Mülheimer Ärzte informieren über die Bauchspeicheldrüse

Ein Eingriff ist oft unumgänglich: Jährlich werden etwa 80 der bis zu 400 Pankreas-Patienten operiert.
Ein Eingriff ist oft unumgänglich: Jährlich werden etwa 80 der bis zu 400 Pankreas-Patienten operiert.
Foto: WAZ FotoPool
Symptome für eine erkrankte Bauchspeicheldrüse können Rückenschmerzen oder auch unspezifische Bauchschmerzen sein. Ärzte raten, solche Beschwerden abklären zu lassen.

MÜlheim.. Bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse ist ein Tumorleiden besonders gefürchtet. Umso wichtiger ist es, eine mögliche bösartige Erkrankung dieser Drüse, die für die Produktion von Verdauungsenzymen zuständig ist und mit der Insulinproduktion den Blutzuckerspiegel regelt, medizinisch abklären zu lassen. Damit im Fall der Fälle frühzeitig chirurgisch oder medikamentös eingegriffen werden kann.

Am kommenden Samstag, 30. Mai, veranstaltet das Evangelische Krankenhaus (EKM), an dem es seit 2011 ein zertifiziertes Pankreaskarzinomzentrum (PKZ) gibt (Pankreas ist das griechische Wort für Bauchspeicheldrüse) eine Patientenveranstaltung rund um diese wichtige Drüse. Die Chefärzte Prof. Dr. Heinz-Jochen Gassel (Chirurgie) und PD Dr. Philip Hilgard (Innere Medizin) wollen vor allem die Sensibilität der Patienten für Schmerzen im Oberbauch wecken.

Rauchen und Alkohol sind Risikofaktoren

Dort, zwischen Magen, Zwölffingerdarm, Milz, Leber liegt die ca. 15 cm lange, fünf cm breite und 2 bis 3 cm dicke Drüse. Symptome für eine erkrankte Bauchspeicheldrüse können Rückenschmerzen, und/oder auch unspezifische Bauchschmerzen sein, erklärt Gassel. „Unspezifisch heißt, die Schmerzen treten unterschiedlich auf, was ihre Stärke und den Zeitpunkt angeht, sie sind auch Nahrungsunabhängig.“

Es gibt eine genetische Veranlagung, also eine familiäre Häufung, für Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, aber man kann auch selbst etwas tun, oder besser – lassen, damit sie nicht leidet. „Rauchen und hochprozentiger Alkohol sind Risikofaktoren“, erklärt Prof. Gassel. Zystische Veränderungen an der Bauchspeicheldrüse zeigen die gleichen Symptome wie ein Tumorleiden und können unbehandelt in Krebs übergehen, erläutert der Chirurg. „Diese müssen beobachtet und eventuell punktiert oder operiert werden.“

Gallensteine oder zu viel Alkoholkonsum

Vor einem solchen Eingriff kann mittels der so genannten Endosonografie, einer Ultraschalluntersuchung, die von innen, also vom Magen her, durchgeführt wird, die Drüse genauer untersucht werden. Dieses Verfahren wird am Samstag Privatdozent Dr. Hilgard erklären, der auch auf weitere Fortschritte in der Diagnostik von Bauchspeicheldrüsenerkrankungen eingeht. Bei Tumoren ist eine Operation an der Bauchspeicheldrüse oft unumgänglich, erklärt Prof. Gassel.

Jährlich werden etwa 80 der bis zu 400 Patienten am Pankreaskarzinomzentrum am EKM operiert. Eine Chemotherapie folgt danach, um eine Wiederkehr der Tumorzellen zu verhindern. Zu diesem Thema wird ein Onkologe, Oberarzt Dr. Jan Balleisen, am Samstag Fragen beantworten. Eine chronische Pankreatitis, also eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse kann etwa durch Gallensteine oder zuviel Alkoholkonsum verursacht werden – auch dieses Leiden und seine Behandlung werden die Ärzte am Samstag beim „Treff um 11“ im EKM ansprechen.

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