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Mülheim drückt Hockeyspielern in London die Daumen

10.08.2012 | 20:00 Uhr
Mülheim drückt Hockeyspielern in London die Daumen
Sven Meinhardt (r.) bejubelt mit Kapitän Volker Fried 1992 in Barcelona den Olympiasieg.Foto: imago/WEREK

Mülheim. Hockey-Olympiafinale London 2012 – Mülheim schaut zu und drückt die Daumen. Am Samstag ab 21 Uhr MESZ greifen Thilo Stralkowski und Jan Philipp Rabente vom traditionsreichen Bundesligisten HTC Uhlenhorst im Match gegen die Niederlande nach Gold. Vor dem Fernseher fiebert dann Sven Meinhardt mit. Der 40-Jährige ist einer aus dem Uhlenhorster Quartett, das 1992 in Barcelona den Olympiasieg errang. Er kennt das Gefühl, wenn der Schlusspfiff ertönt und alle Dämme brechen.

„Der Olympiasieg ist das Größte, was ein Sportler in seinem Leben erreichen kann. Ich gönne es unseren beiden Spielern von ganzem Herzen, dass sie am Samstag die Goldmedaille um den Hals gehängt bekommen. Es ist aber auch total super, dass sie Silber bereits in der Tasche haben“, sagt Meinhardt, der gerade frisch am Knie operiert worden ist und zum Trost ein paar Tage lang die geliebten Olympia-Übertragungen im Fernsehen ungestört genießen konnte („Mittlerweile bin ich schon ein bisschen satt, aber die Flimmerkiste läuft trotzdem den ganzen Tag!“).

Unvergessliche Momente

Rückblick auf Barcelona 1992: Deutschland startet mit dem Uhlen-Quartett Sven Meinhardt, Andreas Becker, Carsten Fischer und Jan-Peter Tewes als Top-Favorit ins Turnier. Das Halbfinale gegen Pakistan entwickelt sich zum Krimi. 2:1 gewinnen die Deutschen nach Verlängerung. Im Finale schießt der Gladbacher Michael Hilgers das Team von Paul Lissek gegen Australien (2:1) vor 8000 Fans im Stadion von Terrassa zum Olympiasieg.

Unvergessene Momente für die Familie Meinhardt: Mutter Sigrid, Vater Jörg und Bruder Björn fieberten auf der Tribüne mit dem damals 20-jährigen Sven, der in allen sieben Turnierspielen eingesetzt worden ist, mit. Zu Hause vor dem Fernseher drückten die Großeltern Gerda und Werner Pfeiffer die Daumen. Abpfiff! Olympiasieg! Die Party konnte beginnen. Meinhardt: „Wir haben damals das Deutsche Haus auseinandergenommen und in einer Disko Stage-Diving von den Boxen gemacht. Das waren zwei fantastische Tage, die ich nie vergessen werde.“

Als die Uhlenhorster Olympiastars auf der heimischen Anlage von den Mitgliedern empfangen wurden, bildeten die kleinsten Nachwuchsspieler des Vereins mit Hockeyschlägern ein Spalier. Darunter waren die fünfjährigen Thilo und Jan Philipp. Ob sie schon damals von der Goldmedaille träumten?

20 Jahre nach dem Triumph in Barcelona haben sie als erste Mülheimer nun wieder die Chance, das olympische Turnier zu gewinnen. „Jungs, nicht nervös werden! Ihr habt schon sehr viel erreicht. Die Goldmedaille wäre noch das I-Tüpfelchen“, ruft Sven Meinhardt den beiden aktuellen Uhlenhorster Nationalspielern zu.

Der Olympiasieger von damals, der heute – wie er selbst sagt – ein „zufriedenes Augenoptiker-Leben mit Freundin Karo“ führt, schaut sich das Hockeyfinale am Samstagabend in einem ganz besonderen Kreis an. „Ich bin eingeladen zu einer privaten 92er-Revival-Party bei Peggy Langer am Kassenberg. 45 Leute sollen kommen. Darunter sind die KHTC-Fans, die uns damals vor Ort unterstützt haben. Leider können die anderen drei nicht – Calle hat Dienst, JaPe ist gerade Vater geworden und Arnold ist noch auf Mallorca“, sagt „Meini“. Die Vorfreude wird bei ihm immer größer. Jetzt nur nicht nervös werden.

Marcus Lemke



Kommentare
11.08.2012
12:55
Deutschland, Deutschland unter alles!
von wohlzufrieden | #1

Nur ganz allgemein: Sonst waren die deutschen doch immer (angeblich) die größten. Jetzt, nach der Blamage der WM, dem Grotten- schlechten Abschneiden bei der EM, und nach dem jetzigen Goldmedaillen-Spiegel auf Hartz IV Niveau ist alles auf einmal nur ein Spiel und nur haaalb so schlimm. Aber das kommt eben davon wenn, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, Spiele, und es sind nichts als Spiele, zu Ereignissen hoch gepuscht werden, die sich Anmaßen der Mondlandung gleichkommen zu wollen. Kommt doch mal alle wieder auf den Teppich, und spielt der Freude wegen, und nicht um Millionär zu werden, oder jede Menge Werbeverträge zu "gewinnen" Habe die Ehre!

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