Leineweberstraße bleibt ein Sorgenkind

Die Leineweberstraße soll aufgewertet werden.
Die Leineweberstraße soll aufgewertet werden.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Leineweber galt einst als die schönste Innenstadtstraße – bis sich die Probleme häuften.Eine Expertenrunde sucht nun Wege, die Aufenthaltsqualität zurückzugewinnen. Die Stadt bereitet einen Wettbewerb vor.

Mülheim.. Eine der schönsten Innenstadt-Alleen bereitet Anliegern, Bürgern, aber auch der Stadtverwaltung und der Politik zunehmend Sorgen: Die Leineweberstraße, sagt Dr. Hermann Liekfeld, Apotheker und Anrainer, „ist in einem desolaten Zustand.“ Das Pflaster der breiten Bürgersteige wird als gefährlich eingestuft, die Aufenthaltsqualität als stark abfallend. Es soll besser werden. Die Stadt bereitet einen Wettbewerb vor, um den alten Charme wieder zu beleben.

Liekfeld gehört zu den Bürgern, die jetzt im Rahmen des Leitbild-Prozesses in einer Expertenrunde sich mehrere Monate Gedanken um diese zentrale Innenstadtstraße gemacht haben. Ein Ergebnis im Sinne „Das ist die Lösung“ gebe es nicht, bedauert Liekfeld, wohl aber wurden jede Menge Defizite und damit Wünsche zusammengetragen:

Platten auf den Gehwegen stehen hoch

Die Platten auf den Bürgersteigen stehen an vielen Stellen hoch, durch den Anlieferverkehr sind die Schäden immer größer geworden. Mehrere Bürger haben sich in der Vergangenheit bei Stürzen bereits verletzt. Es fehlen Sitzgelegenheiten, es mangelt an Blumenschmuck und vor allem an Plätzen für Kurzzeitparker. „Auch die Bäume müssten gepflegt werden“, betont Liekfeld. Den Lkw-Verkehr würde er am liebsten ganz aus der Straße verbannen.

Das Argument, die Stadt habe kein Geld, will er nicht gelten lassen: „Es gibt Städte, die sind ärmer, haben eine deutlich höhere Arbeitslosigkeit, die haben aber ihre zentrale Innenstadt- Straße in einem guten Zustand.“ Und: Während auf der Schloßstraße immer wieder Veranstaltungen durchgeführt würden, werde die Leineweber vergessen.

Beim Tiefbauamt der Stadt kennt man die Probleme und spürt den Druck: „Wir werden an mehreren Stellen großflächig das Pflaster entnehmen und dort asphaltieren“, sagt Verkehrsplaner Roland Jansen. Schön, weiß er, werde das nicht aussehen. „Es ist eine Maßnahme, die ausschließlich der Verkehrssicherheit dient.“ Das habe Vorrang.

Eine Verbesserung soll es bald geben

Eine echte Verbesserung soll es aber bald geben: „Wir bereiten die Ausschreibung für einen Realisierungswettbewerb zur Leineweberstraße vor“, sagt Stadtplaner Felix Blasch. Ein schönerer Bodenbelag, eine Begrünung und Möblierung der Straße, weitere Parkmöglichkeiten gehörten dazu, aber auch eine Neugestaltung der Übergänge in die Seitenstraßen und zum Kaiserplatz.

Blasch glaubt, dass sich dies, mit Hilfe von Städtebau-Fördermitteln in einer Stufe realisieren lasse. In einer zweiten Stufe soll dann auch noch einmal das Thema Ein- oder Zweirichtungsverkehr angegangen und mit der Politik diskutiert werden. In Mülheim ist das ein sehr strittiges Thema – seit Jahren.