Messe für Gastronomen
08.04.2009 | 20:17 Uhr 2009-04-08T20:17:00+0200
16 Jahre nach dem Auszug der Coop-Zentrale zieht die AS-Group mit 100 Beschäftigten in das Gebäude an der Weseler Straße ein.
Es dürfte vielen nicht bekannt sein, aber in den späten 70er und 80er Jahren war Mülheim neben Aldi und Tengelmann Sitz einer dritten großen Einzelhandelszentrale: der Coop-West. Sie hatte ihren Sitz an der Weseler Straße 120 in einem langgestreckten Backsteingebäude aus den 20er Jahren. Von 1977 bis 1986 wurde die Anzahl der Beschäftigten von 200 auf 600 Mitarbeiter gesteigert. In den 80er Jahren wurde dort auch die Zentralfleischerei eingerichtet, von wo aus 270 Filialen beliefert wurden. In Mülheim allein bestanden seinerzeit zehn Filialen jener Kette, hinter der die Gewerkschaften standen.
Doch schon 1089 begann das „zähe Ringen”, wie die NRZ titelte. Vier Jahre später war dann die Zeit an der Weseler Straße abgelaufen. Es wurde schon ein Schild von Schätzlein, die damals mit Coop verbandelt waren, aufgestellt, doch daraus wurde nichts. Seitdem steht der dreigeschossige Komplex leer.
1995 gab es die Idee, dort einen Baumarkt anzusiedeln, doch das führte nicht zum Erfolg. Bei der in Hamburg ansässigen Grundbesitzgesellschaft und der Wirtschaftsförderung gab es immer wieder Anfragen, doch scheiterten die Vorhaben wie sich Wilfried Verburg von M&B erinnert, an den Handicaps der Immobilie. Der Größe (30 000 Quadratmeter Nutzfläche und 21 800 Quadratmeter großes Gelände) und der Denkmalwürdigkeit:„Die in der Tradition des Genossenschaftsbaus errichtete Anlage ist als ein inzwischen sehr selten gewordenes Beispiel einer typisch expressionistischen Fabrikanlage der zwanziger Jahre zu bewerten. Das Gebäude repräsentiert eindrucksvoll den für diese Zeit verbindlichen Kubistischen Baustil”, heißt es in der Denkmalschutzakte.
Jetzt ist die Zeit des Leerstands vorbei und die AS-Group ist nach nur sechsmonatiger Vorbereitung dort eingezogen, hat die Flächen komplett hergerichtet und will dort über 100 Arbeitsplätze schaffen. Projektentwickler ist der 46-jährige Mülheimer Stefan Hinsen, der bislang überwiegend mit gebrauchten Sonderposten handelte. Günstige Sonderposten in hoher Stückzahl ist auch der Kern des neuen Konzeptes. Ankermieter ist mit 11 000 Quadratmeter die neue Firma Gastro-Globe, ein Großhandel, der für Gastronomen alles bereithält – vom Geschirr bis zum Kühlhaus oder Theke. Hinsen möchte so etwas bieten wie eine permanente Messe, auf der sich unterschiedliche Firmen präsentieren können. Damit schlägt er für die Branchen einen ungewöhnlichen Weg ein und hofft, dass dies zum Erfolg führt. „Normalerweise laufen Bestellungen über Kataloge, da Ausstellungsflächen teuer sind”, erklärt er. Bei Schnäppchen sieht das anders aus. Ein weiterer großer Mieter ist eine Spedition, die eine Drogerie-Kette beliefert und täglich 800 Paletten umschlägt.

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