Mülheimer Bebauungsplan für Café del Sol steht

Das Café del Sol sieht stets identisch aus. Auch das Mülheimer Gebäude soll im Stil einer Südstaatenvilla errichtet werden.
Das Café del Sol sieht stets identisch aus. Auch das Mülheimer Gebäude soll im Stil einer Südstaatenvilla errichtet werden.
Foto: IKZ
Was wir bereits wissen
Seit 2008 hat eine Hildesheimer Gastronomiekette das Areal an der Oberheidstraße (Ecke Aktienstraße) im Auge. Im August geht der Bebauungsplan in die politischen Gremien.

Mülheim.. Sieben Jahre ist es her, dass die Gastro & Soul Gesellschaft aus Hildesheim erstmals Interesse bekundete, an der Oberheidstraße Ecke Aktienstraße eine ihrer Restaurantfilialen zu eröffnen. Nun sieht es so aus, als würde der Baustart in greifbare Nähe rücken: Der Bebauungsplan steht. Das städtische Planungsamt will dessen Offenlagebeschluss ab Mitte August in die politischen Gremien einbringen.

Derzeit steuert nur die MVG das Areal an, das in Dümpten direkt an der A40-Anschlussstelle Winkhausen liegt: Auf dem Gelände zwischen der Straßenbahnschleife und einer Tennishalle soll ein Café del Sol entstehen. Das systemgastronomische Restaurant soll 250 Plätze drinnen und weitere 200 außen auf einer Holzveranda bieten. Das Aussehen des Gebäudes im Stil einer Südstaatenvilla ist bei allen Filialen identisch.

Für Diskussionen sorgte in Mülheim vielmehr die Gestaltung der Außenanlage, sollen doch die dort stehenden Bäume gefällt werden, um freie Sicht auf das Café del Sol zu ermöglichen. Bei einer Bürgerversammlung im vergangenen Juli prallten zwei Sichtweisen aufeinander: Die meisten Anwesenden sahen in dem Wäldchen zwar eine „überwucherte Dreckecke“, doch es gab auch Stimmen, die es „erhaltenswertes Grün“ nannten.

Zwei Drittel der Bäume sollen gefällt werden

„Die geäußerten Bedenken haben wir berücksichtigt“, betont Felix Blasch, Chef der städtischen Bauleitplanung, mit Blick auf den Bebauungsplan, der einen „landschaftspflegerischen Begleitplan“ umfasst. Rund zwei Drittel der Bäume auf dem Areal sollen demnach gefällt werden. Nur zur Autobahn hin bleibt zusammenhängendes Grün stehen. Ansonsten spricht Felix Blasch von „einzelnen Bäumen“ sowie einer Gestaltung mit Grün und Büschen. „Auch für die MVG ist es besser, wenn das offener gestaltet ist“, ist er überzeugt. Ausgleichs- und Ersatzpflanzungen sind vorgesehen. Auf der gegenüberliegenden Seite der Oberheidstraße sollen zwei bestehende Waldflächen verbunden werden.

Viele Dümptener begrüßen die Pläne, weiß Anne Lüllau vom Bürgerverein des Stadtteils: „Alle, die ich gesprochen habe, finden das wunderbar.“ Ein „Lokal, das ganztägig geöffnet hat und wo man mit Kindern hin kann“, sei eine Bereicherung für den Stadtteil. Auch Bernd Bellenbaum als Vorsitzender der Werbegemeinschaft Wir im Königreich findet erstmal, dass „jeder Betrieb eine Bereicherung ist“. Zwar räumt er mit Blick auf den Heifeskamp ein: „Es gibt immer Geschäfte, die darunter leiden“. Aber: „Jedes Auto, das von der Autobahn abfährt, muss irgendwie durch unseren Stadtteil.“ Davon könnten andere profitieren.

Doch zuerst muss der Bebauungsplan ausgelegt werden, damit jeder Interessierte ihn einsehen und vielleicht abermals Bedenken äußern kann. Die Weichen dazu sollen in den nächsten Sitzungen der Bezirksvertretung am 13. August und des Planungsausschuss am 25. August gestellt werden.