Mit Sport an die Spitze
02.06.2009 | 16:55 Uhr 2009-06-02T16:55:00+0200
Drei Mülheimer Abiturienten des Jahrgangs 2008 wurden mit der Willibald-Gebhardt-Medaille ausgezeichnet
Drei Mülheimern wurde im Schloss Borbeck die Willibald-Gebhardt-Medaille für besondere wissenschaftliche und sportliche Leistungen verliehen. Die Auszeichnung, die von der Willibald-Gebhardt-Stiftung (WGS) zum zweiten Mal vorgeben wurde, ehrt jeweils einen weiblichen und einen männlichen Vertreter seines Abiturjahrgangs, der das Leistungsfach Sport gewählt und in seinem Regierungsbezirk die beste Abiturdurchschnittsnote erzielt hat.
Als beste Abiturientin des Jahres 2008 im Regierungsbezirk Düsseldorf wurde Judith Poggi vom Gymnasium Broich mit einer Durchschnittsnote von 1,1 geehrt. Die Medaille für den besten Abiturienten wurde zweimal vergeben. Joshua Grodotzki (Otto-Pankok-Schule) und Tobias Däsler (Gymnasium Heißen) bestanden das Abitur mit der Durchschnittsnote 1,3.
Die Medaillenträger trafen die Entscheidung, Sport als Leistungskurs zu wählen, aus unterschiedlichen Gründen. „Sport war schon immer mein Lieblingsfach und auch die Theorie hat mich interessiert”, begründet Tobias Däsler seine Wahl. Der Heißener belegte einen Kooperations-Leistungskurs an der Karl-Ziegler-Schule. Den parallelen Kooperationskurs an der Luisenschule besuchten Judith Poggi und Joshua Grodotzki. Die ehemalige Schülerin des Gymnasium Broich hatte in der 11. Klasse ein halbes Jahr in Kansas verbracht und wollte einen Neustart versuchen. Sie wählte das Fach Sport und meldete sich gleichzeitig in einem Leichtathletikverein an. „So konnte ich Schule und Freizeit super verbinden”, sagt die 20-Jährige.
Joshua Grodotzki hatte von älteren Schülern in seinem Leichtathletikverein erfahren, dass der Sport LK um Längen besser sei als andere Leistungskurse. Dieser Ratschlag seiner Freunde sollte sich bestätigen. „Das Gruppengefühl ist viel stärker, wenn man zusammen Sport treibt”, bekräftigt Joshua und fügt hinzu: „Das absolute Highlight war der Sieg beim Drachenboot-rennen.” Dies bejaht auch Judith Poggi: „Wir waren eine gute Gemeinschaft.” Beim Mülheimer Drachenbootfestival 2007 belegte der Sportleistungskurs, der aus Schülern von drei verschiedenen Mülheimer Gymnasien bestand, unter dem Namen „Flotter Dreier” den ersten Platz.
Die drei Mülheimer studieren zurzeit im zweiten Semester an verschiedenen Ruhrgebiets-Hochschulen, ihre Studienrichtungen unterscheiden sich deutlich. Judith Poggi hat an der Uni Duisburg-Essen ein Lehramtsstudium für Gymnasien und Gesamtschulen für die Fächer Sport und Englisch begonnen. Ab dem nächsten Semester kommt noch das Fach Sozialwissenschaften hinzu. „Seit der Einschulung möchte ich schon Lehrerin werden”, sagt Judith, die in ihrer Freizeit neben dem Leichtathletik-Training bei der Turnerschaft Saarn gern ins Kino geht oder ein Buch liest.
Joshua Grodotzki hat sich für ein Maschinenbaustudium an der TU Dortmund entscheiden. „Die Technik ist meine größere Leidenschaft. Der Sport ist ein schöner Ausgleich”, sagt der 20-Jährige, der sich besonders für die Berufszweige Innovation und Forschung interessiert. In seiner Freizeit widmet er sich der Fotografie. Kürzlich nahm er am ThyssenKrupp-Managercup seiner Hochschule teil. In diesem Wirtschaftssimulationsspiel übernahmen die angemeldeten Teams die Leitung eines Unternehmens. „Das hat großen Spaß gemacht.”
Tobias Däsler nahm ein Medizinstudium an der Uni Duisburg-Essen auf, trainiert aber jetzt dreimal täglich für die Aufnahmeprüfung an der Sporthochschule Köln. „Mein Ziel war es, Unfallchirurg oder Sportarzt zu werden. Doch jetzt habe ich gemerkt, dass ich lieber aktiv Sport machen möchte.” Sein bevorzugter Berufszweig sind das Management und die wissenschaftliche Betreuung von Hochleistungssportlern. „Gern auch bei einem Fußball-Bundesligisten", so der 20-Jährige, der in seiner Freizeit Volleyball beim TV Dümpten spielt.
Freund und Förderer
Der Berliner Chemiker und Physiologe Karl August Willibald Gebhardt (1861-1921) war Begründer des weltweit ersten Nationalen Olympischen Komitees (NOK) in Deutschland. Entgegen der damals Zeit vorherrschenden Meinung setzte er sich für eine gleichwertige Erziehung von Körper und Geist ein und förderte den Sport als Mittel der Völkerverständigung. Bei den Olympischen Spielen 1896 in Athen, 1900 in Paris und 1904 in St. Louis begleitete er die deutschen Mannschaften als „Chef de Mission” und gehörte von 1896 bis 1906 als erster deutscher Vertreter dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) an.
Die gemeinnützige Willibald-Gebhardt-Stiftung wurde 2005 vom in Essen ansässigen Willibald-Gebhardt-Institut und der Sparkasse Essen gegründet. Ziel ist die Förderung der humanen, sozialen und erzieherischen Grundlagen des Sports in Verein, Schule und Gesellschaft. Seit 2008 vergibt die Stiftung die Willibald-Gebhardt-Medaille sowie ein Stipendium an Studenten des Fachs Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität Duisburg-Essen.

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