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Sittenwidriger Lohn

Lohnwucher - Ermittlungen gegen Trink & Spare dauern an

28.12.2011 | 12:23 Uhr
Lohnwucher - Ermittlungen gegen Trink & Spare dauern an
An der Charlottenstraße in Mülheim nahm der Streit um sittenwidrige Entlohnung zwischen Verdi und „Trink & Spare“ seinen Anfang.Foto: Roy Glisson

Mülheim.Das Strafermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Duisburg gegen die Speldorfer Getränkemarktkette „Trink & Spare“ wegen vermeintlichen Lohnwuchers nähert sich sechs Monate nach der Strafanzeige durch die Gewerkschaft Verdi der Zielgeraden.

Verdi hatte im Mai Strafanzeige gegen die verantwortliche Geschäftsführung des Handelsunternehmens gestellt. Die Gewerkschaft vertritt ehemalige sowie noch tätige Mitarbeiter, die von ihrem Arbeitgeber mit weniger als zwei Dritteln des jeweiligen Tariflohns abgespeist worden sein sollen bzw. noch werden. Dies gilt als sittenwidrige Entlohnung.

Vor dem Arbeitsgericht Oberhausen hat Verdi in jüngster Vergangenheit bereits ehemaligen Beschäftigten zu Lohnnachzahlungen verholfen. Die Ex-Mitarbeiter hatten sich dabei, um nicht den Weg durch die Instanzen zu riskieren, auf Vergleiche eingelassen.

Blankoformulare für Jugendliche

Mit Spannung erwartet Verdi einen Kammertermin am 11. Januar, wenn eine aktuell noch bei „Trink & Spare“ Beschäftigte nach dem Platzen der Güteverhandlung auf rund 13.500 Euro Lohnnachzahlung pochen wird. Ihr Stundenlohn beträgt mit 6 Euro nicht mal die Hälfte von dem, was ihr laut Verdi zusteht.

Darüber hinaus ermittelt die Staatsanwaltschaft in Sachen Lohnwucher. Verdi hat hierzu vier (Ex-)Mitarbeiter als Zeugen benannt, erst drei sind von der Polizei vernommen worden. Der Straftatbestand des Lohnwuchers, für den ein Strafmaß von bis zu drei Jahren gilt, setzt voraus, dass ein Arbeitgeber die Zwangslage, die Unerfahrenheit, den Mangel an Urteilsvermögen oder die erhebliche Willensschwäche seiner Mitarbeiter ausgebeutet hat.

Verdi-Sekretär Günter Wolf sieht hierfür Indizien sprechen, etwa habe „Trink & Spare“ Jugendlichen Blankoformulare unterzeichnen lassen , auf denen der Stundenlohn nicht eingetragen gewesen sei.

Mirco Stodollick

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