Mein Freund der Baum ...
05.10.2008 | 21:25 Uhr 2008-10-05T21:25:00+0200
Den Auftakt der Protestaktionen gegen die bevorstehende Baumfällung von über 20 Bäumen für Infrastrukturarbeiten an der künftigen Ruhrpromenade hätte man sich schon etwas anders vorgestellt. Was besonders irritiert ist, dass bislang jede Gruppe weitgehend isoliert ein Zeichen gegen den bevorstehenden Kahlschlag setzen will und man kaum gemeinsam handelt. Zunächst zogen MBI und Linke bei einem Trauermarsch mit einem Transparent durch die Fußgängerzone. Die Gruppe war überschau, zog aber die Blicke auf sich. Viele Passanten blieben stehen, nahmen bereitwillig ein Flugblatt. Viele zeigten sich interessiert und hörten zu, weil sie offensichtlich von dieser Entwicklung ahnungslos waren. In dem Flugblatt werden die Bürger aufgefordert, sich bei der Planungsdezernentin Helga Sander oder der Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld über die bevorstehenden Baumfällungenzu beschweren und wenn es losgeht, möglichst zahlreich zu dem Gartendenkmal zu kommen. Auf eine Ansprache per Megafon verzichteten die Initiatoren, da sich dann nicht mehr um eine spontane Demonstration gehandelt hätte, die ohne eine Genehmigung möglich ist. Engagiert dabei war die Landschaftswächterin Karin Piek, die beim juristisch gescheiterten Bürgerbegehren vor zwei Jahren eifrig Unterschriften gesammelt hatte. Sie geht auch auf CDU-Mitglieder zu, denn sie weiß, dass es gegen die kahle Ruhrpromenade auch bei den Kosnervativen Einwände bestehen. Immerhin war Ex-OB Hans-Georg Specht einer der Initiatoren des Begehrens. Es ärgert sie, dass diese aus Gründen der Koalitionsraison und des Fraktionszwanges unterdrückt werden. Ein Cchristdemokrat sagt ihr:„Mir tut jeder Baum in der Seele weh.” Öffentlich sagen, will er den Satz aber nicht. Karin Piek ist auch dabei, als wenig später die Grünen in Kleinstbesetzung über ein Dutzend Bäume mit einem Trauerflor versehen. Hötger, Reinhard und Co. fehlen dagegen. „Wir haben gekämpft und verloren”, steht auf einem in Folie verpackten gelben Blatt, auf dem auch die vermittelnde Position der Grünen zu Ruhrbania steht. „Wir machen uns keine Illusionen”, sagte Grünen-Vorsitzende Ingrid Tews. „Die Entscheidung ist formal richtig zustande gekommen. Auch wenn sie uns nicht gefällt.”

12:18
Ich bin auch gegen Ruhrbania, aber mit so einem peinlichen Schild kann man wohl nur ein paar verwirrte Hippies überzeugen.
12:28
Naturdenkmale und Denkmale mahnen nicht. Was sie meinen, sind Mahnmale, sesamum! Richtig, Bäume mahnen nicht, Denkmale fordern zum Denken auf. Etwas, was ich Ihnen raten würde, bevor Sie schreiben
11:15
leute wert euch das volg sind wir doch oder die
06:39
Was verdient Mülheim eigendlich an dem Holz ? Genug für Ruhrbania ?
23:37
Der Aufschwung ist angekommen und Mülheim macht weiter so.....Immobilien haben wir ja genug, nur Geld wird fehlen. Denkt an Ruhrbania, mal nachfragen, wer das ganze finanziert und Geld überhaupt da ist. Aber Bäume fällen wir schon mal. Kahlschlag am Finanzmarkt.
16:37
Die MEG-Vergärungsanlage hat es übrigens, lieber andy.gut, nur gegeben, weil die Grünen sie wollten. Das am Rande. Über die Ruhrpromenade ist lange und überaus offen debattiert worden. Eine Mehrheit hat entschieden, dass die Baukante des alten Stadtbades nach Norden verlängert werden soll. In Demokratien entscheiden immer Mehrheiten. Man wusste, dass Bäume gefällt werden müssen - und das seit Jahren. Ein Baum ist übrigens kein Denkmal, der Begriff Naturdenkmal ideologisch und damit irreführend. Ein Baum ist Teil des Ökosystemes, also Teil eines Prozesses, der Wachsen und Vergehen kennt. Bäumer mahnen nicht, sie sind. In Mülheim haben wir mehr als in anderen Städten im Revier. Und es sind in den letzten Jahren nicht weniger geworden, sondern mehr! Das heißt, dass die CO2-Bilanz besser geworden ist. In Tausenden von Jahren haben Menschen immer Bäume gefällt. Negativ ist das, wenn mehr verschwinden als nachwachsen können, also die Bilanz nicht stimmt. Die Bilanz in MH stimmt aber. Und: Einigen Fundamentalkritikern, die im Leben schon alles bestritten haben, außer ... (man weiß wie der Satz weitergeht), einigen nehme ich ihre neu entbrannte quasi erotische Beziehung zur Flora einfach nicht ab.
11:52
Sehr merkwürdig, wie die Mülheimer Grünen ihre Entscheidungen treffen. Wir stimmen erst einmal zu und überlegen uns dann ob wir es wollten?
Ob MEG - Vergärungsanlage oder Ruhrbania wir sind definitiv dafür, erstmal....oder aber....
Was denn nun? Ein bisschen schwanger geht nicht!
11:06
Viele Beiträge zu diesem Thema zeigen, dass Naturdenkmale wohl Böhmische Dörfer sind.
Dörfer, die Naturtrottel auf eine Schutzliste gesetzt haben und nun von Leidtuern für ein besseres Mülheim geopfert werden müssen. Deshal nocheinmal: Ruhrbania hätte mit dem zweiten Entwurf (nur der Ordnung halber, dieser wurde auch von den Grünen vorgeschlagen) gebaut werden können.
10:16
Um die Bäume tut es wohl allen leid, auch mir. Aber wir werden etwas Schöneres bekommen mit der Ruhrpromenade (die es übrigens vor dem Krieg, in anderer Form - aber samt Bootshafen, schon einmal gab). Um den Fixer-Treff Ostruhranlage mit seinen finsteren Gestalten und dem öffentlichen Heroinkonsum hingegen tut es mir gar nicht leid. Manche, die jetzt so tun, als ob sie genau dort täglich spazieren gehen, haben sich schon lange nicht mehr in diesen Teil der Ruhranlage getraut. Man kann übrigens nicht nur Bäume ermorden, sondern auch die Zukunft einer Stadt. Manchmal habe ich das Gefühl, als ob manche Leute sich besser fühlen, wenn die Stadt nicht attraktiver wird und künftig kein buntes Treiben am Fluss herrschen kann. Ich finde auch, dass der Begriff Naturschutz hier stark missbraucht wird, weil es einem Teil der Protestler um ganz andere politische Interessen geht. So ein Baum macht sich halt immer gut, wenn es um Wählerfang geht.
09:37
Mülheim ist halt mehr Provinz als Metropole, was aber nicht negativ im Einerlei der Städtegesichter sein muss. Wenn auch die Aktionen nicht koordiniert laufen, so zeigen sie doch, dass es noch Menschen gibt, die sich für immaterielle Werte einsetzen. Ein Plattenbau wie einst das Neckermann-Gebäude ist schnell platt gemacht und kann auch rasch durch neue Betonbunker ersetzt werden. Die alten Bäume sind einmalige Naturdenkmäler, jeder für sich.
Ein bisschen Radfahren führt vielleicht zum Dezernentenposten, nicht aber zum Umweltschutz, Frau Sander!