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Lärm in Dümpten: Es dröhnt in meinen Ohren...

07.11.2009 | 09:00 Uhr

Wer in Dümpten in Nähe der A 40 zuhause ist, wohnt an einem der lärmintensivsten Orte in der Stadt. Ein Besuch am Damaschkeweg.

Hartwig Pietsch auf der Sellerbeckbrücke. Foto: Kerstin Bögeholz / WAZ Fotopool

Der Brief datiert vom 12. April 1968, mit einem „Hochachtungsvoll” schließen Fritz Frings und Mitstreiter ihren Brief an das Landesstraßenbauamt in Essen. Betreff: „Lärmbelästigung durch die B 60 am Randenbergstal”. Heute ist aus der B 60 längst die A 40 geworden. Ein „Hochachtungsvoll” kommt Fritz Frings, dem lärmgeplagten Anwohner des Dümptener Damaschkeweges, nicht mehr über die Lippen, wenn er nach Jahren erfolglosen Bittens, Bettelns und Mahnens an die Wohnsituation der Dümptener entlang der Bundesautobahn denkt: „Ich glaube an die Politik und unser Beamtentum nicht mehr. Sie lügen und vertrösten die Menschen nur.”

Ortstermin in Frings' Garten, 41 Jahre und sechs Monate, nachdem der erste Beschwerdebrief von hier auf den Postweg gebracht wurde. Unweigerlich kommen dem Besucher Grönemeyers Zeilen aus dem Lied „Mambo” ihn den Sinn: „Es dröhnen die Motoren, es dröhnt in meinen Ohren . . .” Frings' Nachbar Hartwig Pietsch, der im Protest gegen den A 40-Lärm in Frings Fußstapfen getreten ist, winkt aber ab: Nicht die Motoren seien das, die Reifen machten den Hauptlärm, der mit dem häufigen Südwestwind in die Siedlung getragen werde. Einige hundert Meter entfernt rauscht der Verkehr die Bahn entlang, im Fringschen Garten mag man sich kein gemütliches Sommergrillen vorstellen. Zurückgelehnt im Stuhl ein Buch lesen und entspannen – wie bitte?

„Im Sommer draußen zu sitzen, ist überhaupt nicht drin”

Gut, dass ein Bild nicht lärmen kann: Die Idylle im Garten von Marlies und Fritz Frings trügt. Foto: Kerstin Bögeholz / WAZ Fotopool

Diesmal winkt Marlies Frings ab: „Im Sommer draußen zu sitzen, ist überhaupt nicht drin”, sagt sie – und man glaubt es ihr sofort. Auch die Schlafzimmerfenster halten die Frings selbst im Hochsommer nachts geschlossen. Sonst sei kein Auge zuzubekommen. Das Eigenheim ist älter als die Autobahn, wird bald 50. Schon dreimal haben die Frings die Fenster ausgetauscht. Immer dann, wenn neue Lärmschutzqualitäten auf den Markt kamen. Bäume säumen das Grundstück, bringen wegen der hoch gelegenen Autobahn aber kaum Schutz. Man müsse das Übel schon an der Wurzel greifen, sagt Frings. An der A 40 müsse was getan werden.

In der Nachbarschaft, so erzählt Hartwig Pietsch, versuche eine Frau schon seit zwei Jahren, ihr Haus zu verkaufen. „52 Interessenten waren da, wenn die auf die Terrasse gegangen sind, haben sie die Hände über den Kopf zusammengeschlagen.”

Ausbau würde automatisch für Lärmschutz sorgen

Pietsch und sein Freund Bernd Lüllau vom Dümptener Bürgerverein sind diejenigen, die sich für die betroffenen Bürger mit den Behörden auseinandersetzen, immer wieder Briefe verfassen, Stellungnahmen einfordern und vor allem: handeln. So paradox es auf den ersten Blick klingt: Dass der geplante Ausbau der A 40 zwischen Autobahnkreuz Kaiserberg und Winkhausen auf sechs Fahrstreifen sich verzögert, ist nicht gerade im Sinne der Anwohner. Denn: Kommt der Ausbau, hätten sie direkt rechtlichen Anspruch auf die mittlerweile höheren Lärmschutzstandards.

Ohne Ausbau müssen höhere Lärmpegel erreicht werden, damit eine gesetzliche Pflicht zur Lärmsanierung besteht. Nun, da der sechsstreifige Ausbau immer noch in der frühen Planungsphase steckt und wegen der Ebbe in den öffentlichen Kassen auch noch auf Zeitschiene X geschoben werden könnte, setzen Pietsch und Co. ihre Hoffnungen auf eine aktuelle Lärmuntersuchung, mit der das Bundesverkehrsministerium das Land und den Landesbetrieb Straßen NRW beauftragt hat.

Flüsterasphalt als erste Hilfe

Geprüft wird, ob nicht zumindest kurzfristig ein sogenannter Flüsterasphalt eingebaut werden kann. Für Pietsch wäre dies eine erste Wohltat. Der neue Asphalt, da ist er mittlerweile kundiger Autodidakt, könne den Lärmpegel um 3 bis 4 dB(A) senken, das entspreche einer tatsächlichen Lärmminderung um gut ein Drittel. Pietsch kann nicht verstehen, warum dies bei der letzten Fahrbahnsanierung nicht schon passiert ist. Von Winkhausen in Richtung Essen gebe es diesen Straßenbelag schon, „obwohl da links und rechts kaum Wohnbebauung ist”. Man merke es schon beim Fahren, dass die Reifen dort weniger Lärm verursachten, sagt der 71-Jährige. Dort sei es „richtig leise geworden”, Anwohner der Wickenburgstraße in Essen-Frohnhausen hätten erzählt, dass sie mittlerweile des Nachts gar ihre Schlafzimmerfenster offen lassen könnten.

Die Hoffnung hat Pietsch auch noch nicht aufgegeben, dass es noch vor dem Ausbau eine Lärmschutzwand gibt, man könne sie doch schon eine Spur breit zurückversetzt aufstellen. Das hat er natürlich bei Straßen NRW angeregt, schließlich sei so andernorts verfahren worden. „Mein Gott, was haben wir uns schon die Finger wundgeschrieben”, runzelt Pietsch die Stirn.

Er gibt keine Ruhe. Solange der Lärm bleibt.

Mirco Stodollick

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Kommentare
11.07.2011
11:43
Lärm in Dümpten: Es dröhnt in meinen Ohren...
von blackchevy | #12

!

11.07.2011
11:41
Lärm in Dümpten: Es dröhnt in meinen Ohren...
von blackchevy | #11

Liebe Negativ- Kommentarschreiber.

Hab mir mal das Für- und Wider und auch die teils unqualifizierten Kommentare durchgelesen.
Hallo, sind wir im Krieg ?

Ich finde es ohne wenn udn Aber gut, dass Anwohner vor Lärm geschützt werden. Ruhe heißt Gesundheit, und der Gesundheit zuliebe sollte KEINER, wirklich KEINER meinen, dem anderen diesen Wunsch madig zu schreiben.

Ist es wirklich SO schlImm, wenn man mal 5 oder 8 km nur 80 fahren muss? Meist gehts doch sowieso nicht schneller auf der A 40.

Alle die Raser oder die, die das nicht einsehen:
Seid doch nicht so zynisch und beleidigt die Geplagten mit euren Kommentaren, sie sollen doch woanders hinziehen. Das ist wirklich gemein und menscheverachtend.

Ich selbst wohne Luftlinie 200 m von der A 40 entfernt. Sehr oft, jenachdem wie der Wind steht, hört mal das Geräsuch von irren Rasern und auch von vielen Mototrrädern, die tatsächlich mit sehr weit überhöhter Geschwindigkeit über die A40 Richtung Kaiserber RASEN, nicht cruisen, sehr oft oft auch Sonntags.

OK, die wollen ihren Spaß, aber ich glaube (was diejenigen wohl nicht zugeben würden) wenn das bei DENEN vor der Haustür passieren würde, würden die sich auch hochgradig belästigt fühlen, wenn deren Ohren noch gut funktionoiieren.

An die Meckerer und Ignoranten:
Was habt ihr für eigene Probleme, wenn ihr so aufeinander losgeht. Ein bisschen mehr Rücksicht, Kollegialität, Miteinander und auch Verständnis würde jedem von uns gut zu Gesicht stehen in dieser immer brutaler und rücksichtsloser werdenen Welt.

In eigener Sache:
In meiner Straße kämpfen wir schon lange (gottseidank nun endlich mit Erfolg, da die jetzt endlich verkehrsberuhigt wird) gegen die Raserei.

Unsere und die umliegenden Straßen sind seit Jahren 30er Zone. Die Behörden haben druch Messungen festgestellt, dass 35 % !!!!!!! mehr als 50 fahren, 24% sogar mehr als 60......
IN EINER 30er ZONE!!!!!

Ja hallo .... was sind das für Idioten, die sich sowas rausnehmen. Das sollte mal in deren Straße passieren, da würden sie sich selbst wehren. Aber woanders kann man sich ja so benehmen....

Wie menschenverachtend Menschen heutzutage sein können, kennt jeder auf den Straßen....

Agression, Drängeln, rechts überholen, rasen was die Karren hergeben, Feinstaubausstoß der ach so sauberen Diesel- und SUV- Wagen.... alle nur noch für sich und jeder gegen jeden.

Fazit:
Da tut es doch gut, wenn mal auf ACHT !!!! Kilometer etwas Relaxtheit und mehr Ruhe herrscht, oder ?

09.11.2009
20:44
Blockierter Kommentar.
von miriam.lessmann | #10

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

09.11.2009
08:06
Lärm in Dümpten: Es dröhnt in meinen Ohren...
von Mülheimer | #9

Guten Morgen,

so ein unqualifizierter Kommentar von Lichtbringer ist wirklich peinlich! Wenn sie den Text richtig gelesen hätten, dann hätten Sie auch verstanden, dass die Anwohner bereits wesentlich länger dort leben als die Autobahn und somit kann ich die Verärgerung sehr gut nachvollziehen. Es geht hier ja auch nicht um die Diskussion (wie im Bereich Flughafen wo die Leute mit dem Wissem um einen Flughafen in diesen Bereich gezogen sind) der Abschaffung der A40 (was sicherlich ein sehr interessantes Chaos mit sich brächte ;) ) sondern nur um die AUsnutzung technischer Möglichkeiten zur Lärmminderung die deutschlandweit bereits eingesetzt werden. Es ist vollkommen legitim und verstädnlich sich da mal an die Öffentlichkeit zu wenden. Der wunderbare Vorschlag die Geschwindigkeit zu begrenzen ist auch eine ganz tolle Idee, allerdings sollte man, bevor man solch tolle Meinungen von sich gib t sich die betreffende Autobahn mal ansehen, diese ist auf 100Km/h begrenzt und unter Fachleuten als Ruhrschleichweg bekannt, also wäre eine Geschwindigkeitsbegrenzung schwachsinn da es bereits begrenzt ist! Also wenn man keine Ahnung hat einfach mal Fre**** halten ;)

Naja ich würde mich freuen wenn ein paar Leute sich mal Gedanken machen würden und in den nächsten Jahren etwas passiert (Flüsterasphalt, Lärmschutzwände etc) einen schönen Tag noch

08.11.2009
23:08
Lärm in Dümpten: Es dröhnt in meinen Ohren...
von Lichtbringer | #8

Was? Hab ich davon irgendwas geschrieben, #7?
Zieh doch aufs Land, Du Oberwicht!

08.11.2009
19:53
Lärm in Dümpten: Es dröhnt in meinen Ohren...
von dem_Weichensteller | #7

@6 Unfug, das. Unter Minister Wissmann wurde das Gewicht der LKW von 30 auf 40t freigegeben.
das ist nicht nur ein Drittel lauter. du Wicht.
Das ist Physik!

08.11.2009
00:03
Lärm in Dümpten: Es dröhnt in meinen Ohren...
von Lichtbringer | #6

Jaja... Immer diese Anwohner die sich über alles beschweren!
Bevor ich irgendwo hinziehe, schau ich mir an wie es dort aussieht!
Und hat der Herr Frings selbst ein Auto? Klaro... Er darf ja andere belästigen - wahrscheinlich ist er auch schonmal mit einem Flugzeug geflogen.

Ich kann das gejammer echt nicht mehr hören! Wenn es da zu laut ist, dann ziehe doch weg, Alter! Am besten in irgendein Kackdorf... Aber da stören wahrscheinlich die Tiere....

07.11.2009
11:44
Lärm in Dümpten: Es dröhnt in meinen Ohren...
von nicole1407 | #5

Ich wohne am Zehntweg und höre keine Autos von der A40, sondern nur die Autos von der Mellinghofer Str. die tagtäglich vorbei fahren. Mit sehr lauter Musik, wenn sie an der Ampel stehen oder auch eine Vollbremsung machen, wenn die Ampel rot ist. Die Mellinghofer Str. ist eine Rennstrecke.

07.11.2009
11:38
Lärm in Dümpten: Es dröhnt in meinen Ohren...
von bereite Geflüchtetem | #4

Und in warmen Sommernächten mit Süd.Ost Wind, da kommt noch das Abwerfen der Röhren- gerne in der Nachtschicht- zum Autobahnlärm und dringt dann über Friedhof und Freifläche nach OB.
Jetzt kommt der Vorschlag, mit dem das Freie Fahrt für freie Bürger-Land nicht leben kann und die billigste Abhilfe wäre:
Geschwindigkeit halbieren, fertig.

07.11.2009
10:15
Lärm in Dümpten: Es dröhnt in meinen Ohren...
von rick_la_fleur | #3

jaja, und die Aktienstrasse, die Luxemburger Allee, die Duisburgerstrasse, die Zeppelinstrasse...
Solange es Autos gibt, und es werden ja immer mehr davon, gibt es Autobahnen und laute Strassen. Und? Was lernen wir daraus? Nichts, denn zb. Opel wird ja gesponsert bis zum geht nicht mehr, denn die Autoquote muss ja stimmen in Deutschland.
Und wenn mir jetzt einer mit Arbeitsplätze, Region usw. kommt, denjenigen halte ich die 50.000 Arbeitsplätze von Arcandor entgegen, die man sang und klanglos geopfert hat, im Dienstleistungsgewerbe...

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