Kopf hoch
11.12.2009 | 19:06 Uhr 2009-12-11T19:06:00+0100Ob es für den Verein der Altentagesstätte Nord an der Hügelstraße noch eine Chance gibt, an der Zahlung von 1000 bis 1300 Euro Umsatzsteuer (die NRZ berichtete) herumzukommen, könnte sich in den kommenden Tagen entscheiden.
Ob es für den Verein der Altentagesstätte Nord an der Hügelstraße noch eine Chance gibt, an der Zahlung von 1000 bis 1300 Euro Umsatzsteuer (die NRZ berichtete) herumzukommen, könnte sich in den kommenden Tagen entscheiden. Nachdem der Leiter des Finanzamtes durch die NRZ auf den Fall aufmerksam geworden war, setzte sich noch am Donnerstag einer seiner Mitarbeiter mit dem Verein in Verbindung, um einen Gesprächstermin zu vereinbaren. Das Problem des Vereins scheint kein Einzelfall zu sein. Das bestätigt auch Alfred Beyer, der Vorsitzende des Vereins für Bewegungsförderung und Gesundheitssport (VBGS). Mit ihm sprachen wir über das Thema Verein und Steuern.
Wer sich sozial engagiert, denkt in der Regel ja nicht zuerst an die Steuer, sondern hat das Soziale im Blick, oder?
Natürlich, aber auch ein gemeinnütziger Verein kommt an Steuerfragen nun mal nicht vorbei.
Ist es vielleicht ratsam, sich an einen Steuerberater zu wenden?
Man muss aber einen finden, der sich im Vereinsrecht auskennt, das ist ganz wichtig. Nicht jeder Steuerberater kennt da die Einzelheiten und Freibeträge.
Es scheint sich also um eine komplizierte Materie zu handeln.
Da hat sich sehr viel getan. Als wir den VBGS vor 20 Jahren gründeten, war eine Person im Finanzamt für Vereine zuständig, heutzutage ist es eine ganze Abteilung. Man muss zum Beispiel auch aufpassen, dass man nicht plötzlich Körperschaftssteuer zu zahlen hat. Grundsätzlich ist ein gemeinnütziger Verein zwar davon befreit, aber das gilt nicht für seinen wirtschaftliche Geschäftszweig. Und auch hier muss man Ausgaben und Einnahmen gegenüberstellen. Ganz schlimm wird es, wenn man die Gemeinnützigkeit verliert. Da kann es passieren, dass Spender die Spende zurückverlangen, weil sie das gezahlte Geld nicht in der Steuererklärung geltend machen können.
Was empfehlen Sie Menschen, die einen gemeinnützigen Verein gründen?
Unsere Erfahrung ist, dass man mit dem Finanzamt Mülheim reden und nach Möglichkeiten suchen kann. Die Behörde ist da sehr kooperativ. Wichtig ist aber, sich frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen.
Infos zum Thema: www.nordrheinwestfalendirekt.de/broschuerenservice/download/157/vereine_steuern_07_internet.pdf.

06:35
@ Frank HELLING
Zu Ihrem früheren Artikel Staat kassiert auch beim Ehrenamt hatte ich kommentiert, dass die Finanzverwaltung eine sachdienliche Informations-Broschüre herausgegeben hat.
Wie ich Ihrem heutigen Artikel entnehme, kannten sogar Sie selbst diese Information, die Sie nun Ihrem neuerlichen Artikel angefügt haben.
Umso verblüffender ist es doch, wenn nicht einmal Vereinsvorstände diese Info kennen.
Ihre diesbezügliche diskriminierende Einschätzung der Qualität von Steuerberatern vermag ich nicht zu teilen.