Millionen-Verluste für Mülheim
31.12.2008 | 16:13 Uhr 2008-12-31T16:13:00+0100Das Jahr endet mit einem Paukenschlag. Der Luftfahrtunternehmer Theodor Wüllenkemper kündigt an, Gewerbesteuer-Flüsse nach Köln zu verlagern. Der Kämmerer rechnet mit erheblichen Mindereinnahmen, welche die Stadt an den Rand des Nothaushaltsrechts bringen könnten. Die WDL gehört zu den Top 30.
Mit seiner Entscheidung reagiert Wüllenkemper auf den Beschluss des Rates, der den Bau seiner geplanten Flugzeug-Wartungshalle auf den Ruhrhöhen unmöglich macht. Der Unternehmer zeigte sich im WAZ-Gespräch insbesondere von der CDU tief enttäuscht, die sich gegen die Halle ausgesprochen hatte. „Ich bin davon überzeugt, dass der Bürger bei der Oberbürgermeister- und Kommunalwahl 2009 mit dem bewussten Verzicht der CDU, der Grünen und der MBI auf Hunderte von Arbeitsplätzen und Gewerbesteuer in Millionenhöhe umzugehen weiß”, schreibt Wüllenkemper in einem offenen Brief.
Als Kompensation erwägt er nun, wieder Schul- und insbesondere Geschäftsflüge von Essen/Mülheim aus anzubieten. Vor zwei Jahrzehnten hatte die WDL diese Dienste an der Lilienthalstraße eingestellt und sie „anderen Wettbewerbern” überlassen, wie Wüllenkemper betont.
Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld bedauert die Entscheidung von WDL-Chef Wüllenkemper. „Mittlerweile braucht es genau so viel Kraft, um Unternehmen am Ort zu halten, wie neue hier her zu locken”, kritisiert die Stadtchefin die Ratsmehrheit, die gegen die WDL-Wartungshalle stimmte. CDU, MBI und Grüne hätten das Projekt zu früh verhindert, ohne es vorher genau zu prüfen.
Kämmerer Uwe Bonan rechnet mit „Steuerausfällen in Millionenhöhe”. Seine Prognose für 2009: „Wir werden über Leistungseinschränkungen für die Bürger nachdenken müssen.”
Von einem „schweren Schlag” spricht Dieter Wiechering. „So kann man mit Gewerbetreibenden nicht umgehen”, meint der SPD-Fraktionsvorsitzende. „Wir werden alles tun, um die WDL in Mülheim zu halten.”
Als einen „Schuss vor den Bug” wertet FDP-Fraktionschefin Brigitte Mangen die WDL-Entscheidung. „Wir brauchen jeden Steuer-Cent und jeden Arbeitsplatz”, sagte sie. Mangen: „Andere Städte würden Wüllenkemper den roten Teppich ausbreiten.”
Ganz anders die Reaktion des CDU-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Michels: „Reisende soll man nicht aufhalten. Ich kann Herrn Wüllenkemper auch nicht helfen”, sagte er zur WAZ. Die von Gutachtern vorausgesagten 4000 Arbeitsplätze im Gewerbepark Flughafen seien ihm wichtiger als die 400 der WDL-Gruppe.
Kommentar: Vergrault

23:40
@36 Hugo:
http://de.wikipedia.org/wiki/Godwins_Gesetz
argumente ausgegangen? oder warum sonst die nazikeule? peinlich...
@31 reinera:
schön, dass ihnen steuereinnahmen egal sind und sie wirtschaftsfeindliche parteien so toll finden. bisschen realismus könnte aber dennoch nicht schaden, oder?
16:13
Recht hat Herr Wüllenkemper, der Stadt den Rücken zu kehren. Wirtschaftspolitisch ist es wichtig den ruhrbedürftigen Bewohnern der Flughafensiedlung zu folgen. Ich sage nur schlaf weiter Stadt Mülheim an der Ruhr.
Ich wünsche den Bewohnern feinsten Schwerlastverkehr. Aber auch dies wird sich irgenwie verhindern lassen.
14:52
@33 cx
Super Beitrag!
Leute von Ihrem Schlag brauchen wir in Deutschland! Dann gäb es auch in nullkommanix keinen Arbeitslosen mehr...
...das mit der 33 ist doch kein Zufall, oder? :-)
14:00
Nachdem die gut organisierte Truppe aus Raadt es nunmehr seit Jahrzehnten schafft, mit ihren Partikularinteressen regelmäßig die Zeitung zu füllen, sollte man sich keinen Hoffnungen hingeben, dass es mit dem Gewerbepark jemals etwas wird. Das wird mit dem erprobten Trommelfeuer in den Zeitungen sicherlich genauso verhindert, wie bisher jegliche Versuche zur Zukunft des Flugbetriebs.
Es ist bedauerlich, dass in unserer eigentlich schönen Stadt jeder Versuch, etwas zu bewegen, gleich im Keim unterdrückt wird. Bevor sich 10 Leute gefunden haben, gemeinsam etwas zu bewegen, haben sich schon 30 gefunden, die lautstark dagegen sind, offenbar überwiegend aus dem Kreis derjenigen, die für ihren Lebensunterhalt entweder nicht mehr arbeiten müssen oder wollen (siehe auch die Anmerkungen von # 6 und # 25) oder keinem Arbeitsplatzrisiko ausgesetzt sind. So wird Mülheim auf die Dauer entweder zum Naturschutzgebiet oder zum Regionalfriedhof.
11:42
Herr Wüllenkemper entscheidet absolut richtig.
Wer über Jahrzehnte mit fadenscheinigen Argumenten und nur dem Egoismus von ein paar
Anliegern folgend, den Ausbau des Flughafens verhindert hat, darf sich nicht wundern, wenn dieser seine Aktivitäten in interessantere Städte verlagert.
Aber Mülheim und die MBI werden es wohl nie lernen. Alle interessanten Firmen wandern aus Mülheim ab und Mülheim wird dann ein grosses, völlig uninteressantes Seniorenheim.
20:25
Wie wäre es mit der Zwangsenteignung sämtlicher Grundstücke rund um den Flughafen? Dann lernen die Flughafengegner vielleicht einmal was es mit der Politik auf sich hat und das sie nicht die einzigen Menschen in Mülheim sind.
So ein Theater können die an Karneval machen. Von dem Erlös lässt sich dann auch der Fehlbetrag in der Stadtkasse begleichen. Und wenn dann keine Flughafengegner mehr da sind, geht der Ausbau hoffentlich um so zügiger voran.
18:05
Die nun zukünfig ausbleibenden Steuereinnahmen können ja von den Anliegern des Flugafens gemeinsam mit der CDU-Ratsfraktion aufgefangen werden. Gerade für die Flughafenanlieger habe ich kein Verständnis. Ich kann nicht ein Häuschen in der Nähe eines Flughafens bauen und hoffen, dass sich dieser Bereich nie wirtschaftlich ausdehnt.
17:46
Lieber Herr Schlüter,
hier haben Sie die Rechnung wohl ohne den Wirt gemacht. Das was Herr Wüllenkemper hier mit nackter Erpressung versucht hat, ist Profit auf Kosten anderer zu erzielen,nämlich der Anlieger. Mir sind Steuereinnahmen der Stadt Mülheim schlicht egal, denn die werden ja sowieso nur in swap-Geschäften und Rathaussanierungen versenkt. Und da ist es allemal besser, ein Herr Wüllenkemper verschwindet dahin, wo er hingehört, am besten in die Wüste. Und was die Politiker betrifft, sehe ich in den Menschen der CDU weitsichtige und verantwortungsvolle Politiker. Die SPD und noch schlimmer die FDP sind Egoisten und Rücksichtslose, wie sie im Buche stehen. Mit solchen Charakteren ist Mülheim seit Jahren vor die Wand gefahren. Zu hoffen ist, dass diese Tpyen der SPD und FDP in die letzte Bank des Rates verschwinden. Besser wäre noch, sie kämen gar nicht rein.
16:45
Ich glaube, es geht und ging Herrn Wüllenkemper nicht um Erprssung. Er hat Jahre, wenn nicht Jahrzehnte gegenüber der Ignoranz und Arroganz eines Herrn Michels und anderen im Rat der Stadt stillgehalten und einen langen Atem gezeigt, in der Hoffnung, am bewährten und sicher geliebten Standort sein Unternehmen zu halten und auszubauen.
Im Gegensatz zu den ganzen Selbstdarstellern, ist das Standort-Liebe eines Unternehmers, dem diese jedoch nie gedankt, die stattdessen immer wieder mit Füßen getreten wurde.
Wenn einem dann, auch als Mensch, nach so langer Zeit der Geduldsfaden reißt, ist das für mich absolut nachvollziehbar.
Lieber Herr Michels und liebe ständigen Blockierer, wenn Sie also vom Reisen sprechen, denken Sie einmal über Ihre eigene Abreise aus Mülheim nach.
Mülheim braucht Sie und Ihre Luftschlösser nicht, sondern Menschen, die zupacken und im machbaren Bereich gestalten.
Dann klappts auch mit dem Haushalt.
16:29
Eine offene Frage bei dieser Berichterstattung ist, ob sie nicht eher schadet (unserer Kommune und Herrn Wüllenkemper)!
Ein gutes Image ist unbezahlbar und Imageverluste sind unwiederbringbar. Nicht nur dieser Artikel über (und von) Herrn Wüllenkemper zeigt, dass es (möglicherweise) ein Problem gibt; aber die Art und Weise, wie (und ob) sich ein Unternehmer in politische Entscheidungsfindungen involvieren sollte, zeigt erst das fehlende Feingefühl für diesem Bereich. Genau hier tut es weh einerseits grundlegende Fehler bei unseren Volksvertretern (Gewerbesteuersatz) und Verquickungen von Unternehmern zu Ratsmitgliedern (Herr Wiechering) zu erkennen.
Wenn man mit etwas mehr Feingefühl für die Interessen der Bürger gehandelt hätte, wäre es nicht so weit gekommen. Andererseits hätte Herr Wüllenkemper adäquatere Töne anschlagen sollen und nicht so offensichtlich Einflüsse durchsetzen wollen.
Was man als Zuschauer aus dieser Situation nur mitnehmen kann ist, dass ein Unternehmen weniger in den Standort Mülheim investiert und unser Stadtrat mal etwas gegen überzogene Gewerbesteuersätze unternehmen sollte, da es gerade in diesem Bereich nicht erst seit diesem Beispiel hapert.
Wenn es also noch an Parolen für die nächste fehlt, dann kann man hier ansetzen. Das Problem ist nur, dass man dieses dann mal einhalten sollte!