Mehr Mittel für Kinder
14.04.2010 | 22:44 Uhr 2010-04-14T22:44:00+0200
Bildung, OGS, Kindergärten, Jugend, Familie, Hilfe für Sucht- und psychisch Kranke – über all diese Themen wollten Vertreter der Wohlfahrtsverbände mit Landtagskandidaten reden. So viele Fragen an vier wahlkämpfende Politiker/innen, da wurde es unweigerlich eng.
Zum „Expertengespräch“ geladen hatte die Arbeitsgemeinschaft der Verbände der Freien Wohlfahrtspflege, auf dem Podium vertreten von der Caritas-Vorsitzenden Regine Arntz und Ursula Jakobs, Geschäftsführerin des Paritätischen. Da jedoch beide die Diskussion äußerst zurückhaltend moderierten, gaben zwei andere Frauen den Ton an.
In demonstrativem Schulterschluss, sehr offensiv, synchron nickend, miteinander wispernd, präsentierten sich die Landtagsabgeordneten Hannelore Kraft (SPD) und Barbara Steffens (Bündnis 90/Die Grünen). Auf der anderen Seite kamen Dr. Karin Kückelhaus (CDU) und Peter Beitz (FDP) als Aspiranten für das NRW-Parlament weit weniger zum Zuge. Was vielleicht an unterschiedlichen Temperamenten lag, aber vor allem an fehlender Erfahrung in einigen Fachgebieten. Gewissen Nachholbedarf räumten die Kandidaten auch offen ein.
Ihnen gegenüber saßen und fragten 14 Vertreter der Verbände mit teils langjähriger Erfahrung in praktischer Hilfe, Beratung oder Betreuung. Eröffnet wurde die Runde mit dem Thema frühkindliche Bildung in Kindertagesstätten, und dies nahm in der Debatte gleich großen Raum ein.
Gisela Celler, Leiterin der Elterninitiative Kichererbsen, schilderte, dass Geld für Personal fehle und die eigenen Ansprüche nicht mehr aufrecht zu erhalten seien. Bei ihnen und anderswo: „Es dauerte, bis die Erzieherinnen sich gegenseitig eingestanden, an ihre Grenzen zu stoßen. Das hat mit der Konkurrenz unter den Einrichtungen zu tun.“
Bei den Politikern herrschte darin Einigkeit: Mehr Mittel für Kinderbetreuung sind nötig. „Wenn Mülheim das Leitbild einer familienfreundlichen Stadt verfolgt“, so Peter Beitz, „müssen wir Geld zur Verfügung stellen.“ Doch vieles steht und fällt mit der kommunalen Finanzlage, die sich dringend entspannen müsse. Konsensfähig auch: die Forderung nach Umschichtung des Solidarpaktes, so dass nicht länger nach Himmelsrichtung gefördert wird.
Karin Kückelhaus preschte mit der Bemerkung vor: „Man muss gucken, ob nicht manche Ausgaben in der Stadt aufgrund von Eitelkeit und Gönnerschaft gemacht wurden.“ Hannelore Kraft stellte im Falle eines SPD-Wahlerfolgs Beitragsfreiheit für Kindergärten in Aussicht: „Aber das schaffen wir nur schrittweise. Wir können nicht am 10. Mai den Schalter umlegen.“
Weiter zur Offenen Ganztagsschule: „Außerschulische Bildung“, so Barbara Steffens, „kann nicht komplett in der OGS stattfinden.“ Um auch Angebote der Sportvereine, Jugendhilfe oder Kirchen mit der Nachmittagsbetreuung abzustimmen, brauche man ein Konzept. „Damit Kinder auch noch Zeit haben, individuelle Spielgewohnheiten und Freundschaften zu pflegen.“
Beim Thema Suchthilfe sprachen sich Kraft wie Steffens gegen die erfolgte Kommunalisierung aus: Hier müsse landeseinheitlich gesteuert werden, damit, so die Grünen-Abgeordnete, „Struktur und Angebote nicht von politischer Willkür abhängen“. Am Ende blieben Fragen offen, etwa zur Unterstützung psychisch Kranker. Für weitere Debatten fehlte die Zeit, doch ein Teilnehmer regte an, „dass wir uns nicht erst in ein paar Jahren wieder treffen“.

22:43
Bitte doch den Artikel richtig lesen, die freien Träger waren da, sogar auf dem Podium und sind ausgesprochen ausführlich zu Wort gekommen. Manchmal werden sie thematisch falsch und nicht sachlich richtig vertreten. Und, weil das eigene Thema nicht in der Zeitung steht ist es auch nicht weniger wichtig, oder man nimmt sich selber viel zu wichtig. Dann ist man beleidigt.
12:11
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11:59
Frau Kraft macht schon wieder Versprechungen die Sie gar nicht einhalten kann. Ohne Geld Beitragsfreiheit anzukündigen ist schon eine Unverschämtheit um nicht zu sagen Lüge! Die SPD war in NRW fast immer an der Regierung, versprochen wurde alles, gehalten fast nichts!
11:15
@#1 Sie mögen Recht haben. In unserem Land wird mehr für Drogensüchtige getan als für behinderte Kinder.
10:01
Es wäre gut gewesen, die freien Träger der Jugendhilfe und freien Einrichtungen wären auch eingeladen worden. So war diese Konferenz eher eine Farce!
In Mülheim kämpfen Eltern auf langen und wirren Wegen um Hilfen für ihre von Behinderung bedrohten Kinder. Hierfür hätte ich gerne Lösungen gehört und eben die passenden Fragen der nicht eingeladenen Therapeuten.