Kunst rund um rohen Fisch

Was haben Sushi-Künste und Haarkosmetik gemein? Diese Frage kann wohl nur Tim Dröge beantworten. Der frischgebackene Sushi-Meister ist vor zwei Monaten aus Amerika zurückgekehrt. Dennoch arbeitet er jetzt im elterlichen Unternehmen „Hair Concepts“ in Speldorf. In den Genuss seiner Meisterkünste kommen vorerst nur Belegschaft und Familie.

Zunächst war es der klassische Werdegang eines Unternehmersohns. High School und Abschluss in Los Angeles, anschließend das BWL-Studium auch im sonnigen Kalifornien. „Meine Eltern sind sowieso ständig beruflich dort unterwegs“, sagt der 24-Jährige. „Da hat es sich so ergeben, dass ich dort zur Schule und zur Uni gegangen bin.“ Womit die Eltern aber nicht gerechnet hatten, war die Begeisterung des Sprösslings für fernöstliche Küche. „Ich habe schon immer gerne gegessen, und in Kalifornien hat man die Qual der Wahl“, sagt Tim Dröge. „Aber die Sushi-Küche hat mich am meisten begeistert.“

Anstatt nach seinem Uni-Abschluss direkt nach Mülheim zurückzukehren, entschied Dröge sich, einen Meister-Kurs an der Schule von Master-Sushi-Chef Katsuya Uechi zu besuchen. Und die erste Lektion, die ein wahrer Sushi-Meister zu lernen hat: Reis kochen.

Ganze drei Monate nahm die professionelle Zubereitung in Anspruch. „Die japanische Küche zeichnet sich durch Perfektion aus“, sagt Tim Dröge. „Man darf weder zu viel noch zu wenig Wasser nehmen. Dann wird der Reis massiert und langsam getrocknet.“ Nur so habe er die perfekte Sushi-Qualität. Erst nach drei Monaten ging es endlich an den Fisch und an die Sushi-Zubereitung. „Wie schneide ich den Fisch perfekt, wie werden die Sushi geformt“, Tim Dröge kennt die verschiedenen Schritte mittlerweile aus dem Effeff, „alles bis ins Detail“.

Stars wie Paris Hilton

Abgeschlossen hat er sein Sushi-Studium mit Bestnote. Sein bekannter Lehrer bot ihm sogar einen Job in einem seiner Restaurants in Hollywood an, in denen sich Stars wie Paris Hilton die Klinke in die Hand geben. Doch der Mülheimer lehnte ab. „Auch wenn es absolut meine Leidenschaft ist, zunächst muss ich meine Eltern im Unternehmen unterstützen.“

Trotzdem würde Tim Dröge seine Begeisterung für die japanische Kunst rund um den rohen Fisch gerne weitergeben. Wenn die Zeit es zulässt, könnte er sich vorstellen, sein eigenes, kleines Sushi-Restaurant zu eröffnen. Aber so lange er in der Firma der Eltern gebraucht wird, werden eher die Scheren als die Messer gewetzt.