Lachen gegen den Bankrott

Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ

Es war der erste Abend im zweiten Leben des Ringlokschuppens – so formulierte es Matthias Frense, komissarischer Leiter des Ringlokschuppens, bei seiner Begrüßung der Benefizveranstaltung am Freitagabend. Unter dem Motto „We will survive“ gaben sich hochkarätige Gäste auf der Bühne die Klinke in die Hand. Die Künstler René Steinberg, Herbert Knebel, Gerburg Jahnke und Wilfried Schmickler machten sich für den Ringlokschuppen stark.

„Der Anstoß zu einer Benefizaktion kam aus dem Hause Mühlenfeld“, sagt der Mülheimer Kabarettist René Steinberg, der daraufhin mit dem Team des Ringlokschuppens die Veranstaltung auf die Beine stellte. „Jedes Zeichen in solch einer Situation kann helfen“. So verzichteten alle Künstler auf ihre Gage und die Eintrittsgelder kommen im vollen Umfang dem Erhalt der Mülheimer Kulturstätte zugute. So genossen 550 Gäste ein zu erwartendes kurzweiliges Programm. Den Auftakt machte, quasi als Gastgeber, René Steinberg. Der Saarner mit Heißener Migrationshintergrund begrüßte ganz speziell auch die Gäste von außerhalb. „Herzlichen Glückwunsch, dass sie überhaupt den Weg hierher gefunden haben“, stichelte er in Richtung der Mülheimer Verkehrssituation mit dem Wirrwarr der stets wechselnden Einbahnstraßen und erklärte „hier bei uns in Mülheim gilt: der Weg ist das Ziel…“. Wer könnte auch die besonderen Gepflogenheiten und Macken der Stadt, aber auch der Bürger selbst besser auf die Schippe nehmen als er.

Gewohnt politisch gab sich Wilfried Schmickler. Aus gegebenem Anlass machte er seine Scherze über die Religionspolizei und begegnete den schrecklichen Ereignissen in Frankreich mit spitzem Humor. Herbert Knebel forderte die Lachmuskeln der Besucher mit seinen Knebeltypischen Erzählungen aus seinem Alltag mit Ehefrau Guste und Gerburg Jahnke konterte mit ihrer Schilderung des Ehelebens mit einem Mann der schon lange nicht mehr zur Wohnzimmereinrichtung passt. Unterstützt wurden die Künstler von der Band „Wildes Holz“, die mit Bass, Gitarre und Flöte zwischendurch immer wieder die Bühne rockte. „Es war ein ganz besonderer Abend, auch für uns“, sagt René Steinberg. „Zum einen wird man solch eine Konstellation in naher Zukunft wohl nicht noch einmal auf der Bühne sehen, zum anderen haben die Zuschauer gemerkt, dass auch uns dieser Abend unwahrscheinlich viel Spaß gemacht hat.“ Am Ende gab es dann satten Applaus und eine Zugabe der Künstler. Alle gemeinsam haben sie dann noch das Protestlied „We shall overcome“, was so viel heißt, wie: „Wir werden es überwinden“ gesungen. Und der erste Schritt ist gemacht. Denn fürs erste ist der Ringlokschuppen gerettet – dank der Künstler, „aber“, so betont Steinberg, „auch dank der Zuschauer“.