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Autohof Kaiserberg

Mülheim fürchtet Ausdehnung des Duisburger Rotlicht-Milieus

19.01.2010 | 11:59 Uhr
Mülheim fürchtet Ausdehnung des Duisburger Rotlicht-Milieus

Mülheim/Duisburg. Seit Monaten kämpft eine Mülheimer Bürgerinitiative gegen den geplanten Autohof am Kaiserberg. Die Befürchtung: Der Komplex mit Hotel und Spielsalon könne Prostituierte vom nahen Duisburger Straßenstrich anziehen. Die Stadt Mülheim indes sieht Vorteile für die Wirtschaft.

Kreuz Kaiserberg: Rechts am „Spagettiknoten” ist seit Jahren ein umstrittener Autohof geplant. Foto: Friedhelm Geinowski

„Das Duisburger Rotlichtmilieu dehnt sich nach Speldorf aus”, warnt Reinhard Machowinski. Seit neun Monaten kämpft er mit anderen Anwohnern in der Bürgerinitiative „Mogelpackung Autohof Kaiserberg” gegen den Bau des Geländes mit Hotel, Parkplätzen, Tankstelle und eben einem Spielecenter, dessen Zufahrtsstraße in Speldorf liegen soll. Er vermutet, die Stadt Duisburg habe in ihrem „Vergnügungsstättenkonzept" einen Schwerpunkt auf den Spielsalon gelegt. Nun fürchtet Machowinski, dass ein Autohof samt Spielsalon auch Prostituierte vom nahen Duisburger Straßenstrich anziehen könnte.

Vertreter der Mülheimer Verwaltung weisen jegliche Vermutungen zurück. Bernd Otto, stellvertretender Ordnungsamtsleiter, weiß von der Beschwerde zum Rotlichtmilieu. Sie sei nur auf Duisburg bezogen gewesen – daher habe man das Schreiben weitergeleitet.

"Entscheidend ist die Mischung"

Im Zweifelsfall werde Mülheim die befürchtete Verlagerung überprüfen, momentan sieht Otto keinen Anlass. „Die Planung liegt in Duisburg”, bestätigt Klaus Beisiegel, Referent im Dezernat Umwelt, Planen, Bauen. „Entscheidend für uns ist die vernünftige Mischung.” Nichts spreche gegen einen Autohof mit Aufenthalts- und Verpflegungsmöglichkeiten – ein Spielsalon gehöre für viele dazu. Nur solle er nicht im Mittelpunkt stehen.

„In Mülheim gibt es kein Vergnügungsstättenkonzept, wohl aber eines für Spielhallen”, so Beisiegel. „In der Innenstadt soll es keine Spielcasinos geben.” Ein Platz außerhalb sei besser geeignet.

Noch nicht rechtskräftig

Die Baupläne für den Autohof sind noch nicht rechtskräftig, ergänzt Rolf Hornbostel aus dem Baudezernat. Für den 4. Februar sei eine Sitzung geplant, in der Duisburg Mülheim auf den neuesten Stand bringen soll. Der Stadtplaner sieht mit dem Autohof Vorteile für die Wirtschaft – und eine Lösung für das Park-Problem. Der Spielsalon sei nur ein kleiner Teil – „nichts, was Speldorf beunruhigen wird”.

Caroline Uschmann

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