"Mehrkultur" will sich einmischen
16.07.2009 | 20:53 Uhr 2009-07-16T20:53:00+0200Gerne wären Klaus Geldmacher und Jochen Leyendecker mit einer eigenen politischen Gruppierung bei den Kommunalwahlen angetreten.
Gerne wären Klaus Geldmacher und Jochen Leyendecker mit einer eigenen politischen Gruppierung bei den Kommunalwahlen angetreten. Doch die beiden Künstler hätten nicht die 27 Wahlkreise besetzen, so dass sich die Hoffnung, zwei Mandate im künftigen Stadtrat erringen zu können, schnell als Illusion erwies.
Doch die beiden, die schon in der Vergangenheit gerne an der Diskussion über die Entwicklung der Stadt teilgenommen haben (Rumbachprojekt Fluxus, Zukunftskonzept Kunstmuseum), wollen weiter am Ball bleiben. „Mehrkultur”, wie sie die Gruppe programmatisch nennen, sei nicht aufgehoben, nur aufgeschoben. „Wir werden nicht untätig, sondern bessere Voraussetzungen schaffen. Wir fordern vom künftigen Stadtrat einen sämtliche Kunstsparten umfassenden Kulturbeirat einzurichten und appellieren damit an alle Parteien.”
Untersützt werden die beiden von Uwe Dieter Bleil, Dore O., Heiner Schmitz, Lubo Laco und Vera Herzogenrath. Sie wollen sich als kunstpolitisches Sprachrohr verstehen und über einen Kunststadtrat eine breite Kommunikationsbasis schaffen. „Wir wollen eine Plattform sein für innovative Borschläge, unkonventionelle Meinungen und für die kritische Beleuchtung der Mülheimer Kunstpolitik.”
Alle Entscheidungen der Stadt sollen unter dem Gesichtspunkt beurteilt werden, ob sie das kulturelle Klima fördern oder behindern. Der Beirat wäre vergleichbar mit dem Gestaltungsbeirat, der Bauprojekte beurteilt. „Mehrkultur” will wahrgenommen werden und strebt Rederecht in den Gremien an. Als neue Partei versteht es sich nicht. Feste Koalitionen mit Fraktionen werden nicht angestrebt. „Es geht um mehr politische Kultur. Fraktionszwänge oder ritualisierte Abstimmungen halten wir für überholt und undemokratisch.” Kulturfragen gebe es genug: Ruhrbania, die Fachhochschule und Kunst im öffentlichen Raum, der Museumsumbau, die Bildung einer Abteilung für Mülheimer Künstler des 20. Jahrhunderts, die Situation der Ateliers.

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Mit dieser Haltung wären die beiden in der Freien Union herzlich willkommen!