Mehr Gerechtigkeit, bitte
06.07.2009 | 19:30 Uhr 2009-07-06T19:30:00+0200Eine Befragung der IG Metall zeigt, was Beschäftigte im Wahljahr 2009 nicht nur von der Politik erwarten.
Glauben ist nicht wissen. Das sagte sich auch die Industriegewerkschaft Metall. Obwohl man bei der IG Metall davon ausgeht, dass man durch das Netzwerk von Betriebsräten und Vertrauensleuten darüber im Bilde ist, was die Basis der Beschäftigten in den Betrieben bewegt, wie sie ihre Lebenswirklichkeit beurteilen und was sie von der Politik erwarten, wollte man auf Nummer sicher gehen und startete mit Unterstützung des sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitutes Soziotrend eine Beschäftigtenbefragung. Motto: „Gemeinsam für ein gutes Leben.”
„Wir wollten mit den Menschen in einen Dialog treten und haben in den Betrieben oder bei Veranstaltungen auch Beschäftigte angesprochen, die nicht unserer Gewerkschaft angehören”, unterstreicht Mülheims IG Metall-Chef Ulrich Dörr den Ansatz der Befragung. „Positiv überrascht war ich vom großen Rücklauf unserer Fragebögen”, sagt der Betriebsratschef von Vallourec & Mannesmann, Gerhard Oelschlegel, mit Blick auf die 3122 Kollegen, die von April bis Juni ihren Fragebogen ausgefüllt an die IG Metall zurückgeschickt haben. Bundesweit haben sich 451 000 Beschäftigte an der Metaller-Umfrage beteiligt. „Das ist die größte Umfrage, die je von einer Gewerkschaft durchgeführt worden ist”, sagt Dörr nicht ohne Stolz.
Um die soziale Aussagekraft der Befragung zu unterstreichen, sagt Siemens-Betriebsratschef Pietro Bazzoli mit Blick auf die Belegschaftsstruktur seines Unternehmens: „Heute sind nur noch etwa 25 Prozent der Mitarbeiter in der Fertigung beschäftigt. Das heißt, wir haben es heute bei Siemens zum größten Teil nicht mehr nur mit klassischen Industriefacharbeitern, sondern auch mit hochqualifzierten Ingenieuren zu tun, die sich selbst nicht unbedingt als klassische Arbeitnehmer einstufen.”
Einige Ergebnisse im Detail: Bestärkt sehen sich die Metaller nach der Umfrage in ihrer Ablehnung einer Rente mit 67 und der Forderung, einen gesetzlichen Mindestlohn einzuführen. Bundesweit lehnen 80,9 Prozent der Befragten die Rente mit 67 ab. In Mülheim waren es sogar 84,8 Prozent der Befragten. Für einen Mindestlohn sprachen sich bundesweit 78,1 Prozent und in Mülheim 78,8 Prozent der Befragten aus.
Dass Leih- und Zeitarbeiter bei gleicher Arbeit auch das selbe verdienen sollten, wie ihre festansgestellten Kollegen, finden bundesweit 72,1 Prozent und in Mülheim 81,1 Prozent der Befragten. Dass Kindergärten, Schulen und Universitäten technisch und personell besser ausgestattet werden müssten, glauben bundesweit 71 Prozent und in Mülheim 82,2 Prozent der Befragten. Dass wir in Deutschland eine gerechtere Rentenversicherung brauchen, in die auch Selbstständige und Beamte einbezogen werden sollten, befürworten bundesweit 72,6 Prozent und auch hier liegt Mülheim mit 77,9 Prozent über dem Bundestrend.
Dass unsere Gesellschaft mehr für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf tun muss, indem sie das Angebot bezahlbarer Kinderbetreuung ausbaut, unterstreichen bundesweit 62,1 und in Mülheim 73,4 Prozent der Befragten. Bundesweit wünschen sich 64,5 Prozent der Befragten, dass das Management ihres Unternehmens mehr für die Sicherung von Arbeitsplätzen tut. In Mülheimer fordern das 74,5 Prozent der Befragten. Aus Dörrs Sicht spricht es für sich, dass die Zustimmung zu den Thesen der Befragung, die an alle Bundestagsabgeordneten geschickt werden soll, in Mülheim durchgehend über dem Bundestrend legt. Die IG Metall will in Mülheim für jeden ausgefüllten Fragebogen einen Euro für einen guten Zweck spenden. Das bedeutet 3122 Euro, die sich das Saarner Raphael-Waisenhaus und das Diakoniewerk Arbeit und Kultur redlich teilen werden.

14:46
Immerhin wurden fast eine halbe Million Bürger befragt und das ist ne Menge.
Stimmenfang für die SPD dürfte das aber kaum sein, denn die SPD hat den Mindestlohn nahezu einstimmig im Bundestag abgelehnt und die Rente mit 67 befindet H. Müntefering nach wie vor richtig.
Ich kenn eigentlich nur eine Partei die den in der Umfrage geäusserten Wünschen nur zu gern nachkommen würde, aber die wird ja stets als bitterböse dargestellt.
Wieso eigentlich? ;o)
01:56
# 1
...echte gewerkschafter gab es mal früher...vor 15-20 jahren... ? Sagen wir doch lieber mal vor 30-40 Jahren. 1985 kam unser freigestellter Betriebsratsvorsitzende nur ins rotieren , als es für ihn persönlich darum ging eine Gehaltsstufe höher steigen zu können. Ach ne , für seine persönliche Basis hat er sich auch stark gemacht.
Ich hatte damals Gelegenheit anläßlich von BR-Wahlen hinter die Kulissen der Gewerkschaft zu schauen und zu erleben wie Geld verbraten wird. Daraufhin bin ich aus dem Verein ausgetreten. Was glaubt ihr , wieviele lokale Bonzen persönlich kamen um mich zu bekehren , es hätte ja eine Welle auslösen können.
00:10
Whou...der Wahlkampf hat also auch bei den,der Gewerkschaft angehörigen Parteifunktionären begonnen.......
„Wir wollten mit den Menschen in einen Dialog treten und haben in den Betrieben oder bei Veranstaltungen auch Beschäftigte angesprochen, die nicht unserer Gewerkschaft angehören”
...die nicht unserer Gewerkschaft angehören...
...ah ja... für mich heißt das,stimmenfang PUR ... es müssen also auch die bekehrt werden welche nicht der gewerkschaft angehören,damit unsere hochdotierten gewerkschaftsfunktionäre welche indirekt auf ihrem parteibuch von SPD oder auch dem von anderen parteien sitzen ... stimmen bestimmt nicht nur für die basis-gewerkschaft sammeln ...
:grübel: ob da wohl alle gewerkschaftsmitglieder wissen,wie ihre funktionäre parteipolitisch so ticken,und mit welcher kohle sie am monatsende so nach hause gehen ???
...echte gewerkschafter gab es mal früher...vor 15-20 jahren...da waren es noch echte kumpels ... heute sind das doch nur noch menschen welche ihre eigenen profite machen möchten...
na,herr BSIRSKE,wo fliegen wir denn demnächst wieder hin ... laden sie dazu ihre basis mit ein,oder ist das wieder ein VIP flug nur für gewerkschafts spezies :-(( ... und herr PETERS :-))) ...welches häuserl hätten sie denn gerne ? ... :-(( nehmt endlich mal die masken der gewerkschaftskumpels ab ... für mich ist das alles nur einschleimerei....