WAZ-Serie: Selbsthilfe
Lebenshilfe für den Alltag
23.01.2009 | 16:18 Uhr 2009-01-23T16:18:00+0100In der Mülheimer Selbsthilfegruppe für adipöse Menschen steht das Thema Abnehmen nicht im Vordergrund
Im vergangenen Juli wurde in Mülheim in den Räumen des Paritätischen eine Selbsthilfegruppe für Menschen gegründet, die unter krankhafter Fettleibigkeit, Adipositas, leiden.
Eine Gruppe adipöser Menschen bietet Betroffenen die Möglichkeit zum Gespräch. „Wir stellen nicht das Abnehmen in den Vordergrund, sondern wollen einen Erfahrungsaustausch von Gemeinsamkeiten und Alltagserlebnissen ermöglichen”, sagt Frank van Vorshelen. „Jeder Dicke kennt das Problem: Man findet keine passende Kleidung in normalen Geschäften. Das Essen auf offener Straße ist schon unangenehm genug, wenn man sich aber auch noch in einen Stuhl einer Eisdiele quetscht, in den man eigentlich gar nicht reinpassen kann, ist das Maß voll”.
Vielen Übergewichtigen ist ihre Dickleibigkeit gar nicht bewusst. „Sie meinen, normal zu sein und sind mit sich zufrieden”. Andere schämen sich und ziehen sich zurück. „Wir möchten Betroffene aus ihrem Schneckenhaus locken und ihnen zeigen, dass sie nicht allein sind und man sich gegenseitig helfen kann.” Ein weiteres Angebot ist die Unterstützung bei der Antragstellung zu Operationen, die bei Adipositas durchgeführt werden können. Der Gruppe stehen bei Bedarf Ärzte und eine Ernährungsberaterin zur Seite.
Über das Internetforum www.adipositas-foren.de findet man alle Termine und Veranstaltungen zur Selbsthilfegruppe an der Ruhr, aber auch zu allen SHGn in der Umgebung. Dazu gibt viele Infos zum Thema Adipositas. Die Treffen finden jeden 2. Montag im Monat ab 19 Uhr, Tourainer Ring 4, statt. Betroffene können jederzeit dazukommen und sind willkommen.
» Info: Frank van Vorshelen 0177/72 04 356 oder über das Selbsthilfebüro 300 4814.

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