Kurzschluss war wohl Brandursache

Normaler Schulbetrieb herrschte am Montag wieder im Gymnasium Heißen, das Freitagmittag wegen eines Feueralarms evakuiert wurde. Gesperrt ist der Übergang zu den Räumen der früheren Hauptschule, wo der Brand an einer Nachtspeicherheizung entstand.

Die genaue Ursache wird noch durch die Polizei ermittelt, doch alles deutet auf einen Kurzschluss in oder hinter dem Nachtspeicherofen hin. Dies vermutet auch Frank Buchwald, Leiter des städtischen Immobilienservice. Im betroffenen Gebäudetrakt wurden die Heizungen abgeschaltet, „aus Sicherheitsgründen“. Das Gymnasium ist komplett mit Nachtspeicheröfen ausgestattet, die so alt sind wie die Schule: 40 Jahre.

Technik kann versagen

Ob diese veralteten Geräte noch Sicherheitsstandards erfüllen, fragt ein Vater, dessen zwei Söhne das Gymnasium besuchen. Buchwald meint: „Wir sehen keine latente Gefahr. Überall, wo Technik eingesetzt wird, kann sie versagen.“ Die Heizungen würden einmal jährlich durch Fachfirmen überprüft.

Auch in mehreren anderen Mülheimer Schulen stehen noch Nachtspeicheröfen. „Unser Ziel ist natürlich, sie auf lange Sicht durch andere Heizungen zu ersetzen“, erklärt Buchwald. Teilweise sei dies schon geschehen, im Zuge größerer Umbaumaßnahmen. Um aber die Anlage im Gymnasium Heißen komplett zu sanieren, müssten Rohre verlegt, ein neuer Heizungskeller gebaut, „eine hohe siebenstellige Summe investiert werden“, so Buchwald. „Dafür haben wir derzeit weder Geld noch Kapazitäten.“ Schulleiterin Sigrun Leistritz äußert immerhin den „Wunsch, dass wir jetzt einen nicht aus Holz gebauten Übergang bekommen“.

Ob die rund 80 Jugendlichen, die durch den Feueralarm in ihren Abiturklausuren gestört wurden, die Prüfung wiederholen müssen oder können, steht noch nicht fest. Eine Entscheidung solle am Mittwoch „in Absprache mit dem Schulministerium“ getroffen werden, teilte eine Sprecherin der Bezirksregierung auf Anfrage mit. „Wir warten zunächst auf eine Rückmeldung der Fachlehrer, die sich die Klausuren anschauen.“ Nach Auskunft von Schulleiterin Sigrun Leistritz konnten die Kollegen „beim ersten Drüberschauen keine Täuschungsversuche erkennen“.

Der Brand sei auch erst deutlich nach 12 Uhr ausgebrochen, da waren mehr als drei Viertel der Klausurzeit schon vorüber. „Nur ein einziger Schüler hat am Rand seiner Arbeit notiert, dass er sich gestört fühlte.“ Ihm könnte angeboten werden, die Klausur am 8. Mai, dem offiziellen Nachschreibtermin, zu wiederholen. Grundsätzlich fand Sigrun Leistritz die Reaktionen der Prüflinge, die in den Fächern Geschichte, Erziehungswissenschaft und Geografie antreten mussten, „erstaunlich gelassen. Sie möchten nicht nachschreiben, weil sie das Thema einfach fanden.“ Ungeachtet der besonderen Vorkommnisse...