entenfang. Bootfahren und Spazierengehen bleibten erlaubt. Bild: Stephan Glagla

Mülheim.Offiziell ist das Baden am Entenfang seit Jahrzehnten verboten. Doch nun ist der See mit Blaualgen verseucht. Wegen einer ernsthaften Gesundheitsgefährdung für Mensch und Tier erneuert die Stadt ihr Badeverbot.

Offiziell ist das Baden am Entenfang seit Jahrzehnten verboten. Dass die Menschen das dortige Gewässer dennoch als Mülheims einzigen Badesee nutzen, ist ein offenes Geheimnis. Duldung nennt man das wohl auf Beamtendeutsch – doch damit ist nun endgültig Schluss. Die Stadt erneuert ihr Badeverbot und meint es diesmal ernst. Grund ist ein gesundheitsgefährdender Algenbefall, der das Schwimmen wahrscheinlich auf Jahre unmöglich macht.

Klaus Bierod, Gesundheitsingenieur beim Mülheimer Gesundheitsamt, schaut regelmäßig am Entenfang vorbei. Wöchentlich nimmt er Wasserproben; die letzte erst am Dienstag. Dabei konnte er bereits vom Ufer das Unheil sehen: die „beginnende Blaualgenblüte mit allen dazugehörenden Problemen“.

Durchfall, Erbrechen und Hautreizungen

Denn die als „Blaualgen“ bezeichneten Cyanobakterien, die sich am Entenfang wie wild vermehren, gehören zu den Gattungen „mycrocystis“ und „anabaena“, die beide toxinbildend sind. Heißt: Die Algen bilden im Wasser Giftstoffe, die bei Hautkontakt zu Durchfall, Erbrechen und Hautirritationen führen können. Kinder können bereits erkranken, wenn sie nur am Ufer spielen. Klaus Bierod rät Eltern, deren Kinder diese Symptome zeigen, deswegen den Kinderarzt aufzusuchen und dort den möglichen Kontakt mit Blaualgen anzugeben.

Auch für Tiere ist das Gift gefährlich. „In der Literatur wird von Hunden berichtet, die gestorben sind, nachdem sie mit Blaualgen verseuchtes Wasser getrunken haben. Allerdings“, schränkt Bierod ein, „wird die genaue Konzentration nicht angegeben.“

Am Entenfang jedenfalls steigt die Konzentration stetig. Seit zwei Jahren haben die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes die Entwicklung im Blick, seitdem dort die Blaualgen erstmals blüten. „Vorher haben wir uns auf die Verseuchung mit Fäkal-Coli konzen­triert“, sagt der Gesundheitsingenieur. Die sind heute noch im Wasser, aber zweitrangig.

Warme Wassertemperatur verstärkt das Algenwachstum

„Aktuell hat das Wasser 26 Grad“, so Bierod. Was nach besten Schwimmbedingungen klingt, verursacht jedoch zugleich ein „massives Algenwachstum“. Unterstützt wird das zusätzlich durch „jede Menge Phosphate im Wasser, die den Algen als Nahrung dienen“. Viele negative Faktoren, so der Fachmann, kämen am Entenfang zusammen. 40 Zentimeter Sichttiefe sind am Dienstagmorgen die Folge, bei starkem Wind ist zudem ein Oberflächenfilm zu erwarten. Und auch wenn die Temperaturen zurückgehen, die Algen tun dies nicht. „Das Badeverbot wird über die nächsten Jahre bestehen bleiben.“ Die entsprechenden Verbots-Schilder sind gerade in Arbeit.

Möglichkeiten, das Wasser zu reinigen, sieht der Mann vom Gesundheitsamt nicht. „Wenn wir sanieren, schaffen wir uns ein anderes Problem“, sagt er und nennt ein Beispiel: Eine Möglichkeit, den Algen Herr zu werden, sei, Luft in den See zu blasen. „Damit wirbeln wir aber den Schlamm auf, der den Boden bedeckt. Und damit alle Schwermetalle und alles, was da drin steckt.“

Julia Damm

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Kommentare
22.07.2010
22:03
Mülheimer Entenfang mit Blaualgen verseucht
von Schildi | #9

Solange noch Forellen im Entenfang schwimmen und man vom Ufer aus ca. einen Meter tief in den See sehen kann, ist das Wasser sauber. Auch ist bislang von einem Fischsterben weit und breit nichts zu sehen. Die Algen schwimmen auf der Wasseroberfläche. Genau wie die leeren Plastikflaschen, Tetrapaks, defekte Luftmatratzen und Schwimmhilfen. Auch werten die benutzen Windeln, die einfach wie jeder anderer Müll auf dem Parkplatz entsorgt werden, den Gesamteindruck nicht auf. Am Samstagmorgen meint man immer, eine bekannte Hamburgerkette habe über Nacht für kurze Zeit eine Fiale dort errichtet. Trotz sechs großer Mülltonnen, die maximal nach 150 Metern für jeden Bequem zu erreichen sind und zweimal die Woche geleert werden. Und Ihr wundert euch über Algen?

22.07.2010
19:26
Mülheimer Entenfang mit Blaualgen verseucht
von Schwafheimer | #8

Ha, das haben sie nun davon, die ewigen Entenfütterer. Der See kippt um. Bin am Wochenende noch dort vorbeigeradelt, das stinkt doch schon.

Wer in dem Dreckstümpel badet, der springt sicher auch in den Elfratheralgensee (Krefeld).

Da ist das Wasser in Rhein und erst recht Ruhr noch sauber gegen.

22.07.2010
01:57
Mülheimer Entenfang mit Blaualgen verseucht
von Fragezeichen | #7

@5: Hier noch die fehlenden Satzzeichen und Großbuchstaben: U,WE,N,.A,M,,,M;!
Blaualgen sind Bakterien, da kann man nicht einfach was in den See machen, ohne Flora und Fauna zu beeinflussen. Das kann nur eine Filteranlage lösen, aber die kostet!

21.07.2010
15:51
Mülheimer Entenfang mit Blaualgen verseucht
von rosemann | #6

und warum versuchen die nicht iwelche natürlichen organismen in den see zu machen die den algen auf den leib rücken ?? wäre doch das einfachste denn in den natur ist es doch auch so nur das man ja hier n bischen nach helfen kann damit es schneller geht =) aber is ja normal da wo der mensch auftaucht ist alles drekig und verseucht da niemand anscheinend in der lage ist seinen müll weg zu räumen ist ja zu viel verlangt =((

21.07.2010
11:37
Blockierter Kommentar.
von Staplerfahrer Klaus | #5

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.07.2010
22:00
Mülheimer Entenfang mit Blaualgen verseucht
von wazleser | #4

Wer war jetzt hier hitzeträge, das Gesundheitsamt oder die WAZ? In Duisburg wird schon seit einer Woche auf das Badeverbot hingewiesen, auch wenn der See geografisch zu Mülheim gehört.

20.07.2010
19:51
Mülheimer Entenfang mit Blaualgen verseucht
von Weltler | #3

Sind die städtischen Bäder etwa zu wenig besucht?

20.07.2010
19:42
Mülheimer Entenfang mit Blaualgen verseucht
von Genervtwienix | #2

Verbote bringen nichts. Grillen und offenes Feuer waren da schon immer verboten, hat die Schaf- und Ziegenbratfraktion nicht eine Minute abgehalten. Der See ist rechtsfreier Raum.

20.07.2010
19:18
Mülheimer Entenfang mit Blaualgen verseucht
von Die liebe MVG | #1

Na dann aber ran an die 1000 Leute die Jahr für Jahr dort Baden ........das ist ne Stadt...........Wahrscheinlich wollte man JAHRZENTE abwarten ob es zu Mülheim oder Duisburg gehört.

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