Mülheimer Broschüre bietet wichtige Tipps

Flüchtlingsreferentin Annette Faßbender und Superintendent Helmut Hitzbleck
Flüchtlingsreferentin Annette Faßbender und Superintendent Helmut Hitzbleck
Foto: Michael Dahlke
Was wir bereits wissen
Seit 35 Jahren besteht das Flüchtlingsreferat des Kirchenkreises an der Ruhr – einen besonderen Wunsch durfte sich zu diesem Anlass die Referatsleiterin, Annette Faßbender, erfüllen: Die Din A 4 Broschüre „Flüchtlinge in Mülheim“ für ehrenamtliche Unterstützer ist nun erschienen, ein Leitfaden für Menschen, die am Wohl der Fremden interessiert sind.

Mülheim.. Seit 35 Jahren gibt es das Flüchtlingsreferat des Kirchenkreises an der Ruhr – einen besonderen Wunsch durfte sich zu diesem Anlass die langjährige Referatsleiterin, Annette Faßbender, erfüllen: Die Din A 4 Broschüre „Flüchtlinge in Mülheim“ für ehrenamtliche Unterstützer ist nun erschienen, ein Leitfaden für Menschen, die am Wohl der Fremden interessiert sind, die in großer Anzahl auch Zuflucht in der Ruhrstadt suchen.

Da geht es um Begrifflichkeiten, die gleich zu Anfang geklärt werden, oder um die Beantwortung wichtiger Fragen, die Annette Faßbender im Laufe der Jahre immer wieder gehört hat: Wie ist die aktuelle Asylbewerber-Gesetzgebung, wie die Situation in den Herkunftsländern, wie umgehe ich Stolpersteine in der Kommunikation?

30 Anfragen pro Woche

„Es gibt in Mülheim viele Menschen, die sich engagieren. Ich finde es wichtig, ihnen etwas an die Hand zu geben“, so Faßbender, die jede Woche rund 30 Anfragen von Ratsuchenden erhält.

Die Flüchtlinge müssten auf vielen Gängen und zu vielen Ämtern begleitet werden. Sie versuche, sich auf die, für das Asylverfahren besonders wichtige, Anhörung zu fokussieren, habe keine Kapazitäten, zu allen Ämtern mitzugehen. Da seien die praktischen Hilfestellungen, Links und Verweise für ehrenamtliche Helfer sicher eine große Hilfe, ist sich Faßbender sicher, die seit 27 Jahren das Flüchtlingsreferat leitet und eng vernetzt mit den zuständigen Ämtern zusammen arbeitet. „Die Broschüre ist auch dazu da, Verunsicherung vorzubeugen“, so Faßbender. Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe ließen sich auf neue Beziehungen ein, seien aber oftmals frustriert, wenn sie an Grenzen stießen, so Faßbender. Mit den Informationen wolle man ihnen den Rücken stärken.

Superintendent Helmut Hitzbleck fügt hinzu: Flüchtlingsfragen seien immer Thema im Kirchkreis gewesen. Vor rund 25 Jahren sei es durch erste große Flüchtlingswellen zur Notwendigkeit geworden. Erste Containeranlagen habe es damals in nahezu allen Stadtteilen gegeben. „Damals waren wir noch unerprobt im Umgang mit Flüchtlingen unterschiedlicher Herkunft“, so Hitzbleck. Heute gebe es viel Engagement in Mülheim, regelmäßige Begegnungstreffen im Gemeindezentrum der Styrumer Lukaskirchengemeinde, Albertstraße, wie der dienstägliche Bistro-Abend oder das vierzehntägige samstägliche „Welcome-Meeting“ von Mülheimern mit Flüchtlingen – erneut am kommenden 21. Februar von 15 bis 17 Uhr. „Da wächst was – durch das gemeinsame Tun, wie Memory-Spielen, ist es ganz unverkrampft“, freut sich Faßbender.