Mit Wut im Bauch
19.02.2008 | 18:32 Uhr 2008-02-19T18:32:00+0100Der Wind weht ihnen ins Gesicht. Dennoch haben am Dienstag etwa 400 Mitarbeiter ihre warmen Amtssuben verlassen, um mit einem Protestzug durch die City und einer Kundgebung auf dem Kurt-Schumacher-Platz für acht Prozent mehr Lohn zu demonstrieren.
Zum Warnstreik aufgerufen waren rund 2200 Mitarbeiter aus den Verwaltungsämtern, der technischen Verwaltung sowie den städtischen Bauhöfen. Kaffee und Wut im Bauch sorgen bei den warnstreikenden Mitgliedern der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für die nötige innere Wärme. Rasseln und Trillerpfeifen unterstützen die Argumente der Kundgebungsredner. „Das geht voll und ganz in Ordnung, weil alles teurer wird”, kommentiert Verdi-Mitglied Martina Bohn die Tarifforderungen. Dem Arbeitgeberangebot, Lohnerhöhungen mit einer Arbeitszeitverlängerung zu verbinden, kann Petra Zinkann aus dem Bürgeramt nichts abgewinnen.„Das wäre defacto eine Nullrunde und würde massenhafte Stelleneinsparungen mit sich bringen”, befürchtet sie. „Das wäre am Ende noch nicht mal ein Inflationsausgleich”, meint Schulhausmeisterin Hannelore Grünwald mit Blick auf das aktuelle Arbeitgeberangebot. Und Verdi-Mitglied Manfred Mühlenkamp verweist auf die zuletzt um 6,6 Prozent gestiegenen Großhandelspreise für Lebensmittel. „Im Hintergrund gibt es auch vernünftige Arbeitgeber, die einsehen, dass man ein ehrliches Angebot machen muss und die Kollegen es verdient haben, etwas mehr zu kommen. Aber an der Spitze bewegt sich derzeit nichts”, berichtet MEG-Mitarbeiterin Rinja Rappold aus der Tarif- und Verhandlungskommission. „Die fünf Prozent der Arbeitgeber muss man lange suchen”, sagt die Verdi-Frau über das Lohnerhöhungsangebot der öffentlichen Arbeitgeber. Tatsächlich gehe es um 2,5 Prozent mehr für 2008 und ein Plus von 0,4 Prozent in 2009. Außerdem wollten die Arbeitgeber pro Jahr 0,5 Prozent mehr in einen Topf für Leistungsprämien einzahlen. Davon profitierten aber nicht alle Beschäftigten. Dass acht Prozent mehr Lohn für den öffentlichen Dienst eine moderate Forderung sind, machen Verdi-Fachsekretärin Martina Neubner und Bezirksvorsitzender Dieter Schäfer mit dem Hinweis auf die zuletzt um 9,4 Prozent erhöhten Diäten der Bundestagsabgeordneten und die durchschnittlich um 23,3 Prozent gestiegenen Bezüge der Dax-Unternehmensvorstände deutlich.

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