los-LESEN

Dass Michael Fehst mal etwas mit Büchern zu tun haben wird, steht seit seiner Geburt schon fest. Er erblickte nämlich das Licht der Welt am Tag des Buches vor 51 Jahren. In sofern ist seine kleine, aber feine Buchhandlung am Löhberg der ideale Arbeitsort. Er verkauft zwar die Bücher, aber lesen gehört zum Job dazu. Und wenn er dann ein neues Buch in der Hand hat, kann es passieren, dass er gleich los liest.

„Manche Leute gucken sich zuerst den ersten oder den letzten Satz an. Ich habe da kein besonderes Ritual. Ich schlage irgendwo in der Mitte auf, blättere über die Seiten. Wenn ich dann an einem Satz oder Wort hängenbleibe, dann lese ich von da ab weiter.“, beschreibt der Buchhändler seine Strategie.

Auch Fehsts Kunden können gleich an Ort und Stelle los lesen, um sich so einen Eindruck von dem Buch zu verschaffen, für das sie sich interessieren. Fehst ist auch nicht wütend, wenn die Leser merken, dass der erste Eindruck sie getäuscht hat und das Buch sie doch nicht so in Bann schlägt, wie erhofft. Das gehört für ihn zum Service. Wichtig ist dem Buchhändler, dass die Kunden sich wohlfühlen und nicht gehetzt sind.

Wenn Michael Fehst selbst Zeit und Muße hat, dann schaut er im Moment in Thomas Hettches „Pfaueninsel“. Bestimmte Vorlieben hat er nicht. „Ich bevorzuge eigentlich kein bestimmtes Genre. Wenn mir ein Buch gefällt, dann gefällt es mir einfach. Auch wenn das ein sogenannter Frauen-Roman sein sollte. Nur mit Science-Fiction kann ich nicht viel anfangen.“