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Mehr Kita-Plätze für 2016/17 in Mülheim

24.01.2016 | 21:00 Uhr
Mehr Kita-Plätze für 2016/17 in Mülheim
Hier darf nach Herzenslust gespielt werden. Das Platzangebot in den Kitas wird 2016/17 wieder größer.Foto: Julian Stratenschulte

Mülheim.  Bei Ü 3 Kindern ist der Bedarf laut Planungen des Jugendamtes zu 99,5 Prozent gedeckt, bei den U3-Knirpsen zu 42,2 Prozent. 700 Tagespflegeplätze für die Kleinsten gibt es.

Für (fast) jedes Ü-3 Kind wird es im kommenden Kindergartenjahr 2016/17 einen Betreuungsplatz geben, wenn auch nicht immer in der Wunsch-Kita. Das geht aus einer Vorlage der Verwaltung zur Kindergartenplanung hervor, der der Jugendhilfeausschuss am 22. Februar noch zustimmen muss.

Flüchtlingskinder teils berücksichtigt

Demnach soll es trotz aktuell steigender Kinderzahlen für statistisch erfasste 4283 Drei- bis Sechsjährige insgesamt sogar 4348 Kita-Plätze im Stadtgebiet (im Vorjahr: 4179) geben, was einer Versorgungsquote von über hundert Prozent entspricht. Da aber im Rahmen der Inklusion 84 Plätze für behinderte Kinder frei gehalten werden müssen, liegt die tatsächliche Versorgungsquote bei 99,5 Prozent.

„Berücksichtigt sind in diesen Berechnungen auch schon eine Menge Flüchtlingskinder , so dass wir optimistisch sind, dass das Angebot am Ende auch passt“, sagt Jugendamtsleiterin Lydia Schallwig. Auch, wenn man jetzt noch nicht sagen könne, wie sich die Zuwanderung bis zum Sommer entwickele.

In einigen Einrichtungen gibt es Überbelegungen

Die gute Versorgungslage ergibt sich allerdings – wie schon im vergangenen Jahr – auch deshalb, weil es in einigen Einrichtungen Überbelegungen gibt. In 46 aller Kitas sind derzeit insgesamt 215 Kinder zusätzlich an Bord (pro Einrichtung zwei bis neun) – dafür ist man dort auch etwas besser mit Personal bestückt. Darüber hinaus sollen auch weiterhin drei Interimseinrichtungen (Ritterstraße, Wilhelmstraße, Erlenweg) sowie die Kita an der Albertstraße (die auslaufen soll) genutzt werden. Einbezogen hat man in die Planung zudem bereits jene Plätze, die in den im Bau befindlichen Kitas an der Burg- und der Frühlingsstraße sowie in einem neuen Waldkindergarten an der Pettenkofer Straße im Laufe des Kindergartenjahres erst noch entstehen werden.

Besser als im laufenden Jahr wird sich wohl auch die Situation bei der Betreuung der Kinder unter drei Jahren (U-3) gestalten. Wenn die Kitas an Burg- und Frühlingsstraße erstmal in Betrieb sind, stehen 1089 U3-Plätze zur Verfügung, Das sind rund 70 Plätze mehr als bisher. Elf müssen für gehandicapte Kinder reserviert werden.

700 Tagespflegeplätze im U3-Bereich

Hinzu kommen noch 700 Tagespflegeplätze im U3-Bereich. Insgesamt stehen statistisch gesehen für 4212 Knirpse also 1789 Betreuungsplätze bereit. Das ergibt eine Deckungsquote von 42,2 Prozent. „Wir sind also auf einem guten Weg, können mehr und mehr den Bedarf decken“, resümiert Lydia Schallwig. Zusätzlich zu den Kindertagespflegeplätzen für die ganz Kleinen soll es auch 50 ergänzende Tagespflegeplätze für die Größeren (Ü-3) geben. Die existieren bislang auch schon, ebenso wie derzeit 550 Tagespflegeplätze für U3-Kinder.

Das Land zahlt den Kommunen seit 2014 zudem zusätzliche Mittel für jene Tageseinrichtungen, die einen besonderen Unterstützungsbedarf haben oder in denen erhöhter Sprachförderbedarf besteht. Das sind in Mülheim derzeit 31 von insgesamt 91 Kindertagesstätten.

Drei Einrichtungen in Mülheim sind eingruppig und erhalten zusätzliche Mittel: die Kitas Knappenweg, Düsseldorfer Straße, Erlenweg (Interimsort).

In Mülheim gibt es zudem über 20 Familienzentren, die ebenfalls speziell gefördert werden: sieben städtische Familienzentren, acht in ev. und sechs in kath. Trägerschaft (z.T. im Verbund).

Andrea Müller

Kommentare
25.01.2016
08:46
Mehr Kita-Plätze für 2016/17 in Mülheim
von doc_gerner | #1

Mal nachgefragt: Inklusion, Migration, Sprachförderung und soziale Komponenten sind alles Dinge, die Kitas zukünftig "zusätzlich" stemmen müssen....
Weiterlesen

3 Antworten
Mehr Kita-Plätze für 2016/17 in Mülheim
von ettigirbdre | #1-1

Sehr geehrter doc_gerner,
Ihre Argumentation ist schlüssig und nachvollziehbar - für jemanden, der das soziale System aus monetärer und finanzieller Sicht beurteilt. Unter diesem Blickwinkel würde sich unser gesamtes gesellschaftliches System verändern müssen - zu Lasten derjenigen, die aus irgendwelchen - meist unverschuldeten - Gründen nicht so fit sind, wie die Spitze. Jeder Mensch würde nur noch hinsichtlich seiner Leistungsfähigkeit und seiner Kostenbelastung in Bezug auf das System beurteilt werden. Die humanitären und sozialen Errungenschaften, die uns von vielen anderen Ländern unterscheiden, würden über Bord geworfen. Wofür?

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von Pottriotin | #1-2

@doc-gerner: Wie Recht Sie haben. Am meisten zahlen, aber am wenigsten heraus bekommen, so wird es enden.

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von doc_gerner | #1-3

liebe(r) ettigirbdre, sicher können wir stolz auf unser Sozialsystem sein. Aber es ist schon auffällig, dass die Kosten für Kitas ausschließlich von den Familien mit Kindern bezahlt werden, und zwar die, die es sich (nach Liste) leisten können. Zum einen ist das nicht so, denn oftmals entdeckt man dann, dass einer der Partner quasi nur für die KITAkosten arbeiten geht und zum anderen ist es in allen anderen "sozialen" Dingen anders geregelt. Beispiele? Therapien für Täter werden von der Allgemeinheit bezahlt, nicht aber von den Tätern. Das Sozialticket wird von allen mitbezahlt, nicht nur von den Bahn- und Busfahrern. Straßenerneuerungen müssen auch von denen bezahlt werden, die weder Führerschein noch Auto haben. Sie zahlen in die Krankenkasse, auch wenn sie jahrelang nicht zum Arzt gehen usw. Nur KITA, die zahlen in Mülheim nur die zahlungsfähigen Kunden. Das dies anders geht zeigt zb. Düsseldorf.

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2016-01-24 21:00
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