Mann wegen Streits als Schwarzfahrer abgestempelt
23.09.2009 | 06:46 Uhr 2009-09-23T06:46:00+0200
Mülheim/Oberhausen. Klaus Dehm hat ein Ticket für Oberhausen. Dennoch wurde er von den Verkehrsbetrieben wie ein Schwarzfahrer behandelt. Der Grund: Es ist unklar, ob seine Haltestelle auf Mülheimer oder auf Oberhausener Gebiet liegt. Eine Nahverkehrs-Posse aus der "Ruhrstadt".
Fährst du noch durch Oberhausen oder bist du schon in Mülheim? Für Klaus Dehm, der aus Oberhausen Mitte mit der Linie 112 an die Stadtgrenze fahren wollte, eigentlich kein Thema: Die Straße „Landwehr” liegt auf Oberhausener Seite und „folglich” auch die gleichnamige Haltestelle.
Die Fahrkartenkontrolleure sahen das jedoch anders und nahmen dem Passagier alsdann 40 Euro „wegen Schwarzfahrens” ab. Denn die Haltestelle liegt laut Wabenplan der Mülheimer Verkehrsgesellschaft (MVG) auf Mülheimer Gebiet. Das Stadtschild, beteuert Dehm, der sich allenfalls als Graufahrer sieht, stehe jedoch noch deutlich hinter dem Haltepunkt, also von Oberhausen aus gesehen – Sie können noch folgen?
"Nicht kundenfreundlich"
„Ich verstehe das nicht”, meint der Vielfahrer, „jeder, der da wohnt sagt: Hier ist noch Oberhausen.” Zudem ist die nächste Haltestelle – Hilgenberg – etwa einen Kilometer entfernt. Wer an der Stadtgrenze lebt, müsste also von dort aus laufen oder ein Zusatzticket zahlen, „das ist nicht kundenfreundlich”, denkt der Ticket2000-Besitzer.
Tatsächlich hat Dehm die Stadtgrenze nicht passiert, genau genommen ist die Haltestelle ein Kuriosum. Denn laut Amt für Geodaten-Management verläuft die Grenze haargenau und mitten durch die Landwehr: In Richtung Oberhausen steigt man auf östlicher und damit Mülheimer Seite ein. Kommt man aus der Nachbarstadt steigt man auf der westlichen Seite aus – und damit, unverrückt seit 1950, im Oberhausener Stadtgebiet.
"Systemausfall, bitte später wiederkommen"
Zwiespältige Sache und wohl derartig verzwickt, dass, als Dehm sich bei der Mülheimer Verkehrsgesellschaft beschweren will, prompt der Bildschirm schwarz wird: „Systemausfall”, sagt man ihm, er solle in einer Woche noch einmal vorbeikommen.
Dann verschwinden die Unterlagen, erzählt Dehm, der sich hingehalten fühlt. „Ich habe inzwischen bezahlt, weil ich keine Lust mehr hatte auf dieses Hin und Her”, sagt er, das Verhalten des Unternehmens findet er jedoch – grenzwertig.

20:10
Ich habe selbst mal für die MVG gearbeitet.
Mit den einen Kunden kann man ganz normal reden und so lassen sich Probleme ganz einfach lösen und die anderen schreien einfach nur wild rum!
Ich WETTE daß dieser Klaus Dehm zu dem zweiten Personenkreis gehört!
18:13
wen wundert das verhalten der mvg eigentlich noch.
diese gesellschaft ist das fahrgastunfreundlichste unternehmen mit dem ich in den letzten jahren zu tun hatte. ich bin ein anhänger des öpnv, aber was ich seit 3jahren mit der mvg erlebe sprengt alle befürchtungen die ein kunde haben kann.
ich habe mich schon des öfteren mit der geschäftsleitung in verbindung gesetzt und auf die missstände aufmerksam gemacht.
aber wie in jedem betrieb der sovorbildlich und kundenfreundlich agiert hat die antwort auf meine mitteilung an die mvg alles bestätigt was tagtäglich in den fahrzeugen passsiert. erst wird beschwichtigt und dann eingeschüchtert und dann wird der kunde als meckerheini bezeichnet und ignoriert.
meine sorge ist nur das sich die die sich beschweren sollten nicht trauen und deshalb alles so bleibt wie bisher. und das liegt nur daran das die menschen angst vor dieser gesellschaft haben oder?
wundern würde mich das nicht.
ich hoffe nur das alle kunden der mvg denen unrecht angetan wurde sich entschliessen bei der gesellschaft tacheles zu reden und sich an die öffentlichkeit wenden sollten sich die zustände nicht ändern
11:36
@32,mal Vollkornbrot probiert? Da steht es doch:
#27 von niedrigniveauindikator, vor 23 Stunden!
als so gekennzeichneter Eintrag.
Mal eine Weiterbildunbgsmaßnahme für VRR- Controllettis:
Versucht mal in Paris oder Moskau OHNE Sprachkenntnisse das Schwarzfahren. Es geht nicht, dafür klappt die Beförderung 1A.
Vermute, ein Großzahl der hiesiegen Beförderungserschleicher fallen unter AGB- Willkür des VRR:
11:04
Mehreres wird hier angeschnitten.
Das Rudelverhalten der Kontrolleure. Das in der Tat grenzwertige Verhalten einiger dieser Personen. Und die offensichtliche Unfreundlichkeit, bzw Unfähigkeit seitens der MVG, adäquat mit dieser ganz besonderen Problematik umzugehen.
Man sollte auf jedenfall nicht resignieren, und Widerspruch einlegen, bis die jeweilige Sachlage entsprechend reguliert wird.
Gruß
08:54
@ #29 Lex:
Also ich finde das nicht in Ordnung, dass sie den Herren als Niedrigniveauindikator bezeichnen. Er wollte nur noch einmal auf die Aussage von Herrn Dehm eingehen, dass sich das Ortsschild erst nach der Haltestelle am Straßenrand befindet. Das ist doch kein Zeichen von niedrigem Niveau oder? Und das mit dem Kombinieren von Oberhausen und Mülheim war nur als ein kleiner Scherz gemeint oder nicht?
Keine Anzeichen für niedriges Niveau finde ich.
01:25
Toll ist aber: Der VRR ist am Thema nicht interesiert.
Will nur Beförderumngserschleicher jagen, Aufklären mag die Firma nicht?
Und die Presse? Hat Kommentare, aber null Aufklärung, die sie einforderte, da oben.
22:40
Auf der VRR-Website liest sich das so:
Die Preisstufe A gilt für Fahrten innerhalb eines Tarifgebiets. Es können eine oder auch mehrere Städte zu einem Tarifgebiet zählen.
Die Großstädte Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen und Wuppertal setzen sich aus jeweils zwei Tarifgebieten zusammen.
Dennoch genügt auch in diesen Städten die Preisstufe A für innerstädtische Fahrten.
Fahrten innerhalb einer Stadt liegen also immer in der Preisstufe A. Die Preisstufe A gilt grundsätzlich auch bei Fahrten in zwei benachbarten Waben unterschiedlicher Tarifgebiete.
Da Mülheim in drei Waben aufgeteilt ist, die sich in der Stadtmitte überlappen, ergibt sich die Situation, dass man von der Mülheimer Innenstadt aus nicht nur alle Ziele im Stadtgebiet sondern auch die angrenzenden Stadtteile von Duisburg, Oberhausen, Essen und Ratingen mit Preisstufe A erreichen kann.
Bei Zeitkarten (wie dem Ticket2000) kann der Kunde wählen, ob er entweder im ganzen Stadtgebiet fahren möchte, oder in einer Mülheimer Wabe und einer Wabe einer Nachbarstadt.
20:41
Lieber niedrigniveauindikator,
genau das habe ich doch einige Zeilen später geschrieben: Es gibt eben für bestimmte städteübergreifende Verbindungen auch die Möglichkeit die Preisstufe A zu nutzen (z.B. von Mülheim Stadtmitte nach OB Stadtmitte oder Essen Berliner Platz).
Also, nichts für ungut!
15:34
Also ich bin vorhin mal die Strecke mit meinem B-Ticket langgefahren vom OB-HBF aus. Also von Oberhausen kommt das Ortsschild für MH nach der Haltestelle und von MH aus kommt das Ortsschild für OB >>>AUCH<<< nach der Haltestelle.
Ihr könnt euch also entscheiden. Ist das jetzt Oberheim an der Ruhr oder Mülhausen ^^
12:05
Eigentlich ist der VRR-Tarif doch gar nicht so schwer. Nur die MVG-Kontrolleure verstehen ihn scheinbar nicht.
1 Stadt = Preisstufe A
2 Städte = Preiststufe B usw.
von Lex, vor 12 Stunden
Falsch!!! Mit einem Ticket der PS A können Sie von MH Stadtmitte z.B bis Essen HBF fahren oder bis Oberhausen Neue Mitte oder Duisburg HBF ect. Dabei kommt es nur darauf an welchen weg Sie nehmen. Das nennt sich dann Verkehrsüblicher weg. Sie können nicht STM einsteigen zum Flughafen fahren und dann mit dem Bus weiter bis EHB das geht nicht. Aber Sie können STM zum BHF und dann die U18 nehmen zum EHB. DIe HST Landwehr liegt in Richtung OB auf dem Betriebsgebiet der MVG und in Richtung MH auf dem Gebiet der Stoag. Die Waben und Zahlengrenzen sind 240-129>OB und 340-126>MH.