Machtkampf wirkt sich auch auf Mülheim aus

„Das sind zwei Züge, die aufeinanderzurasen und niemand ist bereit, die Handbremse zu ziehen.“ So beschreibt AfD-Ratsherr Lutz Zimmermann den aktuellen Machtkampf zwischen dem wirtschaftsliberalen Partei-Chef Bernd Lucke und seiner nationalkonservativen Co-Vorsitzenden Frauke Petry.

Weil die Richtungsentscheidung zwischen den beiden Kontrahenten erst beim Bundesparteitag am 13. und 14. Juni fällt, hat die Mülheimer AfD ihren Kreisparteitag, bei dem sie auch einen eigenen OB-Kandidaten aufstellen will, vom 11. auf den 18. Juni verschoben. „Es gibt drei Personen, die als mögliche Kandidaten angesprochen worden sind und nicht grundsätzlich abgelehnt haben“, erklärt Zimmermann. Zwei von ihnen wollen aber nur dann eine Kandidatur ins Auge fassen, wenn es beim Bundesparteitag der AfD zu keinem Rechtsruck kommt.

„Ich habe noch nie auf dem rechten Flügel gestanden. Mir ist die wirtschaftsliberale Komponente in der AfD wichtig“, beschreibt das ehemalige FDP-Mitglied Zimmermann seine Position. Deshalb ist er auch, ebenso wie die fünf Delegierten, die Mülheim beim Landesparteitag vertreten haben, dem von Lucke gegründeten AfD-Verein „Weckruf 2015“ beigetreten. Er fürchtet, dass die Partei auseinanderbrechen könnte, wenn sie nicht mehr von Lucke geführt würde.

Im aktiven Umfeld der AfD-Ratsgruppe sieht Zimmermann einen liberalen Konsens, an der Basis aber auch vereinzelte Sympathien für einen nationalkonservativen Kurs. Er selbst begreift die Haushaltssanierung als wichtigstes Thema im OB-Wahlkampf. Auch nach einem Rechtsruck auf Bundesebene erwartet er in Mülheim die Fortsetzung einer sachorientierten Politik.