Knöllchen für den Eckparkplatz

Der Roller parkt seit Jahren an einer Hausecke.
Der Roller parkt seit Jahren an einer Hausecke.
Foto: M. Bergmann
Was wir bereits wissen
Stadt Mülheim: Bis zu vier Zweiräder blockierten den Durchgang.

Mülheim.. Über das „Knöllchen“ von der Stadt hat sich Maximilian Bergmann sehr gewundert, als er morgens auf seinen Roller steigen wollte. Der 27-Jährige wohnt in der Schreinerstraße und stellt sein Zweirad seit drei Jahren in einer Nische an einer Hauswand ab. Immer an derselben Stelle, und nie habe es jemanden gestört, nicht einmal das Ordnungsamt, das in der kleinen Straße regelmäßig die Falschparker aufschreibe.

Das Zweirad stehe zwar auf dem Gehweg, aber wie der Eppinghofer betont: „Ich behindere weder den Fahrzeugverkehr, noch die Fußgänger.“ Darauf, dass Kinderwagen die Stelle passieren könnten, würde er ohnehin achten, schiebt er doch selber einen. Er stelle seinen Roller auch nicht aus Bequemlichkeit nicht auf die Straße: „Die Parksituation ist sehr angespannt. Durch die Nähe zum Hauptbahnhof nutzen viele Pendler das Wohngebiet, um ihren Pkw hier abzustellen“, sagt er. Seine Familie hat auch noch ein Auto und kennt das Problem der Parkplatzsuche. Jetzt steht auch sein Roller auf der Straße. „Ich dachte immer, es sei sinnvoll, das Zweirad an einer ungestörten Stelle abzustellen, um die ,Ressource’ Parkplatz zu schonen.“ Grundsätzlich sieht die Stadt das wohl ähnlich, denn Motorräder parken in Mülheim kostenlos. Wenn das Zweirad niemanden behindere, gebe es auch auf Gehwegen keine Knöllchen, betont Stadtsprecher Volker Wiebels auf Anfrage. Selbst an den städtischen Parkautomaten müssen Motorräder nichts zahlen.

Die Situation in der Schreinerstraße ist der Stadt bekannt, und ein Roller in der Nische wäre auch nicht das Problem, erklärt Wiebels. Es hätten teilweise aber bis zu vier Zweiräder an dieser Stelle gestanden. „Die haben das Durchgehen behindert und sind alle aufgeschrieben worden.“ Zum Beweis gebe es Bilder. Es habe Beschwerden aus der Nachbarschaft gegeben. „Da sind wir tätig geworden.“

Maximilian Bergmann kann zwar jetzt den Anhörungsbogen ausfüllen, wenn die Zahlungsaufforderung der Stadt kommt, und seine Sicht der Dinge darlegen. Ihm ist es aber wichtiger, in Zukunft seinen Roller sicher und unbehelligt abstellen zu können. Auch andere Zweiradfahrer hätten in der Schreinerstraße das Problem. „Warum richtet man keinen Motorradparkplatz ein?“, fragt er. Dann bräuchten die Zweiräder keinen Auto-Parkplatz zu blockieren.