Koffer mit Erinnerungen aufbewahren

„Ich habe gerade zwei Koffer zur Aufbewahrung gebracht bekommen“, erklärt Lony Jürgens (77) und schleppt sie durch die Garage in den Wintergarten. „Meine Cousine muss derzeit die Wohnung der Eltern auflösen. Ihre Mutter ist kürzlich gestorben, also meine Tante. Es fällt ihr sehr schwer, sich von manchen Dingen zu trennen. Und deshalb suchte sie ein warmes Plätzchen für eine Weile. Und da hat sie mich gefragt, ob sie zwei Koffer bei uns unterstellen kann. Natürlich nur vorübergehend, bis ihre Schwester aus England mal wieder hier ist. Die will das dann auch mal in Augenschein nehmen. Und weil wir genügend Platz haben, kommen diese zwei Schätzchen mal eine Weile zu mir.“ Weiß Lony Jürgens denn, was drin ist? „Nein, genau weiß ich das nicht. Ich nehme an, nicht unbedingt Anziehsachen, sondern spezielle Erinnerungsstücke an die Eltern, die man nicht sofort wegwerfen kann. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es sehr schwer ist, manche Sachen loszulassen.“ Die letzte Brille zum Beispiel, die geliebten Musikstücke, das selbst gehäkelte Deckchen, Tagebücher, Fotoalben, Lieblingstasse, letzte Habseligkeiten.