Mülheim will Grüne Welle flotter machen

Blick auf die Kaiserstraße
Blick auf die Kaiserstraße
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Eine Expertenrunde will den Verkehrsfluss in Mülheim beschleunigen und dazu die Grüne Welle optimieren. Verkehrsplaner setzten erste Maßnahmen um.

Mülheim.. Sehen die Autofahrer zu viel Rot in Mülheim? Im Rahmen des Leitbildprozesses, bei dem es darum geht, Schwächen in Mülheim zu beheben und Stärken auszubauen, hat jetzt eine Expertenrunde ein Papier mit weiteren Vorschlägen zur Grünen Welle vorgelegt. Die Verkehrsplaner greifen die Vorschläge auf und sehen punktuell Möglichkeiten, den Verkehrsfluss in der Stadt weiter zu verbessern.

Als Problemzonen hat die Fachgruppe, in der unter anderem Polizei, Verkehrswacht, ADAC, Via Verkehrsgesellschaft und Verkehrsplaner vertreten waren, folgende Strecken ausgemacht:


1. Duisburger Straße – Schloßbrücke – Dickswall
2. Mannesmannallee – Mellinghofer-Straße --Eppinghofer-Straße
3. Zeppelinstraße – Werdener Weg, Kaiserstraße
4. Konrad-Adenauer-Brücke – Tourainer-Ring – Dickswall
5. Oberhausener Straße – Friedrich-Eber-Straße
5. Aktienstraße
6. Straßburger Allee – Düsseldorfer Straße – Kassenberg – Ruhrufer.

Ausgebremst an Haltestellen

Kurz- bis mittelfristig, sagt Verkehrsplaner Christof Löchteken, ließe sich die Situation zwischen Oppspring-Kreuzung und Kaiserplatz durch eine Grüne Welle verbessern. „Die Maßnahme ließe sich im Zuge der Erneuerung Werdener Weg und der anstehenden Baumaßnahmen des ÖPNV auf der Strecke durchführen.“

Mittel- bis langfristig soll eine Verbesserung der Grünen Welle auf der Aktienstraße ermöglicht werden, wo derzeit die Autofahrer durch die ÖPNV-Haltestellen regelmäßig „ausgebremst“ werden. Auf der Strecke werden die Haltestellen umgebaut, dabei ließe sich die Unterbrechung der Grünen Welle durch den ÖPNV beseitigen.

Auf der Strecke Straßburger Allee über den Kassenberg zum Ruhrufer kommt es insbesondere nachmittags zu hohen Verkehrsbelastungen mit deutlich reduzierten Fahrgeschwindigkeiten. Die Folge: Die Grüne Welle erleben dort sehr viele Autofahrer nicht mehr. „Durch ein spezielles Programm lässt sich aus Sicht der Stadtplaner gerade in den Spitzenzeiten die Grüne Welle verbessern. „Wir würden dazu in den Berechnungen für die Signalanlagen die geringeren Fahrgeschwindigkeiten eingeben.“

Verbesserung des Verkehrsflusses

Doch auch das kostet einige Tausend Euro. Überhaupt wird es die Grüne Welle an keiner Stelle zum Nulltarif geben. Für größere Umbauten, so die Stadt, fehle ohnehin das Geld. „Und Grüne Welle“, betont Löchteken, „bedeutet nicht, dass auch alle immer bei Grün fahren können, sondern nur, dass die Mehrzahl der Fahrzeuge durchfahren kann.“ Je nach Verkehrsaufkommen an den Einmündungen kommt es zu Verzögerungen.

Im Bereich Duisburger Straße über Schloßbrücke zum Dickswall sei die Grüne Welle bereits verbessert worden, heißt es, indem die Bevorzugung des ÖPNV auf der Strecke reduziert worden sei. Und eine Verbesserung des Verkehrsflusses stellten die Fachleute auf der Verbindung Konrad-Adenauer-Brücke-Tourainer Ring durch die städtebauliche Umgestaltung fest.