Lichtband zieht sich durch die Stadt

Ein Lichtband markiert demnächst abends und nachts die neue Hochpromenade auf den ehemaligen Bahnbögen. Die Arbeiten liegen im Zeitplan. Läuft alles weiter so glatt, können die Mülheimer im nächsten Frühling über die Strecke flanieren und vom Stadtbalkon die neue Aussicht genießen.

Seit Mitte Juni sind die Fachleute auf, neben und unter der früheren Eisenbahnstrecke im Einsatz. „Wir hatten in den letzten Monaten Glück mit dem Wetter. Die Viadukte sind von oben abgedichtet, die Betonplatte ist ausgehärtet, die Abwasserrinnen sind eingebaut“, erläutert Brückenbauingenieur Ralf Grunert. Es bleibe allerdings noch viel Handarbeit, bis die Stadtpromenade fertig sei. Gebaut wird das etwa 600 Meter lange Teilstück des Radschnellweges von der Ruhr in Richtung Hauptbahnhof, „damit wir mit den schweren Fahrzeugen die Materialanlieferung über die Baurampe an der Eppinghofer Straße erledigen können“.

Weil neben Fußgängern auch Radfahrer auf den Viadukten unterwegs sind, erhält das Geländer eine Höhe von 1,30 Metern. „Das ist so vorgeschrieben“, erläutert Tiefbauamtsleiter Horst Chluba. „Mit LED-Lampen wird der Handlauf bestückt und zieht sich in den dunklen Stunden als Lichtband durch die Stadt.“

Am Beginn der Bahnstraße ist die Wanne für den Aufzugschacht bereits fertig. In einem Stahlgerüst wird die gläserne Kabine auf- und abfahren. „Der alte Treppenturm nebenan wird wieder schick hergerichtet“, ergänzt Ralf Grunert. Neben der Überführung Friedrich-Ebert-Straße ragt ein Vorsprung über die Bahnbögen. Dort oben befindet sich ein kleiner Aussichtpunkt: der Stadtbalkon, mit Sitzbänken und Stahldach. Auf der Nordseite dahinter erhalten Radler eine vier Meter breite Spur – keine Schnellfahrpiste. Fußgänger flanieren auf der Südseite.

Alle Metallteile der Promenade sowie die Brücke über der Löhstraße werden nach dem Sandstrahlen in „Eisen-Glimmer“ gestrichen. „Das ist der Grauton DB 307“, erklärt Chluba. „Damit erinnern wir an die Bahngeschichte der Strecke. Über der Löhstraße bleibt das alte Vorsignal stehen. Dort wird ein neuer Treppenabgang gebaut.

Mit 5,3 Millionen Euro gehört die Mülheimer Hochpromenade zu den teueren Abschnitten des Radschnellweges. Das Land zahlt 3,7 Millionen Euro aus Städtebaumitteln, 1,6 Millionen der Regionalverband Ruhr.

Reichlich Kleinarbeit haben Maurer an den 33 Bögen. Sie wechseln dort die kaputten Ziegel aus, erneuern alle Fugen. „Insgesamt sind das mehr als vier Kilometer“, führt Ralf Grunert aus. Im April 2017 soll bereits die Sanierung der Stahlbogenbrücke über der Ruhr beginnen. „Wir warten bereits auf die Genehmigungen“, sagt Chluba.