Märchenhafter Wunschtraum
23.01.2009 | 17:05 Uhr 2009-01-23T17:05:00+0100
Peter Leitzen, Lehrer am Gymnasium Broich, beschäftigt sich seit 35 Jahren mit der Deutung von Träumen. Die Sehnsucht nach Liebe ist aber nicht nur ein Traummotiv – sondern auch zentral im Märchen.
Die unterbewussten Wünsche erscheinen im Traum. Wer seine Träume versteht, der versteht sich selbst besser.
Die Sätze stammen nicht vom Traumdeuter par excellence Sigmund Freud. Sondern von Peter Leitzen, Lehrer am Gymnasium Broich. Seit 35 Jahren schon beschäftigt er sich mit der tiefenpsychologischen Deutung von Träumen.
Die Tiefenpsychologie hat es dem Mülheimer seit seinem Studium angetan. Und hat ihn verändert: „Ich bin dadurch offener, aufmerksamer und verständnisvoller im Umfang mit anderen Menschen geworden”, sagt Peter Leitzen. „Weil ich mich selbst besser verstehe, meine problematischen Seiten kenne und eine gesunde, selbstironische Distanz zu mir entwickelt habe.” Aber das ist noch nicht alles.
In den alten Zeiten, als das Wünschen noch geholfen hat, lebte ein alter König.
Das Institut für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft der Philipps-Universität Marburg beschäftigt sich in einem Lehrforschungsprojekt mit dem Thema „Grimms(krams) und Märchen(dising); die Popularität der Brüder Grimm und ihre Märchen in Hessen heute”.
Sie sollen zeigen, inwiefern die Grimms und ihre Märchen zu einem Bestandteil der Massenkultur und Erlebnisgesellschaft geworden sind.
Der Mülheimer Peter Leitzen zeigte in Marburg an einer Vielzahl von Beispielen, dass Märchen und Träume eine ähnliche Struktur aufweisen.
Peter Leitzen hat den Beginn des Märchens „Der Froschkönig” ganz genau unter die Lupe genommen. „Menschen tragen eine tiefe Sehnsucht nach Liebe in sich”, sagt Leitzen. Sein Forschungsergebnis: Märchen und Träume verbindet unglaublich viel.
Die Verknüpfung dieser beiden Themen faszinierte ebenso die Kulturwissenschaftler der Philipps-Universität in Marburg: Und so hielt Leitzen in Hessen einen Vortrag über „Märchenhafte Wunschmotive in Träumen”. Es war nicht der erste Auftritt von Peter Leitzen an einer Universität. Den Kontakt zur Wissenschaft hat er seit seinen Uni-Zeiten nie ganz abreißen lassen: Der Mülheimer nimmt einen Lehrauftrag an der Universität Duisburg-Essen im Bereich Allgemeine Pädagogik wahr.
Der Peter träumt mal wieder.
Diesen Satz bekam Peter Leitzen vor über 50 Jahren aus dem Mund seiner damaligen Grundschullehrerin nicht nur einmal zu hören. Wenn sich seine Blicke mal wieder im Kastanienbaum auf dem Schulhofgelände verloren. Doch es war ein wichtiger Satz.
Er pflanzte den Samen für das langjährige Traum-Interesse des gebürtigen Gladbeckers. Sehr zur Freude seiner Schüler. Denn bei ihnen stößt das Thema Traumdeutung immer auf Interesse. Und Peter Leitzen bestärkt seine Schüler darin sich mit ihren Träumen auseinanderzusetzen. Er hofft, dass es den Schülern hilft, ihre Identität zu entwickeln, unverwechselbar zu werden.
Seine eigene Identität glaubt Peter Leitzen gefunden zu haben: „Ein beträchtlicher Teil meiner Identität ist mein Beruf. Ich bin als Lehrer glücklich geworden.” Seit 30 Jahren ist er nun am Gymnasium Broich, Fragen zu seiner Pensionierung hört er gar nicht gerne: „Ich bin so zufrieden hier, ich bin gesund und leistungsfähig. Ich kann mir gut vorstellen, über das 65. Jahr hinaus zu arbeiten.”
Viele Schüler wird diese Aussage freuen. Peter Leitzen ist bei Problemen oft der Ansprechpartner. Die Tiefenpsychologie: Sie hat auch seinen Umgang mit den Schüler geprägt.

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