„Lustiger Bube“ reizt auf höchstem Niveau

Skatspieler Egon Klein (80) aus Mülheim-Raadt nimmt an Deutscher Meisterschaft im Skatsport teil. Er spielt seit 70 Jahren.
Skatspieler Egon Klein (80) aus Mülheim-Raadt nimmt an Deutscher Meisterschaft im Skatsport teil. Er spielt seit 70 Jahren.
Foto: Michael Dahlke
Was wir bereits wissen
Egon Klein nimmt im Alter von 80 Jahren erstmals an der Deutschen Meisterschaft im Skatsport teil. Das Reizen, Stechen und Trumpfen hat er als Junge vom Vater gelernt, es ist bis heute sein liebstes Hobby

Mülheim.. Skat spielt Egon Klein schon, seit er denken kann. „Mein Vater hat es mir und meinen Freunden beigebracht, als wir noch Kinder waren. Am Sonntag, nach dem Kirchgang, haben wir uns an unserem Küchentisch versammelt und fleißig geübt. Das liegt jetzt sicher 70 Jahre zurück“, erzählt der agile Rentner aus Raadt, der an der Lahn aufgewachsen ist. Das Kartenspielen ist bis heute sein liebstes Hobby geblieben, und jetzt – mit mittlerweile 80 Jahren – reizt und trumpft er auf höchstem Niveau. Er nimmt von 29. bis 31. Mai an der Deutschen Skatsport-Meisterschaft in Ulm teil. Er misst sich dort mit rund 300 Sportlern, tritt aber nicht in seiner Altersklasse, sondern bei den jüngeren Teilnehmern – unter 60 – an.

Eine Premiere ist die DM für Egon Klein, der allerdings schon bei unzähligen anderen Turnieren mitgemischt hat – auf Vereins-, Verbands- und Landesebene. Auch bei der Mülheimer Stadtmeisterschaft, die immer in der Feldmann-Stiftung steigt, holte der ehemalige Siemensianer schon Stich um Stich. „Ich fahre aber auch gerne zu den Offenen Stadtmeisterschaften in anderen Städten, zum Beispiel nach Magdeburg oder Köln, oder reise nach Berlin zum Wettbewerb um den Deutschen Pokal. Fremde Leute kennenzulernen und mit ihnen zu spielen, ist interessant“, findet er.

Keine Rauf- und Saufgelage

Zu den „Lustigen Buben“, einem Mülheimer Skatsportverein mit derzeit 17 Mitgliedern (darunter auch leistungsstarken Frauen), zählt der gelernte Diplom-Ingenieur, trainiert wird immer dienstags im „Schwarzen Peter“ in Styrum. Als Vereinsvorsitzender hat Egon Klein auch „viel Schriftkram zu erledigen“. „Was uns fehlt, ist der Nachwuchs. Wir suchen dringend jüngere Spieler. Skat ist ein so schönes Spiel, das man jahrzehntelang spielen kann. Beim Skat spielen auch Standesunterschiede keine Rolle.“

Spannend und spaßig gehe es beim Skat zu, Rauf- und Saufgelage seien Liga-Spiele und Turniere keinesfalls. „Das sind heute Nichtraucher-Veranstaltungen, bei denen aber schon das ein oder andere Bierchen getrunken werden darf“, so der DM-Teilnehmer. „Gezockt“ wird nach der Internationalen Skatordnung – mit dem bekannten französischen Blatt (mit den zwei Farben Rot und Schwarz sowie Kreuz, Pik, Herz und Karo). Das Vierfarben-Blatt aus den neuen Bundesländern, bei dem es z. B. statt des Pik-Bauern den „Grünen Wenzel“ gibt, habe sich nicht durchgesetzt.

Skat bleibt Trumpf

Was braucht man, um andere Skatspieler auszustechen? „Können, Erfahrung und Glück“, sagt Klein. Und natürlich müsse man Stiche, Trümpfe und Augen mitzählen. „Mit guten Karten kann jeder gewinnen. Die Kunst ist, mit einem schlechten Blatt zu punkten.“ Was Egon einst von seinem Vater lernte, hat er weitergegeben an seinem Sohn Christoph. Skat war, ist und bleibt bei den Kleins eben Trumpf.