„Micky“: Ausstellung in der Lichtburg

Vor 85 Jahren zeigte die Berliner Südfilm AG vor geladenen Kinobetreibern in einer Sondervorstellung des UFA-Kinos Marmorhaus die ersten „Micky“ und „Silly“ Zeichenfilme. Mit der bis dahin größten Werbekampagne in Deutschland für eine amerikanische Zeichenfilm-Figur gelang es der Südfilm AG in kurzer Zeit „Micky“ zum Publikumsliebling zu avancieren.


Für die Nationalsozialisten waren Ratten „das schmutzigste und mit Dreck behaftete Ungeziefer“ und „Micky“ sollte nach deren Propaganda von den Kinoleinwänden und aus den Kaufläden verschwinden. Die Südfilm AG tätigte überwiegend Geschäfte mit dem UFA-Filmvertrieb. So konnte „Micky“ 1930 ihren Siegeszug auch in den anderen „deutschen Provinzen des Reiches“ fortführen.


In der Ruhrmetropole Essen wurde sie erstmals im April 1930 in der „Essener Volkszeitung“ als neues „Tonfilm-Wunder“ und „eine wirklich sensationelle Sehenswürdigkeit“ angekündigt. Das Essener Schauburg Kino am Viehofer Platz präsentierte zum Hauptfilm „Der Tiger“ am 23. Mai 1930 den ersten Micky-Silly-Film „Die Geisterstunde“ als „außergewöhnliches Vorprogramm“. Die Lichtburg erinnert ab Samstag, 11. Juli, mit der Ausstellung „Micky“ an das Tonfilm-Wunder und die Karriere dieser weltweit prominenten Maus.