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Mit 4500 Umzugskartons nach Broich

22.02.2016 | 20:00 Uhr
Mit 4500 Umzugskartons nach Broich
Die Hochschule ist auf dem neuen Campus an der Duisburger Straße angekommen. In diesem Raum im dritten Obergeshoss wird bald der Senat tagen. Am 11. Juni möchte die Hochschule mit der Bevölkerung den Neubau mit einem großen Campusfest feiern.

Mülheim.  Die Verwaltung der Hochschule Ruhr West ist am Wochenende an den neuen Standort gezogen.Gestern hieß es für rund 200 Mitarbeiter Kisten auspacken. Der komplette Umzug dauert rund sechs Wochen.

Der Italiener an der Duisburger Straße wird sein Glück am Montag wohl nicht gefasst haben, als zur Mittagszeit an die 30 Gäste in sein Restaurant kommen. Hinterher waren alle satt, zufrieden und das für kleines Geld, wie man so schön sagt. Die Gäste werden heute und in den nächsten Tagen wohl wiederkommen. Es waren Dozenten und Mitarbeiter der Hochschule, die auf dem neuen Campus gestern ihren ersten Arbeitstag hatten. Andere wollten gestern zum Griechen gehen, doch die Akropolis hatte geschlossen. Nach dem Umzugs-Kraftakt am Wochenende fehlt es im Campus vorläufig noch am Existenziellen.

Keine Kaffeemaschine, keine Mikrowelle, um sich im mitgebrachten Henkelmann etwas warm zu machen, und auch in der Mensa wird noch eifrig gearbeitet. Die Versorgungseinrichtung für über 200 Mitarbeiter und 4000 Studenten wird erst Ende April, also einen Monat nach Vorlesungsbeginn, öffnen, wie Hochschul-Kanzler Helmut Köstermenke gestern ankündigte. In der Übergangszeit soll noch ein Versorgungszelt aufgebaut werden. „Labore und Werkstätten haben klar Priorität“, sagt Köstermenke.

Die Kisten im Büro von Präsidentin Gudrun Stockmanns sind noch unausgepackt.

HRW-Präsidentin Gudrun Stockmanns kann der Dauerregen die gute Laune nicht verderben. Von ihrem Eckzimmer im dritten Stock kann sie auf die Gleise blicken, die im nächsten Jahr dem Radschnellweg weichen sollen und den Campus an den Hauptbahnhof anbindet. Die Kartons sind noch verschlossen, aus der Wand baumeln Kabel. Dort wird ein Monitor befestigt, der den Datenzugriff ermöglicht und die Kommunikation erleichtert. Auch bei den Telefonen setzt die Hochschule auf High-Tech – es sind Bildtelefone, so dass man sich auch sieht.

Die 50-Jährige begeistert vor allem, dass die Hochschule nun endlich einen gemeinsamen Ort hat, wo sich Professoren, Studenten und Service-Mitarbeiter begegnen können. Und die Hörsäle beeindrucken sie. So nahe an der Straße und der Straßenbahn gelegen und doch akustisch völlig abgeschottet und auch die Schwingungen werden aufgefangen. 140 Millionen Euro wurden hier am Campus seit Juli 2012 verbaut.

Die Mensa kommt zum Schluss

Noch ist allerhand zu tun. Kisten und Behälter werden vor den Türen entladen und auf Rollbretter und Sackkarren gewuchtet. Im Senatssaal dröhnt ein Bohrer. Die Böden sind mit Folie beklebt, die Räume provisorisch beschriftet und über die Sessel sind Plastiksäcke gestülpt. So ähnlich wie bei einem privaten Umzug, nur dass es hier etwas arbeitsintensiver ist. 200 Mitarbeiter der Hochschule und beauftragten Spediteuren haben Samstag und Sonntag in zwei Schichten gearbeitet und dabei 4500 Umzugskartons von den Standorten in Styrum und im Siemens Technopark nach Broich bewegt. Die 1480 Kubikmeter wurden von elf Lastwagen im Pendelverkehr bewegt.

Ein besonders sensibler Bereich ist die Informationstechnologie, erst recht für Wissenschaftler, die am liebsten keine Sekunde offline sind. „Die Vorbereitungen laufen schon seit August“, erzählt Vanessa Poll, die dafür federführend war. 80 unterschiedliche Systeme mussten in den beiden Rechenzentren untergebracht werden. Vier Teams mit 13 Mitarbeitern haben sich an beiden Tagen darum in zwei Schichten von morgens um 8 Uhr bis abends 23 Uhr gekümmert. Größere Probleme gab es nicht und so konnten sich die Mitarbeiter gestern morgen freuen, reibungslos ins Netz zu gelangen und zu telefonieren.

In den nächsten vier bis sechs Wochen folgt der Umzug für den Studierendenservice, die Bibliothek sowie die Labore und Werkstätten mit schweren und sensiblen Maschinen. „Die Zeit brauchen wir auch sagt Köstermenke. Fünf Jahre von der Planung bis zum Einzug, gemessen an der Größe war das eine unfassbar kurze Zeit. Das muss uns mal erst einer nachmachen“, stellt er zufrieden fest.

Steffen Tost

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2016-02-22 20:00
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