Marodes Pflaster

Lockere Steine sind in der Fußgängerzone seit Jahren immer wieder ein Problem - vor allem nach dem Winter. Dann erinnert die Leineweberstraße mit all den Warnbaken schon mal an eine Schneepiste. Jetzt sieht die Verwaltung dringenden Handlungsbedarf. Planungsdezernent Peter Vermeulen kündigte im Planungsausschuss an, dass eine größere Fläche im Fußgängerbereich der Innenstadt demnächst asphaltiert oder großflächig mit Betonsteinpflaster erneuert wird. Kostenpunkt: 76 000 Euro für 1500 Quadratmeter - also ein Drittel eines Fußballfeldes etwa.

Problem Lieferverkehr

Der Synagogenplatz sieht jetzt schon aus wie ein Flickenteppich und die von dem Künstler Otto Herbert Hajek geschaffene Struktur nicht mehr komplett ablesbar. Vor einigen Monaten hatten sich auf dem Radweg breite Rillen gebildet, die zu gefährlichen Fallen für Fahrradfahrer zu werden drohten und kurzfristig behoben wurden.

Seit 2001 sind an der Leineweberstraße bereits acht Personen gestürzt und haben sich dabei Verletzungen zugezogen. „Mit dem Wissen, dass trotz sorgfältiger und zeitnaher Beseitigung der Schäden immer wieder neue Schäden entstehen, die zu gesundheitlichen Schäden führen können, ist dieser Zustand nicht mehr hinzunehmen“, sagte Vermeulen im Ausschuss. Ein Grund ist der Lieferverkehr durch schwere Laster, denen der Untergrund nicht gewachsen ist, ein weiterer die Bauausführung selbst. der Fußgängerbereich wurde 1978 angelegt. Das Bett des Gehweges besteht aus Hochofenschlacke, einer bituminösen Tragschicht, Mörtel und den Gehwegplatten. Es sei eine Bauweise, die regelmäßig zu Schäden führe und daher seit Mitte der 80er Jahre nicht mehr angewendet werde. Das Problem bestehe darin, dass das starre Bett aus Schlacke der plastischen Verformung der Tragschicht durch die Belastung nicht folgen kann. Das Material wird spröde und bricht. Der Fußgängerbereich in der Leineweberstraße sollte ursprünglich 1999 nach der Fertigstellung der Schloßstraße in Angriff genommen werden, wurde aber zurück gestellt. „Die partiellen Ausbesserungen sind unwirtschaftlich und können lediglich für einen kurzen Zeitraum Verkehrssicherheit gewährleisten“, stellt der Dezernent fest. Asphaltiert werden die Einmündungsbereiche der Querachsen Kohlenkamp, Löhberg und Viktoriastraße. An den stark befahrenen Stellen werden Betonsteinplatten verlegt.

Die Finanzierbarkeit muss noch mit dem Kämmerer abgesprochen werden.