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Mehr Geld für Langzeitarbeitslose

26.01.2016 | 09:00 Uhr
Mehr Geld für Langzeitarbeitslose
Die Sozialagentur rechnet auch in diesem Jahr wieder mit einem Anstieg der Langzeitarbeitslosen.Foto: Stephan Glagla

Mülheim.  Die Sozialagentur rechnet 2016 mit weiteren 1000 Menschen, um die sie sich kümmern muss. Für neue Förderprojekte gibt es zusätzlich rund 9,7 Millionen Euro.

Die Zahl der von der Sozialagentur betreuten Langzeitarbeitslosen ist im vergangenen Jahr deutlich um fast 600 Menschen auf insgesamt 5482 angestiegen und liegt wieder auf einem Niveau von 2010. Das ist ein Anstieg um 11,7 Prozent, während der Trend bei den normalen vom Arbeitsamt betreuten Arbeitslosen leicht positiv war. Klaus Konietzka, Leiter der Sozialagentur, geht davon aus, dass der Anstieg auch in diesem Jahr anhalten wird. Grund dafür ist der gestiegene Zuzug der Flüchtlinge, der sich zeitversetzt auch in der Statistik der Sozialagentur widerspiegelt. Auch 2016 erwartet er bis zu 1000 neue Langzeitarbeitslose durch die Flüchtlinge.

Glanzpunkt U-25-Haus

Im vergangenen Jahr konnte die Negativentwicklung noch durch eine positive Vermittlung gemindert werden. So gelang es der Sozialagentur die ehrgeizigen Ziele des Landesarbeitsministers zu toppen und zehn Prozent, rund 250 Menschen mehr in Ausbildung und Arbeit zu bringen als im Vorjahr. „Landesweit haben wir damit eine Alleinstellung“, freut sich Konietzka. In diesem Jahr liegt die Hürde einer Steigerung um fünf Prozent, während andere Kommunen den Kraftakt vollbringen müssen. „Wenn uns das gelingt, wären wir zufrieden“, sagt Konietzka, beurteilt aber die derzeitigen Rahmenbedingungen aus konjunkturellen Gründen als schwieriger.

Deutlich ausgeweitet werden konnten auch die Mittel für arbeitsmarkt- und sozialpolitische Maßnahmen, die der Sozialagentur zur Verfügung stehen. Für drei neue Programme, die über drei Jahre laufen, konnten rund 9,7 Millionen Euro gewonnen werden, pro Jahr also rund drei Millionen Euro. Insgesamt kann die Sozialagentur damit für unterschiedliche Fördermaßnahmen rund 15 Millionen Euro - etwa ein Drittel mehr Geld – ausgeben.

Herausragender Einsatz der Mitarbeiter

„Diese Erfolge und gemeisterten Herausforderungen wären nicht möglich, ohne den herausragenden Einsatz der Mitarbeiter der Sozialagentur“, betont Konietzka und dankt den Mitarbeitern sowie den Kooperationspartner für ihren Einsatz. Ein Glanzpunkt der Bilanz ist das U-25-Haus, dessen erfolgreicher Arbeit es verdanken ist, dass die Arbeitslosenquote der Jugendlichen und jungen Erwachsenen (2015: 1,6 %) schon seit Jahren deutlich unter den Durchschnittswerten nicht nur des Ruhrgebietes (6,4 %), sondern auch von Land (4,1 %) und Bund (3 %) liegen.

Es habe im Zuständigkeitsbereich der Sozialagentur nur mit einer Ausnahme, der sich dann als Krankheitsfall herausstellte, keinen Jugendlichen gegeben, der im Ausbildungsjahr unversorgt geblieben wäre, also weder Lehrstelle noch Qualifizierungsmaßnahme begonnen habe. Für Konietzka ist das auch wichtige Präventionsarbeit. Denn wer keine Lehrstelle habe, bekomme immer größere Schwierigkeiten, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Die Ferne zum Arbeitsmarkt wird mit zunehmenden Alter immer größer.

Werben bei Unternehmen

Bei Arbeitgebern bestehen oft Vorbehalte einen Langzeitarbeitslosen einzustellen. Sie befürchten Probleme und gehen davon aus, dass alles kompliziert wird. Mit zwei Elementen versucht die Sozialagentur den Unternehmern die Einstellung attraktiver zu machen. So gibt es neben üppigen Lohnkostenzuschüssen von bis zu 75 Prozent des Arbeitsentgeltes auch einen Coach, der dem Langzeitarbeitslosen pro Woche bis zu fünf Stunden lang zur Seite steht und bei Problemen Unterstützung anbietet. Das Budget reicht für 80 Arbeitsplätze. Die ersten fünf Teilnehmer haben zum 1. September ihre Arbeit begonnen.

Inzwischen sind es 17 Teilnehmer. Der zweite Coach nimmt im Februar seine Arbeit auf. Eine vorherige Arbeitserprobung ist ebenso möglich wie eine notwendige Qualifizierung der Arbeitssuchenden. „Die Zuschüsse zu den Löhnen sollen mögliche Nachholbedarfe hinsichtlich Produktivität und Leistung ausgleichen“, schreibt Konietzka in einem Flyer an die Unternehmen und drückt seine Hoffnung aus, „das möglichst viele Menschen hierdurch eine Chance erhalten, langfristig ihren Lebensunterhalt aus eigenen Kräften bestreiten zu können.“

Steffen Tost

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2016-01-26 09:00
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