Liebe zu historischen Booten

Menden..  Die „Rosanna“ ist von April bis Oktober auf der Ruhr unterwegs. Drei bis vier Mal in der Woche rudert Ralf-Peter Stumme los, meist geht es von der Mendener Brücke bis zum Staader Loch und zurück – in 60 bis 90 Minuten. Passagiere mitnehmen darf der Gondoliere offiziell nicht, die Bezirksregierung in Düsseldorf erlaubt das nicht. Touristische Fahrten kann er also nicht anbieten. Allerdings dürfen Mitglieder des „Classic Boat Club“ bei ihm einsteigen und eine Gondeltour genießen.

Den Mülheimer „Classic Boat Club“ gibt es seit 2004, er hat rund 50 Mitglieder und widmet sich der „Förderung des Rudersports in historischen Booten“. „Wir sind Leute, die Spaß daran haben, alte Boote zu restaurieren und wieder zu nutzen“, so Hans-Peter Stumme. Er selbst hat rund 130 dieser historischen Schätzchen. „Um sie unterbringen zu können, habe ich eine Lagerhalle in Wesel angemietet“, berichtet er, „zehn Boote haben wir aber immer hier in Mülheim stationiert und mit denen fahren wir regelmäßig auf der Ruhr.“ Ansonsten werden die Oldies zu Classic-Boat-Treffen im In- und Ausland oder zu Regatten gebracht. „Es gibt eine Classic-Boat-Szene in Europa, aber in Deutschland ist sie nicht so ausgeprägt, wir sind eigentlich die einzigen, die so etwas machen“, sagt Stumme. Der Traum der Mülheimer ist es, ein Classic-Boat-Museum zu eröffnen. „Aber wir sind ein kleiner Verein, haben wenig Geld. Wir bräuchten eine Stiftung oder Sponsoren, die da mitziehen.“