Mehr Schwerverletzte bei Unfällen auf Mülheims Straßen

Immer öfter führt Unachtsamkeit zu Unfällen. An der Mühlenberg-Kreuzung war im November eine 16-Jährige Fußgängerin angefahren worden.
Immer öfter führt Unachtsamkeit zu Unfällen. An der Mühlenberg-Kreuzung war im November eine 16-Jährige Fußgängerin angefahren worden.
Foto: Dennis Vollmer
Was wir bereits wissen
Die Zahl der Verkehrsunfälle ist 2014 leicht gesunken, aber ihre Folgen waren öfter drastisch. Deutlich mehr Radfahrer und Fußgänger sind verunglückt.

Mülheim.. Die Zahl der Verkehrsunfälle im Stadtgebiet ist im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Dennoch zog die Polizei Mülheim/Essen am Montag in ihrer Verkehrsunfallstatistik für 2014 kein positives Fazit. Zwar krachte es auf Mülheims Straßen insgesamt seltener (5786 Mal, minus 0,4 Prozent zum Vorjahr), die Unfälle hatten jedoch häufiger schwerwiegende Folgen.

519 Menschen verunglückten bei Verkehrsunfällen (plus 0,4 Prozent). Die Zahl der Leichtverletzten ging erfreulicherweise um 1,3 Prozent zurück, dafür gab es aber – wie auch im NRW-Durchschnitt– deutlich mehr Schwerverletzte. Die Zahl derer, die nach einem Unfall stationär im Krankenhaus behandelt werden mussten, stieg in Mülheim im Vergleich zum Vorjahr von 69 auf 76 (plus 10,1 Prozent). Zudem gab es zwei Verkehrstote.

Gerade Fußgänger und Radfahrer seien als „schwache Verkehrsteilnehmer“ im Straßenverkehr besonders gefährdet, mahnte Dittmar Hoga, Leiter der Direktion Verkehr der Polizei Essen/Mülheim zur Vorsicht. Bei den Zahlen der verunglückten Radfahrer (96, plus 23,1 Prozent) und Fußgänger (77, plus 26,2 Prozent) war ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.

Polizei will gegen Temposünder vorgehen

Obwohl überhöhte Geschwindigkeit als eine der Hauptunfallursachen in Mülheim im Vergleich zum Vorjahr stark zurückgegangen sei (minus 52,8 Prozent), sei sie dennoch maßgeblich für schwere Verletzungen verantwortlich, gerade auch bei Unfällen mit Radfahrern und Fußgängern, so Dittmar Hoga, der das anhand eines Beispiels erläuterte. „Stellen Sie sich vor, sie sind mit 30 Stundenkilometern unterwegs, sehen ein Kind auf die Straße laufen, bremsen, und kommen gerade noch zum Stehen. Bei anfangs 40 Stundenkilometern sind Sie in der gleichen Situation beim Aufprall immer noch 35 Stundenkilometer schnell.“

Ziel der Polizei sei es daher, verstärkt gegen Temposünder vorzugehen. „Die Geschwindigkeit ist der Hebel, an dem wir ansetzen können“, so Dittmar Hoga. Beispielsweise durch den Blitzmarathon, aber auch durch unregelmäßige Messungen im Stadtgebiet.

Unachtsamkeit im Straßenverkehr

Allerdings würden sich längst nicht nur Autofahrer falsch verhalten, stellte Hoga klar. Bei Fußgängern und Radfahrern nehme auch in Mülheim die Zahl derjenigen zu, die unachtsam im Straßenverkehr seien. „Besonders junge Leute sind oft abgelenkt, weil sie Musik hören oder auf ihr Smartphone schauen.“ Hoga erinnerte an den Unfall vom November vergangenen Jahres, als eine 16-Jährige an der Mühlenberg-Kreuzung über eine rote Ampel ging und tödlich verletzt wurde.