Konstanter Bedarf an Beratungen

Foto: WP Michael Kleinrensing

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) bietet Familien, Jugendlichen und Kindern in Mülheim ein breites Angebot: Seien es Hilfestellungen für Eltern, Paarberatungen oder Präventionsprojekte in Schulen. Nun stellt der Verband die Ergebnisse seiner Arbeit aus 2014 vor.

Barbara Kusch leitet die Beratungsstelle für Schwangerschaftskonflikte, Partnerschaft und Sexualität. Dort suchten im vergangenen Jahr 110 Frauen Hilfe (2013: 111 Fälle). „Häufigster Grund für einen Konflikt in der Schwangerschaft ist die berufliche Situation“, sagt Barbara Kusch. „Viele stecken etwa mitten in der Ausbildung.“ Zugenommen haben in 2014 vor allem die partnerschaftlichen Probleme, „daher führen wir mehr Paarberatungen durch“ erklärt Kusch. „Aber es ist schön, dass dieses Angebot so stark genutzt wird, um Konflikte zu klären.“ Hauptaugenmerk ihrer Arbeit liegt auf der Prävention: Gegen ungewollte Schwangerschaften und sexuelle Gewalt. „Seit 20 Jahren führen wir Schulprojekte durch.“ Darunter sind Info-Veranstaltungen für Kinder, Lehrer und Eltern. Unterstützt werden die Awo-Mitarbeiter dabei vom Verein „Wir für die Mülheimer Kinder“, die auch die Hilfe-Hotline „Elefon“ finanzieren. 140 Kinder nutzten in 2014 das Elefon, um sich Rat bei schwerwiegenden familiären Problemen zu holen.

Ein Trend, den die Diplom-Heilpädagogin verzeichnet, ist der steigende Beratungsbedarf zum Thema Cybermobbing. „Die Nachfrage bei Schulen ist sehr groß.“ Mit dem Medienkonsum steige die Anzahl der virtuellen Mobbing-Attacken unter Jugendlichen. „Da besteht großer Bedarf an Aufklärung.“ Das Projekt „gegen Cybermobbing unter Jugendlichen“ lief bereits im vergangenen Jahr an und wurde gut angenommen. Für das kommende Jahr rechnet Barbara Kusch allerdings nicht mit weiteren Fördermitteln, die bisher von der Cläre und Hugo Stinnes Stiftung kamen. Andere Projekte, ein Aufklärungskurs für Jungen, oder ein Präventionsprojekt zur Traumabewältigung für Schwangere, laufen bereits, bzw. sind in Planung.

Im Bereich der Jugend- und Familienhilfe blieben die Beratungszahlen in den vergangenen Jahren stets gleich. „65 Familien haben wir 2014 begleitet“, sagt Fachbereichsleiterin Annelie Randenberg. Wenn Familien Hilfe brauchen, geben sie und ihre Mitarbeiter im Auftrag des Jugendamts Hilfestellungen in Erziehungsfragen. Meist gehe es dabei um die Vermittlung von Werten. „Viele haben verlernt, miteinander Zeit zu verbringen, miteinander zu reden“, erklärt die Diplom-Sozialpädagogin. Das gemeinsame Essen, an einem Tisch zu sitzen und zuzuhören sind Rituale, die in den Alltag integriert werden müssten. „Wir versuchen daher, möglichst nachhaltig zu arbeiten – wenn Familien Hilfe brauchen und sie sich dafür bei uns melden, haben wir das erreicht.“