Mehr Geburten in Mülheim
18.08.2009 | 22:04 Uhr 2009-08-18T22:04:00+0200Während im Land und in den Nachbarstädten die Geburtenziffer wenig Anlass zur Freude gibt, nehmen die Geburten in Mülheim gegen den Trend zu. Das sagt nicht nur die neueste Auswertung der Landestatistiker, das können auch die Praktiker vor Ort bestätigen.
Im Jahr 2007 gab es für Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) einen Grund zur Freude. Die Zahl der Kinder pro Frau stieg von 1,34 Kindern auf 1,39 Kinder an. Die Ministerin reklamierte dies als Beweis für den Erfolg ihrer Familienpolitik, denn die Werte klingen nach mehr. Es blieb beim Klang. Inzwischen ist der Nachhall statistischer Geburtsziffern differenzierter.
So auch gestern, als das zuständige Landesamt seine neue Rechnung aufmachte, die keineswegs auf einen Trend hin zu mehr Neugeborenen deutet. Für NRW blieb die durchschnittliche Kinderzahl demnach je Frau in 2008 bei 1,39, wie auch schon 2007. Aber: Den stabilen Werten zum Trotz stellten die Zahlenzähler einen Anstieg in Mülheim fest. Von 1,33 (2007) stieg die Zahl der Kinder pro Frau im Jahr 2008 auf 1,46. Damit liegt Mülheim deutlich über dem Landesdurchschnitt und hängt auch die Nachbarstädte ab. Essen (1,33) und Oberhausen (1,28) erreichten sogar nur Werte unter dem Landesmittel, Duisburg kam immerhin auf 1,39 Kinder pro Frau.
Allerdings: Die zusammengefasste Geburtenziffer, wie der Wert genannt wird, sei ein rechnerischer Wert, heißt es in der Meldung des Statistischen Landesamtes. Die Quote gibt an, wieviele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens zu Welt bringen würde, wenn ihr Geburtenverhalten dasselbe sei, wie das aller Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahre. Doch die Zahl der Frauen, die zwischen 15 und 44 Jahren alt sind, sei seit 1996 um fünf Prozent gesunken. Schon das relativiert politisch motivierte Vergleiche oder Worte wie „Trend”, geschweige denn „Boom”.
Immerhin aber, auch in totalen Zahlen lässt sich der Geburtenzuwachs in Mülheim bestätigen. Das Evangelische Krankenhaus hatte im Jahr 2007 noch 636 Entbindungen, 2008 waren es bereits 663. Dass die Zahl der Neugeborenen in Mülheim zunimmt, ist auch Verena von Doetinchen aus der Hebammenpraxis in Saarn aufgefallen: „In den Kreißsälen ist viel zu tun.” Genaue Zahlen kennt sie zwar nicht. Was sie aber weiß, ist, dass die Frauen, die in die Praxis kommen, überwiegend berufstätig sind und die Kinder „gut geplant” hätten. Gerade der Beruf mache es den Frauen aber nicht einfach: „Viele schaffen es, eine längere Pause einzulegen. Nur bei den Selbstständigen, da geht das natürlich nicht”, so Verena von Doetinchen.

18:02
.....wenn ich denn in den frühen Nachmittagstunden durch den Eppinghofer Dauerstau stop´n goe, gewinne ich eher den Eindruck, daß es in Mülheim boomt....
Da wären totale Zahlen interessant.