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Mülheimer CDU-Ratsmitglieder wollen neben Frauenschwimmen auch Männerschwimmen

27.08.2012 | 18:35 Uhr
Mülheimer CDU-Ratsmitglieder wollen neben Frauenschwimmen auch Männerschwimmen
Das Wennmann-Bad stünde an den Tagen mit Frauenschwimmen den Männern zur Verfügung. Foto: Kerstin Bögeholz

Mülheim.   An einem Samstagvormittag im Monat ist im Mülheimer Südbad Frauenschwimmen; Männer sind zu dieser Zeit nicht zugelassen. Zwei CDU-Ratsmitglieder sehen darin eine Diskriminierung. Sie wollen ein ähnliches Angebot für Männer.

Braucht Mülheim ein Schwimm-Angebot speziell für Männer? Eindeutig ja, sagen die CDU-Ratsvertreter Annegret Bender und Frank Wagner und sehen in der jetzigen Regelung mit einem gesonderten Frauen-Schwimmtag den klaren Tatbestand von Diskriminierung. Beim Mülheimer Sport-Service (MSS), der die Badeangebote in der Stadt erstellt, ruft dies Kopfschütteln hervor.

Vor einem halben Jahr hatte der Sport-Service das Frauenschwimmen wieder aufleben lassen. Einmal im Monat, am Samstagvormittag, dürfen im Südbad nur Frauen ihre Bahnen ziehen. „Wir wollen mit diesem Angebot erreichen, dass auch jene Frauen, die aus kulturellen, traditionellen oder gesundheitlichen Gründen nicht mit Männern ein Bad besuchen möchten, zumindest einmal im Monat die Chance zum Schwimmen erhalten“, sagt Amtsleiterin Martina Ellerwald und sieht sich durch die Zahlen bestätigt: Nach Angaben des Sportamtes haben an den fünf Frauenschwimm -Terminen bis Juli des Jahres zwischen 40 und 99 Mülheimerinnen das Angebot genutzt, im Schnitt also 66 weibliche Badegäste. Zum Vergleich: An den anderen Samstagvormittagen besuchten zwischen 79 und 122 Badegäste, im Schnitt also 92, das Südbad.

Absolut unbefriedigend

Gerade nach diesen Zahlen fordern die beiden CDU-Ratsmitglieder die Sportbetriebe nachdrücklich dazu auf, unter Beachtung des Gleichbehandlungs- und Antidiskriminierungs-Grundsatzes auch ein spezielles und gleich begründetes Schwimmangebot für Männer zu machen. „Die Argumente für das Frauenschwimmen, zum Beispiel für Frauen mit Behinderungen, müssen konsequenterweise auch für die Männer gelten“, so Frank Wagner und Annegret Bender.

Die jetzige Regelung für das Frauenschwimmen bezeichnen sie als absolut unbefriedigend. „Allein die Tatsache, dass an einem Samstag viereinhalb Stunden lang die männlichen Schwimmer, sowohl ein Vater mit seinem Kind, als auch ein Rentner, der sich fit halten möchte, Schwimmverbot erhalten, ist ein klarer Diskriminierungstatbestand.“ Ihr Vorschlag: Ein spezielles Männerschwimmen ebenfalls an den bisher ausschließlich für Frauen reservierten Samstagvormittagen müsse her.

Alternative in Heißen

Martina Ellerwald sieht den Bedarf nicht. „Das Frauen-Schwimmen gab es schon früher in Mülheim. Wir haben es auf Wunsch vieler wieder eingeführt. Den Männern ist es in den wenigen Stunden zumutbar, ins Friedrich-Wennmann-Bad nach Heißen zu fahren.“ Von einem Schwimmverbot könne daher keine Rede sein.

Katja Geißenhöner, Sprecherin der Grünen für Gleichstellungspolitik, sieht es ähnlich wie die Amtsleiterin, verweist auf die Tradition und darauf, dass es eben viele Frauen gebe, die aus verschiedenen Gründen nicht neben Männern schwimmen möchten. Sollten Männer sich dadurch tatsächlich benachteiligt fühlen, sollte man auch darauf reagieren.

Für sie gibt es weitere Bereiche, wo eine Geschlechterdifferenzierung Sinn mache, aber es nicht gleichzeitig zu einer Benachteiligung kommen müsse. So sieht Geißenhöner etwa durchaus den Bedarf neben einem „Girls’ Day“ auch stets einen „Boys’ Day“ anzubieten, um beide Geschlechter auf unterschiedliche Weise für die Berufsauswahl zu fördern. Oder: In Lehr- und Erziehungsberufen dominiere eindeutig das weibliche Geschlecht. „Auch hier sollten wir uns fragen, wie wir mehr Männer für diese Berufe gewinnen könnten.“

Andreas Heinrich



Kommentare
29.08.2012
14:30
Mülheimer CDU-Ratsmitglieder wollen neben Frauenschwimmen auch Männerschwimmen
von fionasanders | #29

Wann kommt dann das pubertäre Teenie-Schwimmen?
Wann dürfen nur die Rentner ihr Badezeug bekommen?
Wann darf ich meinen Hund mit ins Wasser nehmen?
Warum tut MH sich das an?
Macht doch bitte einfach längere Öffnungszeiten für ALLE

29.08.2012
13:35
Würde eine abgesperrte Bahn nur für Frauen nicht genügen?
von wutmuelheimer | #28

das könnte sogar öfter realisert werden und die Männer könnten auch schwimmen. Es geht aber nicht ums gemeinsame Schwimmen, sondern um die "üblen" Blickmöglichkeiten der Männer. Sollen sich doch die Andersgläubigen wie früher alle (so um 1900 herum) komplett eingekleidet lassen und eine Badekape aufsetzen statt Kopftuch.

28.08.2012
18:00
Mülheimer CDU-Ratsmitglieder wollen neben Frauenschwimmen auch Männerschwimmen
von seew1 | #27

Unsensibler gehen einige Kommentare wohl nicht. Es ist gut und sinnvoll, daß Frauen sagen können, daß sie nicht mit Männern gemeinam schwimmen wollen. Falls das Männern ähnlich gehen sollte (woran ich zweifele), sollte es auch für die getrennte Schwimmstunden geben. Wo ist das Probem?

1 Antwort
Mülheimer CDU-Ratsmitglieder wollen neben Frauenschwimmen auch Männerschwimmen
von Otto99 | #27-1

Genau das fordern ja die Ratsmitglieder.

28.08.2012
17:54
Mülheimer CDU-Ratsmitglieder wollen neben Frauenschwimmen auch Männerschwimmen
von wohlzufrieden | #26

Klar ist die CDU für Wassersport, wo Frau Merkel definitiv das alternativ lose Rückwärts rudern meisterlich beherrscht...

28.08.2012
17:18
Mülheimer CDU-Ratsmitglieder wollen neben Frauenschwimmen auch Männerschwimmen
von Wittrockina | #25

Frauen-Badetag o.k. Weil man sehen kann wohin es führt, wenn Männer sich ständig Bemerkungen über ihren Hintern und ihr Geschlechtsteil anhören müssen: sie greifen zur männlichen Version des Burkinis, diesen knielangen schlabbernden Badehosen. Da ist es besser wenn diese bösen Frauen, die nicht kapieren wollen, dass die Freiheit des einzelnen da aufhört, wo die Freiheit eines anderen beginnt, von Menschen, welche andere einfach so akzeptieren wie sie sind, getrennt werden und ihren eigenen Badetag bekommen.

28.08.2012
16:23
Mülheimer CDU-Ratsmitglieder wollen neben Frauenschwimmen auch Männerschwimmen
von Peter1208 | #24

ist man gut das unsere Stadtpolitiker keine anderen Sorgen haben, kein Wunder das immer weniger zur Wahl gehen

28.08.2012
14:38
Besser wäre eine Therapie
von stefanw2468 | #23

Ich sehe hier eher therapeutischen Bedarf als den, Frauen, die Angst vor angeblichen Männerblicken haben, eine Extrawurst zu braten. Die Sache dient wohl eher dazu, dass eine Frauenbeauftragte (den im Ergebnis unrichtigen Begriff "Gleichstellungsbeauftragte" vermeide ich) mal wieder einen "Sieg" im Aktenordner abheften kann. Ich finde es armselig.

Dass die ganze Geschichte verbrämt den türkischen Frauen zuliebe beschlossen wurde, will ich nicht glauben. Wie man an manchen Kommentren liest, wird diesen Frauen damit ja eher Schaden zugefügt: Wer eine Gruppe ungerechtfertigt bevorzugt, setzt sie auf Dauer Anfeindungen aus. Auch das sollte man dabei bedenken.

28.08.2012
14:12
Mülheimer CDU-Ratsmitglieder wollen neben Frauenschwimmen auch Männerschwimmen
von roadrunner1 | #22

Neudeutsch nennt man das wohl "Cherry Picking". Oder böser: Einige sind gleicher als andere.

Gerne hätte ich eine Erläuterung zu (2. Absatz): "...gesundheitlichen Gründen...." Was sind das für Gründe? Gibt es Männer mit dem Todesatem, der nur auf Frauen wirkt oder speziellen Männer-Anti-Frauen-Viren?

28.08.2012
14:06
Mülheimer CDU-Ratsmitglieder wollen neben Frauenschwimmen auch Männerschwimmen
von eisenkopf | #21

Ich verstehe die Grünin nicht. Wo ist denn der Einsatz für Gender Mainstreaming geblieben?

28.08.2012
13:49
Mülheimer CDU-Ratsmitglieder wollen neben Frauenschwimmen auch Männerschwimmen
von ChantalGross | #20

Es gibt kein Schwimmverbot für Männer weil die Männer ein anderes Hallenbad nutzen können.

Was ist denn wenn ein Migrant, weil er ein Migrant ist, an einer Discopforte abgewiesen wird, mit dem Hinweis das es in der betreffenden Stadt noch andere Discos gibt.. Ist das dann keine Diskriminierung mehr?

2 Antworten
Mülheimer CDU-Ratsmitglieder wollen neben Frauenschwimmen auch Männerschwimmen
von fuffzigpfennig | #20-1

Das ist Hausrecht! Sie müssen den Migranten ja auch nicht in ihre Wohnung lassen. Ein Schwimmbad ist aber eine öffentliche Einrichtung, aus der weder Migranten noch Männer einfach ausgeschlossen werden können.

Mülheimer CDU-Ratsmitglieder wollen neben Frauenschwimmen auch Männerschwimmen
von Otto99 | #20-2

Das ist genauso sch..., ist aber kein Argument für Frauenbadetage.

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