Man kann Fassbinder nicht einfach verschweigen
18.09.2009 | 18:52 Uhr 2009-09-18T18:52:00+0200Zwischen der Freiheit der Kunst und dem Schutz der Gefühle. Eine kleine Umfrage unter prominenten Mülheimern
Peter Vermeulen, Kulturdezernent: „Es ist richtig, dass sich Ciulli und Schäfer an das Stück herantrauen. Wenn die Inszenierung den Vorwurf des Antisemitismus erhärtet, wie das bei früheren Inszenierungen vorgeworfen wurde, dann müssten sie ihre Arbeit natürlich noch einmal überdenken. Aber das glaube ich bei den beiden nicht. Man kann Fassbinder nicht einfach verschweigen, man muss ihn auch rezipieren.”
Viele Jahre war Eleonore Güllenstern Vorsitzende der Deutsch-Jüdischen-Gesellschaft Duisburg-Mülheim-Oberhausen. „Bei allem Respekt für die zu Recht bestehenden Empfindlichkeiten der Jüdischen Gemeinde”, sagt die ehemalige Oberbürgermeisterin: „Ich vertraue den Herren Ciulli und Schäfer, dass sie das Stück so inszenieren, dass es einen aufklärerischen Aspekt in der Vergangenheit und Gegenwart erfüllt.”
Udo Balzer-Reher findet „es prinzipiell richtig, das Stück zu spielen”, so der Leiter der Mülheimer Theatertage. „Man muss nur aufpassen, dass man keinen Kräften Vorschub leistet, die eine solche Situation ausnutzen.” Gemeint sind Nazis und rechte Organisationen.
„Ich bin für die Freiheit von Kunst und Kultur; aber es ist wichtig, Andersdenkende in seine Überlegungen einzubeziehen. Ich war zwar überrascht von der Reaktion der jüdischen Gemeinde, die zuerst keine Einwände zu haben schien. Aber ich bewerte deren Gefühle, wie auch die Gefühle von Menschen aus anderen Kulturen, höher. Ich stehe allem, was unsere städtische Gemeinschaft stört, skeptisch gegenüber.” Enver Sen ist Vorsitzender des Integrationsrates der Stadt.
FDP-Kreisvorsitzende Ulrike Flach „lehnt die geplante Aufführung ab. Die Achtung vor den Gefühlen der Überlebenden des Holocaust, aber auch der später Geborenen, sollte dazu veranlassen, dieses Stück nicht aufzuführen. Das Stück und sein Inhalt sind seit Jahrzehnten bekannt. Wer es, in Kenntnis der Ereignisse des Frankfurter Theaterskandals 1985, erneut aufführen will, der muss sich fragen lassen, ob er bewusst einen erneuten öffentlichen Eklat provozieren will.”

14:20
Was regen wir uns auf? Politik und Religion versuchen mit aufgeregten Gackern von den eigenen schon gelegten faulen Eiern abzulenken (Wulff, Oettinger, Benedikt etc.).
Lasst die Leut spielen, schauts euch an und schaut dann selber in den Spiegel....
22:24
Ciulli soll antisemitische Tendenzen entwickeln?
Elli Pirelli - die fliegende Knackwurst meldet sich aus dem OFF? (Was macht eigentlich ihr künstlerisch begabter Nachwuchs?)
Die Korruptionspomeranze Flach springt ihrem verstorbenen Parteifreund B. (über den es ja in dem Stück geht) posthum auf den Sargdeckel?
Um ihn zu apologisieren? Oder wie muss ich das jetzt interpretieren?
Es ist KEIN Wunder, dass ein weltweit bekannter und beachteter Künstler und Kunstprofessor an der ebenfalls hoch geachteten Kunstakademie in Düsseldorf einem Mülheimer Oberbürgermeister bei Verleihung eines Ehrenpreises an Kopf geworfen hat:
Ich bin kein Mülheimer - ich bin ein Saarner.
Für die Mülheimer Kunst- und Kulturbanausen in der Besoldung des Volkes:
Otto Pankok war der Professor von Günter Grass (Literaturnobelpreisträger) - aber nicht in Literatur - sondern in Bildenden Künsten.
CIULLI KANN ENDLICH EINMAL EIN WIRKLICH KÜNSTLERISCHES UND SOZIALPOLITISCHES HEIßES EISEN ANFASSEN...
Und unsere vom Volk alimentierten Politfreaks winden sich und......
Man sollte Bilder von Emil Nolde auf Wattebäuschkes transferieren und unsere Kulturpolitiker damit steinigen.
Man - ich hab so was von die politische Hasskappe auf!