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05.02.2009 | 16:59 Uhr

Die Stadt verlängerte das Vergabeverfahren für das Ruhrbania-Baufeld 2 bis zum Herbst. Den Zeitraum sollen Bieter zur Optimierung ihrer Entwürfe nutzen können – auch als Reaktion auf den künftigen Nachbarn Fachhochschule.

„Fachhochschule kommt” – die (jüngste frohe) Botschaft auf der kunterbunten Ruhrbania-Internetseite der Stadt steht etwas versteckt zwischen den Nachbarrubriken „Wohnen im Stadtbad” und „Ausgezeichnete Vernetzung”. Seit Dezember ist klar, dass Mülheim Studienstandort wird, das neue Führungspersonal der Fachhochschule ist ausgewählt, das Ruhbania-Baufeld an der Ruhr zwischen Eisenbahn- und Konrad-Adenauer-Brücke ausgeguckt. Zum Wintersemester soll der Lehrbetrieb in Mülheim beginnen.

Die rasante Entwicklung hat nun Folgen. Die Stadt drückt an anderer Stelle auf die Bremse: Die Angebotsfrist im Rahmen des Vergabeverfahrens für das Baufeld 2 (Rathausanbau an der Ruhrstraße bis Eisenbahnbrücke samt Stadtbücherei und Platz der Deutschen Einheit) wird bis Ende Oktober verlängert. Montag wäre die Ausschreibung eigentlich beendet gewesen. Drei Bieter sind mit ihren Entwürfen und Angeboten im Rennen. Sie bleiben bei der Stange. Insgesamt „gibt es keine zeitlichen Verzögerungen bei dem Projekt”, macht Hendrik Dönnebrink als Chef der Mülheimer Beteiligungsholding deutlich. Mit der Verlängerung nehme man unter anderem „Rücksicht auf die durch den Fachhochschulzuschlag bedingten neuen Entwicklungen in den Baufeldern 3 und 4.” Die sollten ursprünglich das Ende der Entwicklungskette bilden.

Alles im roten Bereich: Für das Baufeld 2 wurde das Vergabeverfahren verlängert, für das Baufeld 1 (gelb) soll in Kürze der architektonische Entwurf präsentiert werden. Im Norden (blau) entsteht die Fachhochschule. Montage: Andreas Köhring

„Hätten wir es vorher gewusst, dann hätten wir den Termin gleich anders gesetzt”, sagt Dönnebrink. Aber so sei der Stadt „die Fachhochschule positiv mitten ins Verfahren hineingegrätscht”, meint Planungsdezernentin Helga Sander. Das alte Zeitraster wurde damit auf den Kopf gestellt, die Ruhrpromenade sozusagen von hinten aufgezäumt. „Uns ist städtebaulich an einer Entwicklung aus einem Guss gelegen. Wir wollen keine Insellösungen”, betont Dönnebrink. Und da die Fachhochschulpläne ja durchaus auch Auswirkungen auf konzeptionelle Bau-Ideen in der Nachbarschaft haben könnten, wurde nun das Zeitfenster verlängert. „Wir nutzen die Monate zur möglichen Optimierung der Nutzung und Architektur im Baufeld 2. Es können ja durchaus neue Wechselbeziehungen entstehen”, sagt Sander. „Und davon hängt dann auch die Gestaltung ab.”

Vorerst ist die Fachhochschule, speziell der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Lande die große Unbekannte. Wie man sich dort entscheiden und positionieren, ob man selbst bauen oder etwa vergeben wird, wie der städtebauliche Entwurf für das etwa 2500 m2 große Grundstück aussehen wird – als das wird laut Sander „in Kürze bei Abstimmungsrunden” thematisiert. „Noch wissen wir nicht, was passiert.”

Die Angebotsöffnung für das Baufeld 2 war ursprünglich für Ende März geplant, nun wird es Dezember. Ausreichend Spielraum für die Bieter, um nachzujustieren, um viellecht das Verhältnis von Wohnen und Gewerbe neu zu mischen. Dönnebrink: „Das hat Charme für beide Seiten.”

Verschwommen ist dagegen noch immer das öffentliche Bild fürs Baufeld 1 (Rathausbereich bis künftiges Hafenbecken). Architekturentwürfe sollen demnächst endlich präsentiert werden. Noch ist offen, ob mit oder ohne Hotel.

Jörn Stender

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